Die Verweigerung des Zugangs zur Grabeskirche ist unerhörter Präzedenzfall

Wollte israelische Regierung das traditionelle Osterfest in Jerusalem verhindern?

Was wie eine administrative Entscheidung erscheint, offenbart eine tiefere Krise: Selbst an den heiligsten Orten der Christenheit ist die freie Religionsausübung nicht mehr selbstverständlich.

Bild: Marinella Bandini/CNA / EWTN


Am Palmsonntag, einem der zentralen Tage im christlichen Kalender, geschah in Jerusalem etwas, das man noch vor wenigen Jahren für undenkbar gehalten hätte: Dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, wurde der Zugang zur Grabeskirche verwehrt.

Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, griff die israelische Polizei ein und hinderte die kirchliche Führung daran, die Palmsonntagsliturgie an einem der heiligsten Orte der Christenheit zu feiern.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani reagierte ungewöhnlich scharf. Er sprach von einem „inakzeptablen“ Vorgang und ließ den israelischen Botschafter einbestellen. Seine Worte sind klar: Religionsfreiheit sei unter allen Umständen zu schützen – gerade an einem Ort wie Jerusalem.

Ein Tabubruch im Heiligen Land

Die Grabeskirche ist kein gewöhnlicher Ort. Sie ist das Zentrum der christlichen Erinnerung, der Ort von Kreuzigung und Auferstehung. Dass ausgerechnet dort kirchlichen Würdenträgern der Zutritt verweigert wird, ist mehr als ein sicherheitspolitischer Zwischenfall.

Es ist ein Tabubruch.

Denn hier wird eine Grenze überschritten: Die Grenze zwischen staatlicher Ordnung und religiöser Souveränität. Wenn selbst der Patriarch von Jerusalem nicht mehr frei an diesem Ort handeln kann, stellt sich die Frage, wer tatsächlich über die religiöse Praxis entscheidet.

Die Antwort fällt zunehmend ernüchternd aus.

Religionsfreiheit unter Vorbehalt

Offiziell lassen sich solche Maßnahmen mit Sicherheitsüberlegungen begründen. Jerusalem ist ein Spannungsraum, geprägt von politischen und religiösen Konflikten. Entscheidungen werden oft unter dem Druck möglicher Eskalationen getroffen.

Doch genau darin liegt das Problem.

Wenn Religionsfreiheit immer wieder unter den Vorbehalt politischer Opportunität gestellt wird, verliert sie ihren Charakter als Grundrecht. Sie wird zu einer Größe, die gewährt oder entzogen werden kann – je nach Lage, je nach Einschätzung, je nach Machtverhältnissen.

Das ist kein stabiler Zustand. Es ist ein schleichender Wandel.

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Besonders alarmierend ist, dass dieser Vorfall nicht isoliert betrachtet werden kann. Er fügt sich ein in eine Reihe von Entwicklungen, in denen religiöse Praxis zunehmend reguliert, eingeschränkt oder instrumentalisiert wird.

Heute trifft es den Patriarchen. Morgen könnten es Pilger sein. Oder einfache Gläubige, die keinen diplomatischen Schutz genießen.

Der Präzedenzfall ist geschaffen.

Und Präzedenzfälle wirken.

Die Stimme Europas – und ihr Gewicht

Dass Italien diplomatisch reagiert, ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass solche Eingriffe nicht einfach hingenommen werden. Doch zugleich stellt sich die Frage, wie nachhaltig dieser Protest ist.

Wird er Konsequenzen haben? Oder bleibt er ein einmaliger Ausdruck von Empörung?

Europa betont gerne seine Werte: Freiheit, Würde, Religionsausübung. Doch diese Werte müssen sich gerade dort bewähren, wo sie unter Druck geraten. Sonst bleiben sie leere Formeln.

Die Ereignisse in Jerusalem fordern eine klare Antwort.

Palmsonntag ohne Zugang

Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Christi in Jerusalem – an Hoffnung, an Erwartung, an die Nähe Gottes in der Geschichte. Dass ausgerechnet an diesem Tag der Zugang zu einem der zentralen Orte des Glaubens blockiert wird, hat eine symbolische Kraft, die über den Einzelfall hinausgeht.

Es zeigt, wie fragil religiöse Praxis geworden ist.

Und es stellt eine unbequeme Frage: In welcher Welt leben wir, wenn selbst die Feier der zentralen Geheimnisse des Glaubens nicht mehr selbstverständlich möglich ist?

Wenn die Tore der Grabeskirche verschlossen werden können – dann ist nicht nur ein Gebäude betroffen.

Dann ist etwas Grundsätzliches ins Wanken geraten.

 

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

30.03.2026 | 10:49

... „Die Grabeskirche ist kein gewöhnlicher Ort. Sie ist das Zentrum der christlichen Erinnerung, der Ort von Kreuzigung und Auferstehung. Dass ausgerechnet dort kirchlichen Würdenträgern der Zutritt verweigert wird, ist mehr als ein sicherheitspolitischer Zwischenfall.“ ...

Tatsächlich???

Ja mei: „Die "tiefe Schlucht" zwischen Christen und Juden ist ein historisch gewachsener, komplexer Zustand, der aus theologischen Differenzen, jahrhundertelanger Diskriminierung und der Frage nach den gemeinsamen Wurzeln besteht. Obwohl das Christentum aus dem Judentum hervorging, trennten sich die Wege früh, was zu einer Geschichte von Ausgrenzung und Verfolgung führte, die erst in der jüngeren Geschichte aufgearbeitet wird“!!! ... 

https://www.google.com/search?q=die+tiefe+schlucht+zwischen+chisten+und+juden&sca_esv=eafbc91c2287ff45&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&ei=4TbKaeSYHY_E9u8P8bG80Ac&biw=1024&bih=441&ved=0ahUKEwikjajfnMeTAxUP…

Dieser Artikel ist mangelhaft recherchiert. Die israelische Polizei hat z.B. aus Sicherheitsgründen auch eine Demonstration in Tel Aviv - von Israelis! - aufgelöst. Die Schreiber des Artikels haben offensichtlich nicht verstanden, dass es nicht nur um (die dort üblichen) "Spannungen" und "Konflikte" geht, sondern dass Krieg ist und jeder innerhalb kürzester Zeit einen Schutzraum erreichen können muss, da der Raketenbeschuss von Iran, Libanon und Jemen andauert.

Es bleibt dabei: Israel ist der eine Staat im Nahen Osten, der tatsächlich die Religionsfreiheit garantiert. Ihn jetzt wegen solcher Sicherheitsmassnahmen in so grundsätzlicher Weise anzugehen, ist völlig deplatziert.

Zitat: Die Verweigerung des Zugangs zur Grabeskirche für Kardinal Pizzaballa markiert einen beunruhigenden Präzedenzfall im Heiligen Land ..? ! ??.....  . . . . echt ? 

Die "Heiligkeit " ist durch den goldigen Osterschein  des  Lindthasen,der einfach zu teuer wurde leicht überfordert ! Der Geheimschlüssel für das Grabmal  hat seinen Glanz verloren ,schließlich ist nicht alles Gold was glänzt ,selbst wenn das Halsglöckchen vom Himmel läutet ! 

Das musste nun der Kardinalfall vom Pizzaballa am eigenen Leib erfahren ! Steht vielleicht seine heiligste Kirche mit einem Fall von Pizzagate in Verbindung ? Allein die Ähnlichkeiten über Italienische Pizzakünste drängen manche Zeugenaussagen ins absolute Balla balla .!!

 Und nun das noch !                                                                                                                                     Die israelische Poli-zei ,welche galanten Netanjahus gern verzeiht ,obwohl dieser auf der scheinheiligsten Liste des  Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) steht ,haben das akkut gefährdete Ideologiesystem (Finanzumweltschmutz ) eines wahnsinnigen Klimas ,übernommen ! Das Heilige Land kann sich vor Raketenjubel nicht retten und überall wird gefeiert ,äm gefeuert !   Da rauchts im Weltenklima der besten Religionsideologien und Börsenspekulanten ! Die Palmen  müssen unbedingt gerettet werden und sei es nur am Sonntag ,wo doch immer gesabbat wurde ! 

Wir stehen dafür schon an den Zapfsäulen an und wer kein E-Auto fährt kann den Zapfhahn mit Weizen genießen ,der wegen des Düngermangels  auch dünner wird ! Eine Schlagzeile nach der anderen ,die uns ,und vor allem Politiker erschlägt ! Entweder war es Putin oder die böse AFD ?      Das berichten zumindest die Haljalulas des Zentrums der Finsternis (ZDF),und selbst ARD sitzt in der allerletzten Schlemmer-Reihe !

Wenn selbst die Pizza eines Kardinals kalt wird ,kann  einen das schon auf die Palme bringen und das ohne rechte Bedienung von Messdienern !

Geht es so weiter ,werden bestimmt alle noch ballaballa ,das sehen wir bereits an unseren Politikern .Doch keine Angst : Es kann sicher noch schlimmer werden ,wenn WAHLE n wieder auf Grund -eis laufen und Briefwähler ihre Briefmarken vergessen haben ! Ach ja ,ob die Post nicht gerade streikt ? Wer weiß denn sowas ? Immerhin ist der Zug wohl abgefahren und Familien werden nun auch gesplittert ? Also alles Digital in der Talsohle ,Hauptsache das Profil im Merz klingt griffig !Ab in den April ,doch der weiß noch nicht was er will .

Man sollte die Religionen verbieten wenn sie politisch mißbraucht bzw. sich politisch betätigen. Ich glaube die einzigste Religion die dieses nicht tut ist der Buddhismus, also alle anderen haben kein Recht sich Religion zu nennen bzw. ihren Glauben zu vertreten der pol. Instrumentalisiert wird mit sehr viel Steuergeld durch die korrupte Politik.

Else Schrammen

30.03.2026 | 14:41

Der Bericht grenzt schon an Polemik. Nachdem in der Jerusalemer Altstat nahe der Grabeskirche eine irenische Rakete/Drohne eingeschlagen war. hat die Polizei im Einvernehmen mit der Verwaltung Versammlungen und der Zutritt zu öffentlichen Gebäuden - dazu gehört auch die Grabeskirche - verboten, und zwar aus Sicherheitsgründen und nicht, weil sie Religionsangehörige ärgern will. Karwoche/Ostern hin oder her, auch ein Kardinal hat sich an die Vorschriften zu halten. Die laute "Empörung" über die Israelis mal wieder, ist vollkommen fehl am Platz. Da sollte sich Deutschlan - in Form von einem Laschet - doch bitte mal zurückhalten! 

 

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