Papst Franziskus hat das römische Gemelli-Krankenhaus am 23. März nach über fünf Wochen verlassen. Wie Vatican News berichtet, ist er inzwischen in seine Residenz Casa Santa Marta zurückgekehrt, wo er sich weiterhin einer intensiven medizinischen Nachsorge unterzieht – darunter Atem- und Bewegungstherapie sowie Sauerstoffzufuhr über Nasalkanülen. Zwar konnte er bei seiner Entlassung den versammelten Gläubigen vom Balkon des Krankenhauses noch ein schwaches »Dankeschön« zurufen, doch die Stimme ist weiterhin geschwächt, das Gehvermögen reduziert, und von einem vollen Arbeitseinsatz ist der Pontifex weit entfernt.
Die behandelnden Ärzte sprechen von einer nötigen Ruhephase von mindestens zwei Monaten. Die ursprünglich für den 8. April geplante Audienz mit König Charles III. wurde laut Vatican News abgesagt bzw. ist derzeit »nicht terminiert«. Auch die Generalaudienzen finden weiterhin nicht statt. Die Botschaft des Papstes wird stattdessen in schriftlicher Form veröffentlicht.
Eine Rückkehr zur vollen Amtsausübung ist derzeit nicht absehbar. Der Papst nimmt keine offiziellen Besucher entgegen und wird weiterhin rund um die Uhr medizinisch betreut. Die schwerste Phase seiner Erkrankung sei zwar überwunden, doch laut Chefarzt Sergio Alfieri habe es mindestens zwei kritische Momente gegeben, in denen das Leben des Papstes ernsthaft auf dem Spiel stand.
Papst Franziskus selbst soll – so Alfieri – in diese Entscheidungen eingebunden gewesen sein und ausdrücklich darum gebeten haben, »die Wahrheit über seinen Zustand« öffentlich zu machen. Dies ist nicht selbstverständlich in einem Vatikan, der sich oft in diskreter Verschwiegenheit übt.
Was bleibt, ist ein schwacher, aber kämpferischer Papst, der betont, dass jedes Leiden auch ein Zeugnis sein könne. Doch ebenso bleibt die ernste Frage im Raum, ob die Kirche nicht längst auf einen unausweichlichen Wendepunkt zusteuert. Denn mit einem sichtbar geschwächten Papst, dessen Gesundheit weiter fragil bleibt, wächst das Vakuum an der Spitze der katholischen Weltgemeinschaft – und mit ihm die Spekulationen über die Zeit danach.


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