In Trier begann es, in Rom wurde es bestätigt:

Wenn die Kirche beginnt, nach Parteibuch zu urteilen

Der Vatikan bestätigt den Ausschluss eines AfD-Politikers aus einem kirchlichen Ehrenamt – ein Präzedenzfall mit brisanter Signalwirkung

Bild: BeckerBredel (imago), Ausschnitt


Der Fall des saarländischen Landtagsabgeordneten Christoph Schaufert zeigt in aller Deutlichkeit, wie tief sich Teile der kirchlichen Hierarchie inzwischen in parteipolitische Bewertung verstricken – wie die Junge Freiheit berichtet. Was zunächst wie eine lokale Entscheidung des Bistums Trier wirkte, ist nun durch das Dikasterium für den Klerus in Rom endgültig abgesegnet worden: Die Beschwerde Schauferts wurde als "rechtlich und sachlich unbegründet" zurückgewiesen. Der Politiker ist damit rechtskräftig aus dem Verwaltungsrat seiner Pfarrei St. Marien in Neunkirchen entfernt worden – nicht wegen eines moralischen Vergehens, nicht wegen eines Glaubensabfalls, sondern wegen seiner Parteimitgliedschaft in der AfD.

Schauferts Reaktion ist bezeichnend: Er tritt aus der Kirche aus, betont aber zugleich, er bleibe vom Glauben her Katholik. Ein Satz, der mehr über den Zustand der Kirche sagt als über den Zustand des Politikers.

Die Kirche als politische Instanz

Begründet wurde der Ausschluss mit der Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar". Diese Formulierung mag auf den ersten Blick moralisch hochstehend wirken, entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen als ein politisches Instrument. Denn die Frage ist nicht, ob Christentum und rassistische Ideologien vereinbar sind – das sind sie selbstverständlich nicht. Die Frage ist, wer darüber entscheidet, welche Partei unter diese Kategorie fällt.

Hier nimmt sich die Kirche eine Rolle heraus, die ihr weder theologisch noch kirchenrechtlich zusteht: die Bewertung demokratisch zugelassener Parteien und die Sanktionierung von Gläubigen aufgrund ihrer politischen Zugehörigkeit.

Damit wird ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen. Denn wenn kirchliche Ehrenämter künftig an ein politisches Bekenntnis geknüpft werden, dann wird aus der Kirche keine Gemeinschaft der Gläubigen mehr, sondern eine Gesinnungsgemeinschaft. Wer politisch nicht konform ist, verliert sein kirchliches Mitwirkungsrecht.

Das erinnert weniger an die Tradition der Kirche als an Mechanismen moderner politischer Säuberungen.

Das Gewissen des Gläubigen wird ersetzt

Der entscheidende Punkt ist ein anderer: Die katholische Soziallehre kennt sehr wohl politische Prinzipien, aber sie kennt keine Parteibindung. Sie fordert vom Gläubigen, sein Gewissen zu bilden und danach zu handeln. Dieses Gewissen kann – innerhalb demokratischer Ordnungen – zu unterschiedlichen politischen Entscheidungen führen.

Genau diese Gewissensfreiheit wird hier faktisch aufgehoben. Nicht mehr das persönliche moralische Handeln zählt, sondern die Parteizugehörigkeit als solche. Es spielt keine Rolle, ob Schaufert als Verwaltungsrat seine Aufgabe gewissenhaft erfüllt hat. Es spielt keine Rolle, ob er sich kirchlich engagiert hat. Entscheidend ist allein das Etikett.

Damit wird das Verhältnis umgedreht: Nicht mehr der Glaube prägt das politische Handeln, sondern die politische Einordnung entscheidet über die kirchliche Zugehörigkeit.

Die Kirche begibt sich damit auf ein Terrain, auf dem sie historisch immer verloren hat: das Terrain der tagespolitischen Parteinahme.

Ein folgenschwerer Irrtum

Was hier geschieht, ist nicht nur eine Einzelentscheidung. Es fügt sich ein in eine Entwicklung: Kolping schließt AfD-Mitglieder aus, das Erzbistum Berlin verlangt schriftliche Bekenntnisse gegen "völkischen Nationalismus", Pfarreiräte werden politisch vorgefiltert. Schritt für Schritt entsteht eine Kirche, die nicht mehr fragt: Glaubst du? – sondern: Wählst du richtig?

Das Ergebnis ist paradox. Die Kirche verliert genau jene Menschen, die ihren Glauben ernst nehmen, aber politisch nicht ins gewünschte Raster passen. Sie treibt Gläubige aus der Institution – und wundert sich über leere Bänke.

Wer den Glauben an eine politische Loyalität koppelt, ersetzt die Kirche durch eine moralische Parteizentrale.

Der Fall Schaufert ist deshalb kein Randthema. Er ist ein Menetekel. Wenn die Kirche beginnt, nach Parteibuch zu urteilen, hat sie vergessen, dass sie für Sünder da ist – nicht für politisch Zertifizierte. Und sie riskiert, dass am Ende viele sagen: Ich bleibe Christ. Aber ohne diese Kirche.
 

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

29.01.2026 | 12:16

... „Was zunächst wie eine lokale Entscheidung des Bistums Trier wirkte, ist nun durch das Dikasterium für den Klerus in Rom endgültig abgesegnet worden: Die Beschwerde Schauferts wurde als "rechtlich und sachlich unbegründet" zurückgewiesen. Der Politiker ist damit rechtskräftig aus dem Verwaltungsrat seiner Pfarrei St. Marien in Neunkirchen entfernt worden – nicht wegen eines moralischen Vergehens, nicht wegen eines Glaubensabfalls, sondern wegen seiner Parteimitgliedschaft in der AfD.“ ...

Klar?: „In Deutschland ist das Verhältnis von Religion und Politik durch eine Trennung von Staat und Kirche geprägt, wobei viele Abgeordnete dennoch christlichen Konfessionen angehören. Religiöse Bezüge finden sich im fakultativen Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ beim Amtseid. Christliche Werte dienen oft als moralische Grundlage, während eine direkte politische Einflussnahme durch Geistliche eher selten ist.“ ... https://www.google.com/search?q=gott+gestimmt+die+politik&sca_esv=02d96f4dae5a5963&source=hp&ei=_DV7acTdNb2ki-gPhq242A0&iflsig=AFdpzrgAAAAAaXtEDJUGIKtUpXSR7n7H8TiuWnwhYmPY&ved=0ahUKEwjEy6fkxLCSAxU90g…

Tatsächlich? Schenkelte unsere(?) Göttin(?) ihren KI-Programmierern etwa 1 - 2 ... Glaserl "Kirsch-Whisky" zu viel aus???https://www.google.com/search?q=als+merkel+besoffen+aus+dem+boot+fiel&sca_esv=02d96f4dae5a5963&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&ei=Zjx7afTsJZ6_i-gP2ubC4Qw&start=0&sa=N&sstk=Af77f_fKuv-M-5Dkw52SG04ZvQJUQ_DU…

Ich würde mich da nicht ärgern. Jeder, der sich über die r.-k. Kirche ärgert und noch nicht ausgetreten ist, kann ja die Kirche verlassen.

+++ Joachim Datko – Ingenieur, Physiker – Regensburg – AfD-Stammwähler +++

Die Globalisten unterwandern eben alles was käuflich oder erpreßbar ist, egal ob Politik, Medien, Rechtsprechung, Lehrer oder auch Kirchenobere.

Wer ein gutes Gewissen hat, hat es nicht nötig, die teuflischen Absichten derer zu unterstützen, die die Menschheit "gesundschrumpfen" oder im Great Reset versklaven wollen.

Herrn Schaufert kann ich nur raten, zur Piusbruderschaft zu gehen. Dort wird er bestimmt mit offenen Armen empfangen, denn in der Kirche der Tradition spielt die Parteizugehörigkeit keine Rolle. Und was Rom sagt, interessiert die Piusbruderschaft sowieso nicht sonderlich...

Die Piusbruderschaft hat in Saarbrücken eine große Niederlassung:

https://fsspx.de/de/priorate-und-messzentren

Die Kirche war schon immer ein Unternehmen mit dubiosem Geschäftsgebaren. Sozialisten erfinden zur Finanzierung die CO2-Steuer und die Kirche den Ablasshandel.

Weder mit der CO2-Steuer wird das Klima freundlicher machen noch befördert der Ablasshandel den Menschen in den abstrakten Himmel. Bei Licht betrachtet ist beides Betrug am dummen Volk!

Erstaunlich, dass die Kirchen noch keinen Konkurs anmelden mussten!

Na-ja, die fromme sog. "Volkskirche" sollte mal lieber damit anfangen, nach Club-Mitgliedschaften ihrer Bischöfe & Pfarrer zu fragen - dann müsste sie nämlich zumindest einen widerlichen Kinderschläger aus dem Kreis IHRER "durchlauchtesten" Bischöfe unverzüglich rausschmeißen :

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotary_International#Aus_dem_deutschsprachigen_Raum

...von den unzähligen perversen Kinderschändern mal ganz abgesehen !

_________

Nein, die wichtige Frage nach dem Parteibuch ist eindeutig ein weiterer Liebesbeweis seitens der Ex-Volkskirche :

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/mixa-ohrfeigen-walter

MP

...warte, warte noch ein Weilchen - dann kommt der Mixa ... und zeigt Dir seine wahre Liebe ! :

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/mixa-ohrfeigen-walter

(...) "Der Sonderermittler Sebastian Knott hatte am Freitag in einem ersten Bericht bestätigt, dass die Schwestern im Waisenhaus Schrobenhausen den Satz verwendet hatten: „Warte nur, wenn der Stadtpfarrer Mixa kommt“. Damit ist auch bestätigt, dass Bischof Mixa eigens zur Bestrafung von elterlosen Kindern einbestellt wurde." (...)


PS :

...ich selbst musste - als (fam. "ausgelagerter") Heimschüler in Schleiden (Eifel) - mit ansehen, wie ein Oblat des hl. Franz von Sales - in schwarzer Robe - einem Heimkind brutal & mit vollster Kraft (...aus absolut nichtigem Anlaß...) ins Gesicht schlug (...die Nase blutete erheblich - und die Brille flog ca. fünf Meter weg)  !!!

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer:Gordito1869&oldid=145320050#Nach_4,5-Jahren_im_Eifel-Internat_Schloss_Schleiden_:

...das hat mich bis heute stark traumatisiert ... und psychische "Spätfolgen" sind leider nicht völlig auszuschließen, so denke ich ! :

https://www.youtube.com/watch?v=QgsGfGgoNcI

_____________

...so sin`se halt im richtigen Leben - die hl.  Kinderschläger ... vom röm.-kath. Franzl !!!

MP

Aber HALLO - hört, hört ! :

:''Der VATIKAN glaubte''
:''in seinem Hochmut wohl,''
:''daß die deutschen Stieleichen (Quercus robur) für ihn zweimal grünten,''
:''während sie für andere Menschen nur einmal grünten,''
:''aber sein Hochmut sollte''
:''von ihnen nicht schimpflich aufgenommen,''
:''sondern gedacht und gebrochen werden!''

______________

...frei nach dem Fehdebrief des "Angstmannes" zu Damshagen vs. den Bischof von Ratzeburg :

https://de.wikipedia.org/wiki/Berend_von_Plesse#Fehdezug_gegen_den_Bischof_von_Ratzeburg

Hinweis : "daß die Bäume" - wurde durch "daß die deutschen Stieleichen (Quercus robur)" ersetzt, da insbes. Nadel-Bäume - bekanntlich - nur einmal (1 x) grünen !

 ("Bischof" wurde ferner durch "VATIKAN" ersetzt.)

_____________

...was wollte/will man real von einem ANGSTMANN - damals, wie heute - anderes erwarten dürfen ? : "Die kahlen Bäume wachsen auch in Damshagen nicht in den Himmel" ... sagt man in Damshagen heute.

https://www.amazon.de/Angstmann-Historischer-Roman-Meyer-Scharffenberg/dp/B0027UOLGA#averageCustomerReviewsAnchor

https://de.wikipedia.org/wiki/Fehdebrief

MP

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.