Am Wochenende wurde US-Präsident Joe Biden im Vatikan von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Franziskus solle – Bidens Aussage nach – ihm erlaubt haben, die Kommunion zu empfangen, was im Fall eines Politikers, der öffentlich für die Abtreibung ist, nach katholischer Lehre nicht möglich ist. Dazu veröffentlichte Erzbischof Carlo M. Viganò einen Brief mit Kommentar auf LifeSiteNews. Wir veröffentlichen den Brief in deutscher Übersetzung:
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Anlässlich des Besuchs im Vatikan am 29. Oktober haben die Presseagenturen die Nachricht verbreitet, dass Joe Biden über den Inhalt des Treffens berichtet und gesagt hat, dass Franziskus ihn »einen guten Katholiken« genannt und ihn eingeladen hat, »weiterhin die Kommunion zu empfangen«. Es ist beunruhigend, dass bis heute kein klärender Kommentar von der Pressestelle des Vatikans gekommen ist. Dies lässt uns vermuten, dass die Worte von Joe Biden der Wahrheit entsprechen und dass Bergoglio sie tatsächlich gesprochen hat.
Selbst wenn das, was Biden gesagt hat, vollkommen mit den maßlosen Sprüchen von Jorge Mario Bergoglio übereinstimmt – der einen berüchtigten radikalen Abtreibungsaktivisten einen »großen Italiener« genannt hat –, ist es offensichtlich, dass solche Äußerungen einen unerhörten Skandal darstellen, da sie es versäumen, die Positionen einer politischen Persönlichkeit zu verurteilen, die die Abtreibung unterstützt, die unveränderliche Position des Lehramtes der Kirche verleugnen und als unverhohlene Aufforderung erklingen, ein Sakrileg zu begehen und die heilige Eucharistie zu entweihen, indem man sie im Zustand der öffentlichen und offensichtlichen Sünde empfängt.
Jeder Katholik weiß, dass die Tötung eines wehrlosen Lebewesens im Mutterleib ein abscheuliches Verbrechen ist; und dass der größte Skandal für die Gläubigen nicht nur von Joe Biden als überzeugtem Befürworter der Abtreibung, sondern auch von Bergoglio selbst ausgeht, der als Oberhirte der Kirche anerkannt ist. Sein Zerstörungswerk kennt kein Halten vor dem erstaunten Schweigen der Kardinäle und Bischöfe.
Die sehr seltenen Ausnahmen von Hirten, denen die ihnen anvertrauten Seelen wirklich am Herzen liegen - das Beispiel Seiner Eminenz Kardinal Burke ragt unter anderen heraus – werden von der Mehrheit ihrer bischöflichen Brüder und vom Vatikan mit Feindseligkeit betrachtet, in einer beunruhigenden Untergrabung der Mission der Kirche Christi, die heute auf Klimawandel, integrativen Kapitalismus und Massenimpfungen reduziert wurde.
Bergoglio wurde kürzlich von dem von Lynn Forester de Rothschild geleiteten Rat für integrativen Kapitalismus als »moralischer Führer« anerkannt, und er ernannte Jeffrey David Sachs zum Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Sachs ist Präsident des Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen, ein Befürworter der Reduzierung der Weltbevölkerung und des Kampfes gegen den Klimawandel - das hat nichts mit der Mission des Papsttums zu tun und sollte die Prälaten der Kirche dazu veranlassen, sich ernsthaft zu fragen, ob Bergoglio geistig und moralisch für das Amt geeignet ist, das er innehat.
Ich fordere die Gläubigen auf, an dem von Pius XI. eingesetzten Fest zu Ehren des sozialen Königtums unseres Herrn Jesus Christus die göttliche Majestät anzuflehen, dass unter den vielen Gesellschaften, die von der gegenwärtigen Krise betroffen sind, die Kirche Christi die erste sein möge, in der Jesus Christus, der heute durch die Götzen der globalistischen Ideologie ersetzt wurde, zur Herrschaft zurückkehrt.
+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof
Sonntag, 31. Oktober 2021
Domini Nostri Jesu Christi Regis


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