Angesichts der Kontroverse, die das Arbeitsdokument für die nächste Phase der mehrjährigen Synode über die Synodalität ausgelöst hat, sind Fragen darüber aufgetaucht, wer es vorbereitet hat und wie es zustande gekommen ist.
Das 45-seitige Dokument für die kontinentale Phase (DCS), das am 28. Oktober veröffentlicht wurde, versucht, die Diskussionen mit den Laien, Geistlichen und Ordensleuten zusammenzufassen, die an der ersten Phase des Zuhörens und Unterscheidens der Synode teilgenommen haben, und soll die Grundlage für die Arbeit an der zweiten - oder kontinentalen - Phase bilden, die bis zum nächsten Frühjahr läuft, wie Edward Pentin für National Catholic Register berichtet.
Ein Großteil des Dokuments, das offiziell den Titel Vergrößert den Raum eures Zeltes (Jesaja 54,2) trägt, konzentriert sich auf das Zuhören als Offenheit für die Aufnahme, die, wie es heißt, aus dem Wunsch nach radikaler Einbeziehungerwachsen sollte. Die Formulierung »niemand ist ausgeschlossen« wird in dem Text oft erwähnt.
Der Text enthält jedoch kontroverse Aufforderungen zur Umwandlung von kirchlichen Strukturen und Inhalten, die vom Lehramt der Kirche abweichen, und legt den Schwerpunkt auf die Aufnahme von Gruppen, die sich von der Kirche ausgeschlossen fühlen, wie z. B. Geschiedene und zivil Wiederverheiratete, LGBT-Personen und sogar Menschen, die in polygamen Ehen leben, ohne eine klare Erwähnung der Änderung des Lebens.
Infolgedessen hat das Dokument einige scharfe Kritik erfahren. In einem scharfen Kommentar sagte Weihbischof Robert Mutsaerts von 's-Hertogenbosch in den Niederlanden, er glaube, dass der Anhörungsprozess der Synode zu einem Dokument geführt habe, das als »Megaphon für nicht-katholische Ansichten« fungiere und dass der Prozess eher einem »soziologischen Experiment« als dem Auftrag der Kirche zur Verkündigung der Wahrheit gleiche.
Für Bischof Mutsaerts hat der Prozess »ein wenig zu vielen Verteidigern der Homo-Ehe Raum gegeben, Leuten, die Abtreibung nicht wirklich für ein Problem halten und sich nie wirklich als Verteidiger des reichen Glaubensbekenntnisses der Kirche zeigen, sondern vor allem von ihrer säkularen Umgebung gemocht werden wollen.«
»Eines ist für mich klar«, sagte er. »Gott ist in diesem erbärmlichen Synodenprozess nicht im Spiel. Der Heilige Geist hat absolut nichts damit zu tun.«
Die Journalistin und Autorin Luisella Scrosati schrieb in der italienischen katholischen Tageszeitung La Nuova Bussola Quotidiana, dass diejenigen, deren Ansichten sich größtenteils in dem Dokument widerspiegeln, »nicht durch die Verkündigung des Evangeliums erreicht wurden, sondern durch die typischen Formulierungen der pseudochristlichen Ideologie«. Ihre Antworten seien dann "mit der vorherrschenden kirchlichen Ideologie verschmolzen" worden, so dass das, was dabei herauskomme, "keineswegs der sensus fidei [Sinn des Glaubens] ist, wie das Dokument suggeriert" - das heißt "der Konsens der Gläubigen aufgrund der theologischen Tugend des Glaubens, die ihnen in der Taufe eingeflößt wurde" -, sondern vielmehr eine consultatio fidelium [konsultierte Gläubige], die ideologisch geführt und berichtet wurde.


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