Die »Bilderberger« sind mit voller Wucht zurück. Nach einer pandemischen Pause von zwei Jahren wird der globale Elitegipfel in einem sicherheitsüberfluteten Hotel in Washington DC wiederbelebt, mit einer hochkarätigen Gästeliste, die die Chefs der NATO, der CIA, des GCHQ, des Nationalen Sicherheitsrats der USA, zwei europäische Premierminister, eine gesunde Portion Tech-Milliardäre und Henry Kissinger umfasst, wie The Guardian berichtet.
Seit 70 Jahren schon tagen die Bilderberger und gelten als geheimstes Treffen der Welt. Die Washingtoner Konferenz, ein hochrangiger Kriegsrat, wird von Jens Stoltenberg, dem Generalsekretär der NATO, geleitet.
Im Jahr 2019, als die Bilderberger das letzte Mal zusammenkamen, begann die Konferenz mit den Themen »Eine stabile strategische Ordnung« und »Was kommt als nächstes für Europa?« In diesem Jahr jedoch riecht die Agenda nach Chaos und Krise. Ganz oben auf dem Programm steht der furchterregende Punkt »Globale Neuordnungen«, gefolgt von »Herausforderungen für die NATO«, deren größte offensichtlich die Ukraine ist.
Die Konferenz in Washington ist ein hochrangiger Kriegsrat, an dessen Spitze der NATO-Generalsekretär, Bilderberg-Veteran Jens Stoltenberg, steht. Zu ihm gesellen sich im Luxushotel Mandarin Oriental die ukrainische Botschafterin in den USA, Oksana Markarova, und der Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, dem staatlichen ukrainischen Öl- und Gasunternehmen.
Auf dem Gipfel tummeln sich zahlreiche Russland- und Ukraine-Experten, darunter die stellvertretende Verteidigungsministerin für internationale Sicherheitsfragen, Celeste Wallander, und die ehemalige stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin Nadia Schadlow, die einen Sitz im elitären Lenkungsausschuss der Bilderberger hat.
Der Konferenzraum ist mit Videobildschirmen ausgestattet, damit schüchterne »Würdenträger« virtuell teilnehmen können, und es ist sehr wahrscheinlich, dass der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskiy für einen Beitrag im T-Shirt zu den Gesprächen heranzoomen wird. Nur wenige Tage zuvor traf sich Zelenskiy mit einem Bilderberger und dem US-Geheimdienstvertreter Alex Karp, der Palantir leitet, das berüchtigte, von der CIA finanzierte Überwachungs- und Datenanalyseunternehmen.
Viele betrachten es als ein älteres, weniger auffälliges Davos, das jährlich vom Weltwirtschaftsfonds veranstaltet wird. Die beiden Veranstaltungen haben einiges gemeinsam: Drei WEF-Treuhänder nahmen an der diesjährigen Konferenz teil, und Klaus Schwab, der grausame Kopf von Davos, ist ein ehemaliges Mitglied des Bilderberg-Lenkungsausschusses. Sein »Great Reset« steht im Mittelpunkt der Washingtoner Konferenz, wobei die »Störung des globalen Finanzsystems« im Mittelpunkt der Tagesordnung steht.
Die Konferenz beunruhigt einige Ethiker, da die Politiker mit den Vorstandsvorsitzenden der Ölgiganten BP, Shell und Total ein Gespräch über »Energiesicherheit und Nachhaltigkeit« führen. Ein weiteres Thema ist die »Post-Pandemie-Gesundheit« mit den CEOs von Pfizer und GlaxoSmithKline, die tagelang mit Wall-Street-Investoren und ohne die Aufmerksamkeit der Presse eingeschlossen sind.
Und natürlich wird Klaus Schwabs Mentor, Henry Kissinger, an der Hotelbar den Hof halten. Unglaublich, aber Kissinger, 99, nimmt seit 1957 an den Bilderbergs teil.
Der Fürst der Realpolitik ist der ideologische Pate der Bilderberger, solange man sich erinnern kann. Kürzlich hat er zusammen mit dem Mitglied des Bilderberg-Lenkungsausschusses Eric Schmidt, dem ehemaligen Google-Chef, ein Buch mit dem Titel The Age of AI (Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz) geschrieben, und die diesjährige Konferenz in Washington ist mit Koryphäen der künstlichen Intelligenz überfüllt, von Yann LeCun von Facebook bis Demis Hassabis von DeepMind.


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