Apple galt lange als sparsam und technologiepolitisch zurückhaltend – doch diese Phase scheint vorbei. CEO Tim Cook kündigte am Donnerstag an, dass der Konzern bereit sei, weit mehr in künstliche Intelligenz zu investieren, als bislang. Neben dem Ausbau eigener Datenzentren steht nun auch der Kauf größerer Unternehmen im Raum – ein Kurswechsel mit Signalwirkung. Das berichtet Newsmax.
Milliardenrennen gegen Microsoft und Google
Denn während Google über 85 Milliarden und Microsoft über 100 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur stecken, hinkt Apple in Sachen KI-Assistenten und Chatbots deutlich hinterher. Zwar kooperiert der Konzern mit OpenAI, doch Siri bleibt technologisch weit abgeschlagen. Eigene Fortschritte wurden kürzlich auf das nächste Jahr verschoben.
»Wir sind offen für Übernahmen, wenn sie unsere Roadmap beschleunigen«, sagte Cook – und ließ durchblicken, dass auch größere Deals denkbar sind. Bisher lag Apples Rekord bei drei Milliarden Dollar für Beats Electronics (2014). Doch nun könnte es deutlich mehr werden.
Druck durch Google-Klage und neue Konkurrenz
Die Zeit drängt: Sollte Apple die milliardenschweren Suchmaschinen-Zahlungen von Google durch ein US-Gericht verlieren, droht ein massiver Einnahmeverlust. Startups wie Perplexity bringen sich derweil mit KI-gestützten Browsern für eine mögliche Nachfolge in Stellung. Bloomberg berichtet, dass Apple bereits über eine Übernahme von Perplexity nachdenkt.
Parallel will Apple die Investitionen in Rechenzentren steigern – bislang ein eher vernachlässigter Bereich. CFO Kevan Parekh kündigte zwar keine »exponentiellen«, aber »substanziell« steigende Ausgaben an. Der Grund: KI.
Spät, aber mit Macht greift Apple in den KI-Wettlauf ein – ob das reicht, um den Anschluss an die Konkurrenz noch zu schaffen, bleibt offen. Doch die Richtung ist klar: Jetzt wird nicht mehr gespart, sondern aufgerüstet.


Add new comment