Fast 1.800 Amerikaner, die direkt von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 betroffen waren, lehnen die Teilnahme von Präsident Joe Biden an Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr ab, wie NBC News berichte. Grund dafür sei seine Absage, Beweise der US-Regierung freizugeben, die ihrer Meinung nach eine Verbindung zwischen saudi-arabischen Führern und den Anschlägen belegen.
Die Familienangehörigen der Opfer, Ersthelfer und Überlebenden werden am Freitag eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Biden auffordern, die Veranstaltungen zum 20. Jahrestag der Anschläge in New York und Shanksville, Pennsylvania, sowie im Pentagon auszulassen, wenn er die Dokumente nicht freigibt, die ihrer Meinung nach saudische Beamte in die Unterstützung der Terrorakte verwickeln. Die Gruppe sagt, dass Biden als Kandidat versprochen hat, transparenter zu sein und so viele Informationen wie möglich herauszugeben, aber dass seine Regierung seither ihre Briefe und Anfragen ignoriert hat.
»Wir können den Präsidenten nicht in gutem Glauben und mit Ehrfurcht vor den Toten, Kranken und Verletzten auf unserem heiligen Boden willkommen heißen, solange er seine Zusage nicht einhält«, heißt es in einer Erklärung, die NBC News vorliege.
»Seit dem Abschluss der 9/11-Kommission im Jahr 2004 wurden viele Beweise aufgedeckt, die saudische Regierungsvertreter in die Unterstützung der Anschläge verwickeln«, heißt es dort. »Durch mehrere Regierungen hindurch haben das Justizministerium und das FBI aktiv versucht, diese Informationen geheim zu halten und das amerikanische Volk daran zu hindern, die ganze Wahrheit über die Anschläge vom 11. September zu erfahren.«
Zu den Dokumenten, die die Gruppe sucht, gehören Belege, die während einer umfassenden FBI-Untersuchung der Anschläge gefunden wurden, die angebliche saudische Verbindungen untersuchte und 2016 abgeschlossen wurde.
Während der Bericht der 9/11-Kommission feststellte, dass Saudi-Arabien ein »problematischer Verbündeter« gewesen sei, insbesondere wenn es um die Weitergabe von Geheimdienstinformationen ging, fand die Untersuchung keine Beweise, die die saudische Führung in den Angriff verwickelten.
»Die Kommissionsmitarbeiter fanden keine Beweise dafür, dass die saudische Regierung als Institution oder einzelne hochrangige Beamte wissentlich Al-Qaida unterstützen oder gefördert haben; allerdings haben mangelndes Problembewusstsein und das Versäumnis, Institutionen zu beaufsichtigen, ein Umfeld geschaffen, in dem solche Aktivitäten gedeihen konnten«, heißt es im Bericht.
Allerdings wurden saudische Staatsangehörige als eine der Hauptfinanzierungsquellen für Al-Qaida genannt. Die saudische Regierung hat jegliche Verbindung zu den Anschlägen bestritten.


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