Martin Scorsese, gefeierter Regisseur und bekennender »Kulturkatholik«, kündigt an, dass sein nächster Film das Leben Jesu zeigen soll – basierend auf dem Buch des japanischen Autors Shūsaku Endō. Gedreht wird noch dieses Jahr, in nur 80 Minuten und in die Gegenwart verlegt. Er will sich, so sagt er, auf die »Kernlehren Jesu« konzentrieren – allerdings „ohne zu bekehren“. Schon in diesem Satz liegt die Bankrotterklärung eines Künstlers, der das Evangelium als ästhetische Inspiration, nicht als Wahrheit versteht, wie CNA Deutsch berichtet.
Ein Jesus ohne Kreuz – und ohne Kirche
Scorsese, geprägt von einer katholischen Kindheit, Priesterseminar und einer lebenslangen Faszination für religiöse Themen, will den »negativen Beigeschmack« organisierter Religion vermeiden. Mit anderen Worten: Er will Christus ohne Kirche, ohne Bekenntnis, ohne Anspruch zeigen. Dass das Evangelium aber immer auch eine Entscheidung fordert – Umkehr oder Ablehnung – wird damit bewusst ausgeblendet.
Das Ziel ist klar: ein »zeitloser« Film, der nicht an historische Realitäten gebunden ist, sondern in der Gegenwart spielt. Eine Jesus-Geschichte ohne Golgatha-Realismus, ohne den Skandal der Wahrheit, aber dafür mit maximaler Verträglichkeit für den säkularen Festivalbetrieb. Wer so erzählt, macht aus dem Gottessohn einen humanistischen Coach, dessen Botschaft sich beliebig deuten lässt.
Der Papst als Inspirationsquelle – aber nur halb
Scorsese sagt, er sei zu dem Projekt inspiriert worden, nachdem er Papst Franziskus getroffen habe. Doch statt den Appell des Papstes an Künstler ernst zu nehmen, das Evangelium kraftvoll in die Welt zu tragen, entschied er sich, den Auftrag zu entkernen. Aus dem Ruf zur Verkündigung wurde eine Einladung zum Relativismus.
Die Filmgeschichte kennt diese Linie: Schon »Die letzte Versuchung Christi« (1988) löste Skandale aus, weil sie den Sohn Gottes psychologisierte und in ein narratives Experiment verwandelte. Scorsese ist sich treu geblieben – in der Distanz zum Christus der Evangelien und in der Nähe zu einer kulturellen Projektion, die Jesus zu einer beliebigen Inspirationsfigur macht.
Zeit für einen echten Christus – nicht für eine Kunstfigur
Die Kirche braucht keine weitere weichgespülte Leinwand-Version ihres Herrn. Sie braucht mutige Künstler, die sich nicht fürchten, die göttliche Wahrheit zu zeigen – auch wenn sie aneckt. Scorseses Ansatz ist das Gegenteil: ein gefälliges, harmloses »Jesus-Porträt«, das niemanden herausfordert und damit niemanden verändert.
Wer die Botschaft Christi auf »Prinzipien« reduziert, nimmt ihr das Herz. Es wird Zeit, dass Christen in Kunst und Film wieder das zeigen, was Scorsese vermeidet: den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, der nicht nur inspiriert – sondern rettet.


Add new comment