Der Bericht, der am 29. Juni veröffentlicht wurde, beschreibt mehrere Fälle von Diskriminierung am Arbeitsplatz, die auf Geschlecht oder Rasse basieren, sowie sexuelle Belästigung und allgemein schlechtes Verhalten gegenüber Mitarbeitern auf den höchsten Ebenen der Organisationsleitung, wie der European Conservative berichtet.
Ein besonders gravierender Vorwurf betrifft Schwab selbst. Er soll angeblich seine Personalabteilung angewiesen haben, die meisten WEF-Mitarbeiter über 50 zu entlassen, um das Durchschnittsalter im Unternehmen zu senken. Eine weitere Anschuldigung betrifft eine junge Frau, die Schwab zur Leiterin von Initiativen für Start-ups beförderte, nur um sie zu verdrängen, als er erfuhr, dass sie schwanger war und nicht wie gewohnt weiterarbeiten konnte.
Der Bericht hebt auch hervor, dass die Agentur einen schlechten Ruf in Bezug auf ethnische und rassische Diskriminierung hatte, insbesondere gegenüber schwarzen Mitarbeitern, die bei Beförderungen oft übergangen wurden und in einigen Fällen von Vorgesetzten sogar mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert wurden.
Am schlimmsten traf es jedoch die Frauen, so der Bericht. Ehemalige Mitarbeiter berichteten, dass milde sexuelle Belästigung durch Führungskräfte keine Ausnahme, sondern die tägliche Norm beim WEF war, was dazu führte, dass viele Mitarbeiter sich vor der Arbeit fürchteten. Eine Mitarbeiterin schilderte:
"Es war erschreckend zu sehen, wie Kollegen sich aufgrund der ständigen Belästigungen von geselligen und fröhlichen Menschen zu zurückgezogenen, Blickkontakt vermeidenden Personen entwickelten, die jahrelang Albträume hatten."
Schwab selbst soll bekannt dafür gewesen sein, Frauen in seiner Umgebung durch unangemessene Kommentare unwohl zu machen. Neue Mitarbeiterinnen wurden oft von erfahreneren Kolleginnen gewarnt, was sie erwarten würde. Eine ehemalige Mitarbeiterin berichtete, dass Schwab ihr einmal sagte, sie solle abnehmen.
Eine andere frühere Mitarbeiterin beschrieb eine besonders demütigende Situation in den 2000er Jahren in Genf, als Schwab sein Bein auf ihren Schreibtisch stellte, sein Schritt in ihrem Gesicht und sagte, er wünschte, sie wäre Hawaiianerin, damit er sie in einem hawaiianischen Kostüm sehen könnte.
Das WEF, ein großer Verfechter von Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionsrichtlinien in der politischen und Unternehmenswelt, hat die Vorwürfe bestritten. Zur genannten Geschichte meinte die Organisation, dass dies nicht passiert sein könne, da Schwab nicht einmal wisse, was ein hawaiianisches Kostüm sei.
Diese Enthüllungen werfen ein düsteres Licht auf die Arbeitskultur beim WEF und stellen die Glaubwürdigkeit einer Organisation in Frage, die sich als Vorreiter für Vielfalt und Inklusion darstellt. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen diese Vorwürfe für Schwab und das WEF haben werden.


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