Vor allem Kritiker der Segnungen von Homosexuellen

Franziskus gebraucht Strohmann-Argumente gegen Kritiker

Auf die Frage nach dem kontroversen Dokument sagte Papst Franziskus: »Niemand ist schockiert, wenn ich einem Unternehmer, der vielleicht Menschen ausbeutet, den Segen gebe, und das ist eine sehr schwere Sünde. Während sie empört sind, wenn ich es einem Homosexuellen gebe... Das ist Heuchelei! Das Herz des Dokuments ist die Willkommenskultur.«

Papst Franziskus hat in einem Interview mit dem wöchentlichen italienischen Journal »Credere«,, Kritikern zufolge »Strohmann«-Argumente vorgebracht, indem er erklärte, dass die Empörung über »Fiducia Supplicans« »Heuchelei« sei.

Der Papst äußerte sich zu verschiedenen Themen, darunter »Fiducia Supplicans«, Segnungen homosexueller Paare, die Rolle der Frauen in der Kirche und eine Kirche, die »nah« bei den Menschen ist.

Auf die Frage nach dem kontroversen Dokument sagte Papst Franziskus: »Niemand ist schockiert, wenn ich einem Unternehmer, der vielleicht Menschen ausbeutet, den Segen gebe, und das ist eine sehr schwere Sünde. Während sie empört sind, wenn ich es einem Homosexuellen gebe... Das ist Heuchelei! Das Herz des Dokuments ist die Willkommenskultur.«

Vor diesen Äußerungen sagte Franziskus laut vorab veröffentlichten Kommentaren von »Vatican News«: »Immer in Beichten, wenn diese Situationen auftauchen, homosexuelle Menschen, wiederverheiratete Menschen, bete und segne ich immer. Der Segen sollte niemandem verweigert werden. Jeder, jeder, jeder.«

»Sei vorsichtig«, fuhr er fort. »Ich spreche von Menschen: von denen, die fähig sind, die Taufe zu empfangen. Die ernsthaftesten Sünden sind diejenigen, die sich mit einem "engelhafteren" Aussehen verkleiden.«

Allerdings scheint die Antwort von Franziskus an »Credere« sowohl »Fiducia Supplicans« als auch die Opposition, die es erhalten hat, falsch darzustellen. In der Vorschau auf seine Antworten für die Presse präsentiert der Papst ein Szenario, in dem eine Einzelperson gesegnet wird, während »Fiducia Supplicans« ausdrücklich von der Segnung »von Paaren« spricht.

Seine Beschwerde wurde bereits von Geistlichen und Laienkommentatoren als ein »Strohmann«-Argument kritisiert, denn er verteidigte eine Form der Segnung - einer Einzelperson allein -, gegen die niemand Einspruch erhob.

Verfasst vom Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Victor Manuel Fernández, erklärt »Fiducia Supplicans« in Abschnitt 31, dass "im hier skizzierten Horizont die Möglichkeit von Segnungen für Paare in irregulären Situationen und gleichgeschlechtliche Paare" besteht.

Fernández erläuterte, dass solche Segnungen nicht Ehe imitieren oder damit verwechselt werden sollten. Er fügte hinzu, dass keine »gleichen moralischen Bedingungen für eine einfache Segnung erforderlich sind, wie sie für den Empfang der Sakramente gefordert werden.«

Der weit verbreiteten Opposition gegen »Fiducia Supplicans« hat sich in der gesamten Kirche auf der ganzen Welt ausgebreitet, da Geistliche aller Ränge sich weigerten, die im Text vorgeschlagenen Segnungen homosexueller Paare umzusetzen, die der Papst genehmigt hatte.

Sven von Storch

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