Kaum ist das erste Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump vergangen, richten sich die Blicke bereits auf 2026 und 2028. Eine neue nationale I&I/TIPP-Umfrage (1.126 registrierte Wähler, 27.–29. Januar, Fehlertoleranz ±3,1 Prozentpunkte) zeigt: Viele Amerikaner haben sich innerlich längst positioniert.
Die spannendste Erkenntnis: Das Land ist nicht apathisch – es ist strategisch.
Republikaner geschlossen, Demokraten ideologisch verschoben
Für 2028 kristallisieren sich erwartbare Namen heraus. Bei den Demokraten führt Kamala Harris mit 38 Prozent unter den Vorwahlwählern, deutlich vor Gavin Newsom (13 Prozent), Pete Buttigieg (5 Prozent) und Josh Shapiro (4 Prozent). Bemerkenswert sind jedoch 17 Prozent „Unentschlossene“.
Auf republikanischer Seite liegt Vizepräsident J.D. Vance mit 43 Prozent klar vorne, gefolgt von Donald Trump Jr. mit 18 Prozent. Ron DeSantis und Marco Rubio kommen jeweils auf 5 Prozent. Auch hier: 15 Prozent sind noch unschlüssig.
Die Zahlen zeigen vor allem eines: Name Recognition dominiert früh – aber ideologische Klarheit ebenfalls. Während die Republikaner ein klares Profil um Vance herum entwickeln, wirkt das demokratische Feld fragmentierter.
Noch brisanter sind die strukturellen Daten. Laut Umfrage nennen sich inzwischen 21 Prozent der Demokraten „sehr liberal“ – 1999 waren es nur 5 Prozent. Der konservative Flügel der Demokraten ist von 26 Prozent auf 8 Prozent geschrumpft. 33 Prozent aller Demokraten und sogar 42 Prozent der unter 35-Jährigen bezeichnen sich als „Democratic Socialists“.
Das ist keine Randnotiz. Das ist eine tektonische Verschiebung.
Midterms 2026: Die Mitte entscheidet
Bei der Frage nach der Kontrolle des Kongresses 2026 liegen die Demokraten knapp vorn: 45 Prozent wünschen sich demokratische Kontrolle, 42 Prozent republikanische. 12 Prozent sind unentschieden.
Doch der entscheidende Faktor sind die Unabhängigen: 37 Prozent tendieren zu den Demokraten, 32 Prozent zu den Republikanern – aber 31 Prozent haben sich noch nicht festgelegt.
Hier entscheidet sich alles.
Interessant ist zudem die Altersstruktur. Junge Wähler (18–24) neigen klar zu den Demokraten (50 Prozent zu 22 Prozent). Doch die Wahlbeteiligung spricht eine andere Sprache: 2024 lag sie bei den über 65-Jährigen bei fast 75 Prozent, bei den 18–24-Jährigen nur bei 47 Prozent.
Ältere Wähler bevorzugen eher die Republikaner (42 Prozent zu 32 Prozent bei Demokraten). Auch höhere Einkommen und weiße Wähler tendieren stärker zur GOP – Gruppen mit traditionell höherer Wahlbeteiligung.
Turnout schlägt Stimmung.
SAVE Act und das Misstrauen der Wähler
Eine weitere Variable ist der SAVE Act, der Nachweis der Staatsbürgerschaft zur Wählerregistrierung und strengere Ausweisregeln vorsieht. Das Gesetz hat das Repräsentantenhaus knapp passiert (218–213) und wartet nun auf den Senat.
Befürworter sehen darin eine Sicherung demokratischer Integrität. Gegner warnen vor Hürden. Klar ist: Wahlrecht und Wahlvertrauen werden zu zentralen Themen der Mobilisierung.
Amerika ist moderat – nicht links
Die wohl folgenreichste Zahl der Umfrage: 43 Prozent der Wähler bezeichnen sich als moderat, 18 Prozent als konservativ, nur 16 Prozent als liberal.
Amerika ist kein linkes Mehrheitsland.
Wenn sich die Demokratische Partei weiter in Richtung sozialistischer Rhetorik bewegt, könnte sie genau jene moderate Mitte verlieren, die sie 2026 dringend braucht. Die Republikaner wiederum müssen beweisen, dass sie nicht nur mobilisieren, sondern auch integrieren können.
Die kommenden Jahre werden nicht nur über Machtverhältnisse entscheiden, sondern über die ideologische Verortung der Vereinigten Staaten.
Die Umfrage zeigt: Die Wähler beobachten genau. Und sie warten ab.
2026 wird nicht durch Schlagzeilen entschieden, sondern durch Vertrauen – und durch die Frage, wer die politische Mitte ernst nimmt.


Kommentare
... „Eine aktuelle Umfrage…
... „Eine aktuelle Umfrage unter 1.126 registrierten Wählern offenbart klare Trends für die Präsidentschaft 2028 und die Midterms 2026. Doch hinter Prozentzahlen verbirgt sich ein tieferer Konflikt um Identität, Ideologie und politische Bodenhaftung.“ ...
Ja mei: Das Phänomen Trump: Was lehrte uns schon die vergange US-Wahl?https://www.youtube.com/watch?v=cCf-lY2Asso
Allerdings: Werden die kommenden Midterm Elections nun zeigen, dass auch US-Volk es leid ist, mit ansehen zu müssen, wie die freie Marktwirtschaft zum Teufel gejagt wird??? https://www.google.com/search?q=wie+sanktionen+die+freie+marktwirtschaft+zu+teufel+jagen&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=wie+sanktionen+die+freie+marktwirtschaft+zu+teufel+jagen&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBgg…
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