In einem Interview mit einem Schweizer katholischen Medienunternehmen am 25. September verurteilte Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, die »Suizidkapsel«, die kürzlich das Leben einer 64-jährigen amerikanischen Frau beendete, die unter immunologischen Problemen litt. »Die Suizidkapsel ist gefährlich, da im Gegensatz zu anderen Organisationen für assistierten Suizid keine medizinische Beurteilung erforderlich ist«, sagte der Bischof und fügte hinzu, dass die Kapsel »Suizid zu einfach zugänglich macht«, so OVS News.
Anstatt ihr Leben zu nehmen, erklärte Gmür, dass er »die suizidale Person in die Palliativpflege geleitet hätte, die ein ganzheitliches Verständnis der Person hat und sie sowohl in ihrer klinischen als auch in ihrer psychosozialen und existenziellen Dimension betrachtet«.
»Verwandte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, um sicherzustellen, dass die verzweifelte Person sich nicht als Last empfindet und sich geliebt und unterstützt fühlt«, fuhr er fort. »Es ist wichtig, mit Verwandten und mit einem Seelsorger zu kommunizieren und herauszufinden, wo Hospize verfügbar sind und wie dort palliative und humane Pflege bereitgestellt wird.«
Obwohl Gmür sich gegen die »Suizidkapsel« ausgesprochen hat, hat er die Lehre der katholischen Kirche zu mehreren Themen, darunter »Frauenpriester« und Sexualität, in der Vergangenheit in Frage gestellt.
Die Bemerkungen von Gmür zur Suizidkapsel kommen, nachdem sie letzte Woche zum ersten Mal verwendet wurde, um das Leben einer 64-jährigen amerikanischen Frau zu beenden, die an einem geschwächten Immunsystem litt.
Die Schweiz erlaubt seit 1942 assistierten Suizid, wobei die Anforderungen besagen, dass die Person willentlich Suizid wählt und als »urteilsfähig« angesehen wird. Das umfassende Euthanasiegesetz des Landes hat es zu einem Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt gemacht, die ihr Leben beenden möchten. Allerdings scheint die Kapsel selbst für die Schweiz einen Schritt zu weit gegangen zu sein, da die örtliche Polizei nach dem ersten Opfer der Kapsel gerufen wurde.
Die Suizidkapsel, genannt Sarco, kurz für Sarkophag, wurde erstmals 2019 für assistierten Suizid in der Schweiz vorgestellt, war jedoch umstritten. Ihr Gründer, Philip Nitschke, der als »Dr. Death« bekannt ist, erklärte in einem kürzlichen Interview, wie die Kapsel funktioniert.
»Sobald eine Person in der Kapsel ist, wird sie gefragt, wer sie ist, wo sie sich befindet und ob sie weiß, was passiert, wenn sie den Knopf drückt«, erläuterte Nitschke. Der Tod in der Kapsel kann durch einen Knopf, eine Geste, Sprachsteuerung oder das Blinzeln aktiviert werden.
Die Todesfälle in der Kapsel werden gefilmt, und das Material wird einem Gerichtsmediziner übergeben.
Die Debatte um die Kapsel wirft grundlegende ethische Fragen über den assistierten Suizid und die Rolle von Technologie im Sterbeprozess auf, die auch in der politischen Arena zunehmend kontrovers diskutiert werden.


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