Eine Chance – oder ein Täuschungsmanöver?

Witkoff_ Ein Friedensplan für den Iran_

Laut US-Sondergesandtem Steve Witkoff strebt die Trump-Administration ein umfassendes Friedensabkommen mit Teheran an – samt wirtschaftlicher Öffnung und Reintegration des Iran in die »Gemeinschaft der Nationen«.

Laut US-Sondergesandtem Steve Witkoff strebt die Trump-Administration ein umfassendes Friedensabkommen mit Teheran an – samt wirtschaftlicher Öffnung und Reintegration des Iran in die »Gemeinschaft der Nationen«, so ZeroHedge.

Nur wenige Tage nach den verheerenden Luftangriffen auf iranische Nuklearanlagen und israelische Städte verkündet Donald Trump eine Waffenruhe – vermittelt von Washington. Das »Zwölf-Tage-Wunder« des ehemaligen und womöglich künftigen US-Präsidenten kommt überraschend. Und es bleibt nicht bei einem bloßen Waffenstillstand: Laut US-Sondergesandtem Steve Witkoff strebt die Trump-Administration ein umfassendes Friedensabkommen mit Teheran an – samt wirtschaftlicher Öffnung und Reintegration des Iran in die »Gemeinschaft der Nationen«, so ZeroHedge.

Trump will, wie Witkoff es formuliert, »Iran wieder auferstehen lassen« – wirtschaftlich, diplomatisch, politisch. Und das, obwohl das Mullah-Regime just zuvor Raketen auf israelische Städte abgefeuert und Uran angereichert hatte. Gegner Trumps sehen darin naiven Idealismus, manche sprechen gar von Appeasement. Doch hinter dem Vorstoß könnte eine bewährte Trump-Logik stehen: Deals statt Dauerkriege. Druck durch gezielte Militärschläge, dann Diplomatie unter klaren Bedingungen.

Der Realismus kehrt zurück – ausgerechnet mit Trump
Trumps Strategie erinnert an seine Nordkorea-Politik: Erst Konfrontation, dann Gespräch. Schon in seiner ersten Amtszeit machte er deutlich, dass er keinen Gefallen an ewigen Auslandseinsätzen oder »Nation Building« hat. Stattdessen: geopolitische Deals auf Augenhöhe – allerdings immer unter amerikanischen Vorzeichen.


Nun soll das alte Modell der Eskalation durch ein System strategischer Einbindung ersetzt werden. Ziel ist, so Witkoff, ein »wirtschaftlich aufblühender Iran«, der nicht länger als Brandherd, sondern als Partner in der Region agiert – freilich unter Aufsicht der USA und ihrer Alliierten vom Golf-Kooperationsrat.

Die Risiken: Wer verhandelt mit wem – und zu welchem Preis?
Doch wer ist der Verhandlungspartner auf iranischer Seite? Dieselben Ayatollahs, die den Westen seit Jahrzehnten verachten, Christen verfolgen und Israel von der Landkarte tilgen wollen? Kann man auf ein Regime bauen, das bis vor wenigen Tagen seine Nuklearanlagen unterirdisch versteckte?

Trump mag hoffen – aber Hoffnung ersetzt keine Strategie. Der Weg zum Frieden führt nicht über gute Absichten, sondern über klare Bedingungen: keine weiteren Anreicherungen, keine Proxies im Libanon oder Gaza, keine Drohungen gegen Israel.

Ein konstruktiver Vorschlag: Frieden mit Bedingungen – und Garantien
Wenn Trump den großen Wurf wagen will, muss er klare Leitplanken setzen:
• Verifikation vor Vertrauen: Internationale Inspektionen, uneingeschränkter Zugang zu Nuklearanlagen, Rückkehr zum Non-Proliferation-Treaty.
• Null-Toleranz gegen Stellvertreterkriege: Rückzug iranischer Milizen aus Syrien, Irak, Jemen und Gaza.
• Garantien für Israel und regionale Partner: Jede Annäherung an Teheran muss mit Sicherheitsgarantien für Jerusalem und Riad einhergehen.

Nur wenn Frieden nicht als Belohnung für Aggression, sondern als Ergebnis von Verhaltensänderung definiert wird, hat diese Initiative eine Chance. Alles andere wäre Selbsttäuschung – oder Wahlkampftaktik.

Fazit: Trump setzt erneut auf Diplomatie mit Druck. Das ist klüger als das Chaos der Biden-Administration – aber es braucht mehr als Ankündigungen. Es braucht Prinzipien, Konsequenz – und eine Allianz, die bereit ist, beides notfalls auch militärisch durchzusetzen.

Sven von Storch

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