Der Papst setzt auf Beratung – aber nicht immer

Die Grenzen der Synodalität

Die katholische Kirche unterscheidet sich in ihrer Verfassung deutlich von modernen Demokratien und wird von Kritikern als eine Art absoluter Monarchie betrachtet. Ihr Souverän ist nicht das Volk, sondern Jesus Christus.

Der Theologe Helmut Hoping wirft auf Communio einen Blick auf die Grenzen der Synodalität in der katholischen Kirche, wie sie von Helmut Hoping aufgezeigt werden. Trotz der Betonung von Papst Franziskus auf synodale Prozesse und Beratungsorgane zeigt sich, dass der Papst manchmal wichtige Entscheidungen eigenmächtig und ohne vorherige Beratung trifft.

Die katholische Kirche unterscheidet sich in ihrer Verfassung deutlich von modernen Demokratien und wird von Kritikern als eine Art absoluter Monarchie betrachtet. Ihr Souverän ist nicht das Volk, sondern Jesus Christus. Die Kirche hat eine Verfassung sui generis, die weder Demokratie noch Monarchie ist. Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Rolle des Volkes Gottes gestärkt und die Kollegialität der Bischöfe betont.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird die katholische Kirche vermehrt mit Forderungen nach Demokratisierung konfrontiert, insbesondere im Rahmen des »Synodalen Weges« in Deutschland. Ein Synodalbeschluss fordert eine »Inkulturation der katholischen Kirche in die demokratisch geprägte freiheitlich-rechtsstaatliche Gesellschaft«.

Die Bischofssynode, als Beratungsorgan, hat unter Papst Franziskus einen neuen Charakter erhalten. Die Synode soll eine »wesenhaft bischöfliche Einrichtung« bleiben, aber nicht mehr »losgelöst von den übrigen Gläubigen«. Obwohl Laien in der Synode Stimmrecht haben, wird betont, dass sie kein Parlament ist. Franziskus warnt vor einer Gleichsetzung von kirchlicher Synodalität und einem parlamentarischen System.

Trotz der Betonung der Synodalität trifft Papst Franziskus in der Praxis wichtige Entscheidungen eigenmächtig und ohne vorherige Beratung. Dies zeigt sich insbesondere bei kontroversen Themen wie Zölibat, Frauenpriestertum und Homosexualität. Der Artikel betont, dass Franziskus die Bischofssynode nicht als Ort betrachtet, um Fragen der Lehre und Disziplin zu beraten. Es wird die Frage gestellt, wie ernsthaft der Papst die Synodalität verfolgt, wenn er wichtige Entscheidungen eher allein trifft als in Konsultation mit dem Bischofskollegium.

Sven von Storch

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