»Kann ein Staat in die Durchführung öffentlicher Gottesdienste eingreifen, indem er beispielsweise entscheidet, ob, wie, wo und wann eine Liturgie gefeiert wird oder nicht? Die Frage ist nicht, ob er es tun kann: Er darf das nicht tun.«
Mit diesem Satz kritisiert Marco Respinti, Chefredakteur von iFamNews, die Corona-Maßnahmen, die viele europäische Länder für Weihnachten angedacht haben.
»Es ist nicht Aufgabe des Staates, keines Staates, die Religionsausübung zu regulieren. Täte er dies, würde er sich in Angelegenheiten einmischen, die nicht in seine Zuständigkeit fallen, er würde die Säkularität der res publica verletzen und das Grundrecht auf Religionsfreiheit, das wichtigste politische Menschenrecht seiner Bürger, untergraben. Wenn ein Staat dies täte, würde er, kurz gesagt, eine potenziell totalitäre Haltung einnehmen.« fügt Respinti hinzu.
»Gegenwärtig beherrscht das Thema Mitternachtsmesse an Weihnachten die Diskussion. Die mitten in der Nacht gefeierte Eucharistiefeier, die für Christen die heilige Nacht, sprich die ‚Weihnacht‘ Christi ist, die jenen Tag einleitet, der auf Englisch ‚Christmas‘ heißt und eine unzerstörbare Kraft hat – unmöglich durch den irritierenden Gruß ‚Season Greetings‘ [etwa ‚Frohe Ferien der Saison‘] auszutauschen – ist nicht bloß irgendein Brauch. […] Vor allem hat ein Staat kein Recht dazu, hier einzugreifen.«
»Heute heißt es, gesundheitliche Gründe seien ein wichtiger Grund und ausreichend für eine Ausnahmeregelung. Das ist nicht wahr.
Die christlichen Kirchen oder das, was davon übrig geblieben ist (denn das Christentum wird nicht aussterben, solange jemand dessen Ideale in seinem Herzen trägt), haben als Erste die neuen gesundheitlichen Hygienevorschriften der CoViD-19-Ära gewissenhaft eingehalten. Keiner von ihnen, keiner einzigen, kann Leichtfertigkeit oder Nachlässigkeit angelastet werden. Die Aussetzung der Christmette an Weihnachten mit dem Ansteckungsrisiko zu begründen, ist demnach nur ein Vorwand.
Glaubte ich an ein Komplott, würde ich daher sagen, die restriktiven Maßnahmen gegen die Durchführung von Gottesdiensten dienen dazu, Religion mittels ungebändigten Religionshasses zu unterdrücken. Aber da ich seit Jahren schreibe und wiederhole, dass Verschwörungstheorien ein geistiges Krebsgeschwür und Gift für den Verstand sind, stütze ich diese These ganz und gar nicht.« fügt er hinzu.
Die Aussetzung von Weihnachten sieht Respinti als eine Machtdemonstration des Staates – und fordert die Bürger auf, sich dagegen zu wehren.


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