Der renommierte Psychologe übt vernichtende Kritik am »Pride«-Monat

Jordan Peterson_ Pride ist keine Tugend

Er argumentiert, dass Stolz, der traditionell als eine der Kardinalsünden gilt, von Natur aus ein negativer Charakterzug ist. Er steht für eine hartnäckige Weigerung, sich trotz nachgewiesener Fehler zu ändern, und grenzt oft an Narzissmus.

In einem Interview hat der renommierte Psychologe und Kulturkritiker Jordan Peterson kürzlich eine vernichtende Kritik am Pride Month geäußert, in der er die Grundlagen und Auswirkungen dieses weithin gefeierten Ereignisses in Frage stellt. Petersons Einsichten gehen auf die Nuancen des Stolzes als Konzept, die kontroversen Aspekte der LGBTQ+-Bewegung und die breiteren gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Phänomene ein.

Peterson stellt zunächst die Angemessenheit des Begriffs „Stolz“ im Zusammenhang mit dem Monat des Stolzes in Frage. Er argumentiert, dass Stolz, der traditionell als eine der Kardinalsünden gilt, von Natur aus ein negativer Charakterzug ist. Er steht für eine hartnäckige Weigerung, sich trotz nachgewiesener Fehler zu ändern, und grenzt oft an Narzissmus. Vor diesem Hintergrund erscheint das Feiern von Stolz, insbesondere in einem sexuellen Kontext, widersprüchlich und potenziell schädlich.

Eines der Hauptargumente Petersons ist die dem Sexualverhalten innewohnende Privatsphäre. Er behauptet, dass die Menschen als Spezies dazu neigen, ihr Sexualleben privat zu halten - eine Norm, der Pride-Veranstaltungen eklatant widersprechen. Er erkennt zwar das Recht an, seine Sexualität im Rahmen einvernehmlicher erwachsener Beziehungen zum Ausdruck zu bringen, betont aber, dass die Umwandlung sexuellen Verlangens in ein öffentliches Spektakel komplexe Identitäten auf bloße „Äußerungen der Unterwerfung unter instinktive Launen“ reduziert.

Peterson kritisiert vor allem das Konzept der LGBTQ+-Gemeinschaft, das seiner Meinung nach eine falsche Bezeichnung ist. Er verweist auf interne Konflikte, insbesondere zwischen der Transgender-Bewegung und der Homosexuellen-Gemeinschaft, und deutet an, dass der Drang nach geschlechtsangleichenden Behandlungen junge Menschen, die sich ansonsten als homosexuell identifizieren würden, unverhältnismäßig stark trifft. Dieser interne Zwiespalt untergräbt seiner Meinung nach die Vorstellung von einer zusammenhängenden Gemeinschaft.

In Anlehnung an G.K. Chestertons Metapher des Zauns warnt Peterson davor, etablierte Normen zu demontieren, ohne deren Zweck zu verstehen. Er weist darauf hin, dass die Pride-Bewegung rücksichtslos gesellschaftliche Zäune eingerissen hat, was unvorhergesehene und gefährliche Folgen nach sich zog. Die Zunahme dessen, was er als „Transgender-bejahende Schlächterei“ in der medizinischen Gemeinschaft bezeichnet, ist seiner Ansicht nach eine solche Gefahr, die von Gier angetrieben und von uninformierten Verbündeten unterstützt wird.

Peterson weist auf einen beunruhigenden Trend hin: die abnehmende Unterstützung für die Homo-Ehe. Er argumentiert, dass das unerbittliche Vorantreiben der LGBTQ+-Agenda eine Gegenreaktion hervorruft, die hart erkämpfte Rechte aushöhlen könnte. Diese Übertreibung, so meint er, birgt die Gefahr, dass die Fortschritte bei der Akzeptanz und Gleichstellung der Homosexuellen rückgängig gemacht werden.

Peterson ist besonders beunruhigt über die allgegenwärtige Präsenz von Pride in verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen, darunter Banken und Kirchen. Er hält es für absurd und unangemessen, dass sich Institutionen wie die Bank of Nova Scotia an politischen oder sexuellen Feiern beteiligen. Bei den Kirchen sieht er im Hissen von Stolzflaggen einen tiefen Widerspruch, da Stolz im Christentum als Kardinalsünde gilt.

Schließlich warnt Peterson davor, Toleranz als uneingeschränkte Tugend zu missverstehen. Er argumentiert, dass Toleranz zwar wichtig ist, sich aber nicht auf die Akzeptanz dessen erstrecken sollte, was er als Laster empfindet. Stolz zu zelebrieren ist seiner Ansicht nach gleichbedeutend mit der Billigung von Verhaltensweisen und Einstellungen, die grundsätzlich schädlich und fehlgeleitet sind.

Sven von Storch

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