Eine Untersuchung des Vatikans gegen einen der engsten Mitarbeiter von Papst Franziskus und den Rektor der Katholischen Universität von Honduras wegen angeblicher Misswirtschaft bei den Finanzen und dem Personal der Universität ist derzeit ins Stocken geraten, da der Vatikan auf weitere Informationen wartet, wie der Register erfahren hat, wie Edward Pentin auf National Catholic Register berichtet.
Der Papst ordnete die Untersuchung im vergangenen Jahr an, nachdem wiederholt Beschwerden gegen Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga von Tegucigalpa und den Rektor, Diakon Elio Alvarenga Amador, vorgebracht worden waren, nachdem diese versucht hatten, die Katholische Universität Unsere Liebe Frau, Königin des Friedens von Honduras aus dem Besitz der Kirche zu entfernen und sie in eine unabhängig geführte Nichtregierungsorganisation umzuwandeln.
Die kanonische Untersuchung unter der Leitung von Msgr. Guy-Réal Thivierge, einem französisch-kanadischen Berater des Dikasteriums für das katholische Bildungswesen, fand vom 29. Mai bis 5. Juni 2021 statt.
Während dieser Zeit befragte Msgr. Thivierge eine Reihe von Personen in Honduras, die mit der Universität in Verbindung stehen, darunter den Kardinal und den Rektor, um mehr über die Situation aus erster Hand zu erfahren. Da Msgr. Thivierge in seiner Zeit als Exekutivsekretär der Internationalen Föderation Katholischer Universitäten häufig in Honduras zu Besuch war, wurde er als geeigneter Beamter für die Leitung der kanonischen Untersuchung angesehen.
Offiziellen Angaben zufolge ist die Untersuchung jedoch ins Stocken geraten, und bis zum 30. November war der Vatikan nicht in der Lage, sowohl Kardinal Rodriguez Maradiaga als auch Diakon Alvarenga zu erreichen. Der Kardinal ist daraufhin am 1. Dezember zu einem zweiwöchigen Aufenthalt in Rom eingetroffen.
The Register fragte den Kardinal per E-Mail, ob er sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der Misswirtschaft und Korruption äußern würde, aber bis Redaktionsschluss hatte er nicht geantwortet.
Laut der spanischen katholischen Website InfoVaticana, die im Mai als erste über die Ermittlungen des Vatikans berichtete, entließ die Universität Anfang 2021 zahlreiche langjährige Mitarbeiter, um den Eigentumsübergang vorzubereiten - ohne Vorwarnung oder vorherige Untersuchung und mit Erlaubnis des Kardinals.


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