Erst 33.000 Personen angemeldet

Papstbesuch in Slowakei droht wegen Impf-Bedingung abgesagt zu werden

Nach heftiger Kritik gegen die katholische Kirche in der Slowakei wegen Impfvoraussetzung für Papstbesuch-Teilnehmer, steht die Reise jetzt auf dem Spiel.

Die Slowaken lassen nicht mit sich spaßen: Da der Vatikan eine Impfvoraussetzung für den Papstbesuch angekündigt hatten, fielen die Anmeldungszahlen in den Keller. Jetzt steht sogar in Frage, ob der Papst überhaupt reisen wird.

Wie kath.net berichtet haben die Bischöfe der Slowakei einen Hirtenbrief an die Katholiken geschrieben, in dem sie mit Nachdruck um die Teilnahme beim Papstbesuch vom 12. Bis 15. September bitten. Bis zum 25. August hatten sich insgesamt nur 33.000 Personen registrieren lassen. Eine winzige Zahl, wenn man es mit Papst Johannes Pauls II. Besuch im September 2003 vergleicht. Die Slowakei hat insgesamt 3,3 Mio. Katholiken. Der katholische Glaube wird von 62% der Bevölkerung geteilt.

In einem Interview der slowakischen Presseagentur TASR übte der prominente Publizist Juraj Hrabko Kritik an Regierung und Organisatoren. Er nannte die Situation eine »Blamage« und forderte, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werden sollte, nur Geimpfte zur Papstmessen zuzulassen. Es sei »an sich unvorstellbar, dass die Besuchsquote des Papstes an drei Tagen in der Slowakei niedriger sein könnte als in drei Stunden in Ungarn«. Angesichts des »Gesundheitszustandes des Papstes und der schwer abzuschätzenden Entwicklung der Epidemie« sei »im heutigen Stadium sogar eine Absage der Visite zum aktuellen Termin nicht völlig auszuschließen.«

Papst Franziskus könnte also seine Krankheit als Grund vorschieben, den Besuch abzusagen, obwohl der eigentliche Grund die »Blamage« der fehlenden Teilnehmer ist.

»Ein Problem hätten auch Eltern mit Kindern, die noch nicht geimpft werden können: Seien diese jünger als zwölf Jahre, seien für die Familien eigene Sektoren vorgesehen, seien sie älter, müssten sie zu Hause bleiben. Dies wiederum stelle für aus dem Osten nach Bratislava kommende Katholiken ein Problem dar, weil für zu Hause zurückgelassene Kinder keine Aufsichtspersonen vorhanden seien. Bei den Papstbegegnungen mit Roma und mit Jugendlichen in der Ostslowakei wiederum fühlten sich Außenstehende nicht angesprochen, sodass als einziger "nicht kategorisierter" Ort gerade das am schwersten zu erreichende Sastin übrigbleibt,« so kath.net.

 

Sven von Storch

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