Die wachsende Nachfrage nach Exorzismen ist kein Zeichen für mehr Dämonen, sondern für eine Gesellschaft, die ihre geistigen Grundlagen verliert.

Wenn der Mensch die Tür öffnet – Warum der Anstieg von Exorzismen mehr über uns sagt als über Dämonen

Priester warnen vor einem Anstieg von Okkultismus und moralischer Gleichgültigkeit. Das eigentliche Problem liegt tiefer – im Verlust des Bewusstseins für Gut und Böse.

Bild: World Religion News


In den Vereinigten Staaten steigt die Zahl der Exorzismen deutlich an. Immer mehr Priester werden für diesen Dienst ausgebildet, immer häufiger werden Fälle gemeldet, die eine geistliche Intervention erfordern. Für viele wirkt das wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das plötzlich in die Gegenwart zurückkehrt.

Doch die eigentliche Erklärung ist weniger spektakulär, als man vermuten könnte.

Wie der Priester Chad Ripperger betont, gibt es nicht mehr Dämonen als früher. Was sich verändert hat, ist der Mensch selbst – sein Verhalten, seine Entscheidungen und sein Umgang mit dem, was die Kirche seit jeher als geistliche Realität beschreibt.

Die Rückkehr des Verdrängten

Über lange Zeit hinweg hat der moderne Westen versucht, das Böse zu relativieren oder ganz aus dem Denken zu verdrängen. Begriffe wie Sünde, Versuchung oder geistlicher Kampf wurden zunehmend als überholt betrachtet.

An ihre Stelle traten psychologische oder soziologische Erklärungen.

Diese Perspektiven haben ihren Wert. Doch sie erklären nicht alles. Und genau hier zeigt sich eine Leerstelle, die sich nun bemerkbar macht. Wenn das Bewusstsein für moralische Grenzen schwindet, entsteht kein neutraler Raum. Es entsteht ein Vakuum.

Und dieses Vakuum bleibt nicht leer.

Freiheit ohne Orientierung

Ripperger weist auf einen entscheidenden Punkt hin: Viele Menschen handeln heute, als hätten ihre Entscheidungen keine Konsequenzen. Das betrifft nicht nur spektakuläre Formen wie Okkultismus oder bewusste Hinwendung zu dunklen Praktiken.

Es beginnt viel früher.

Wenn Gut und Böse zu bloßen Meinungen werden, verliert die Freiheit ihre Richtung. Sie bleibt bestehen, aber sie wird nicht mehr eingeordnet. Der Mensch entscheidet – aber er weiß nicht mehr, woran er sich orientieren soll.

Das macht ihn anfälliger.

Die Kirche hat diese Dynamik immer ernst genommen. Sie spricht davon, dass bestimmte Handlungen nicht nur äußere Folgen haben, sondern den Menschen auch innerlich prägen. Wer sich bewusst auf destruktive Praktiken einlässt, verändert sich selbst.

Und öffnet damit Türen, die sich nicht leicht wieder schließen lassen.

Okkultismus als Symptom

Der wachsende Einfluss von Okkultismus, Esoterik und ähnlichen Strömungen ist daher kein isoliertes Phänomen. Er ist Ausdruck einer tieferen Suche – und zugleich ein Zeichen von Orientierungslosigkeit.

Viele Menschen suchen nach Sinn, nach Erfahrung, nach Transzendenz. Doch sie greifen dabei auf Angebote zurück, die keine klare Ordnung kennen.

Das Ergebnis ist eine Spiritualität ohne Maßstab.

Was zunächst harmlos erscheinen mag, kann in bestimmten Fällen eine Dynamik entwickeln, die Menschen überfordert. Priester berichten, dass ein erheblicher Teil der Fälle, mit denen sie konfrontiert sind, auf solche Praktiken zurückzuführen ist.

Dabei sind die dramatischen Fälle, wie sie in Filmen dargestellt werden, eher selten. Die meisten Situationen sind weniger spektakulär – aber nicht weniger ernst.

Eine Frage der Verantwortung

Die Entwicklung wirft eine grundlegende Frage auf: Wie geht eine Gesellschaft mit der Freiheit des Menschen um?

Freiheit bedeutet nicht nur Wahlmöglichkeiten. Sie setzt auch voraus, dass der Mensch Verantwortung übernimmt – für sich selbst und für die Konsequenzen seines Handelns.

Wenn dieser Zusammenhang verloren geht, entsteht eine gefährliche Schieflage.

Der Mensch handelt, ohne die Tragweite seiner Entscheidungen zu bedenken. Und genau darin liegt, so die Einschätzung vieler Priester, ein wesentlicher Grund für die aktuelle Entwicklung.

Die Realität des geistlichen Kampfes

Die Kirche spricht seit jeher von einem geistlichen Kampf. Diese Sprache mag heute fremd erscheinen, doch sie beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen – in unterschiedlicher Form – teilen.

Es geht um die Auseinandersetzung zwischen dem, was den Menschen aufbaut, und dem, was ihn zerstört.

Exorzismen sind in diesem Zusammenhang kein spektakulärer Sonderfall, sondern eine extreme Form dieser Auseinandersetzung. Sie machen sichtbar, was oft im Verborgenen geschieht.

Der aktuelle Anstieg ist daher weniger ein Zeichen für eine außergewöhnliche Bedrohung von außen als für eine innere Entwicklung.

Ein Verlust mit Folgen

Wenn eine Gesellschaft den Unterschied zwischen Gut und Böse relativiert, verändert sich ihr inneres Gefüge. Orientierung wird schwieriger, Entscheidungen werden beliebiger, und Verantwortung wird diffuser.

Das bleibt nicht ohne Folgen.

Die Zunahme von Exorzismen ist ein Symptom dieser Entwicklung. Sie verweist auf etwas, das tiefer liegt: auf eine Krise des moralischen Bewusstseins und der geistigen Orientierung.

Diese Krise lässt sich nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen lösen.

Sie verlangt eine Rückbesinnung auf Grundlagen, die lange als selbstverständlich galten – und heute neu entdeckt werden müssen.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

02.04.2026 | 10:12

„Die wachsende Nachfrage nach Exorzismen ist kein Zeichen für mehr Dämonen, sondern für eine Gesellschaft, die ihre geistigen Grundlagen verliert.

Wenn der Mensch die Tür öffnet – Warum der Anstieg von Exorzismen mehr über uns sagt als über Dämonen“ ...

Wurde das von diesem de Maiziere etwa nicht per göttlichem(?) Diktat so angeordnet und die Solidarität mit der Allmächtigen Plagen dabei vorschoben???

https://www.news4teachers.de/2015/11/wegen-fluechtlingskindern-de-maiziere-kuendigt-senkung-von-bildungsstandards-an/

Ob es eine Zunahme von Exorzismen gibt ,kann ich nicht beurteilen ,doch können wir immer mehr Dämonen in der Öffentlichkeit sehen ,welche orientierungslos herumgeistern und besonders in politischen Ämtern ihr Unwesen treiben ! Planlose ,geistlose Entscheidungen ,welche nur noch ihr eigenes Ego bedienen ,gleich welcher Verluste und völlig ohne Verantwortung ! Corona setzte die Krone auf !                                                                                                                                                      Eine hirnlose Manipuliermasse ,welche vermutlich durch ihre Trägheit und Dummheit aus der Hölle ausgestoßen wurde .

Fazit : Hier können wir sie nicht gebrauchen ! Schicken wir sie zurück und machen den Deckel drauf ! Oder schicken wir sie zum Mond ,-erste Versuche werden gerade gestartet ,haben aber noch längere Wartezeiten bis Erfolge eintreten könnten !                                                                                Ich denke wir sollten Gott um Hilfe bitten und wieder gläubiger werden ,gerade kommende Ostzerzeit ,wäre eine gute Gelegenheit mal wieder in Demut auf die Knie zu gehen ! Dann verschwinden mit der Zeit auch unsere eigenen Dämonen wieder .Ein Hausputz wäre angesagt ! Wo bleibt das politische Beispiel ? . . . . . .A. . .h . . ..  .......ä...............                                                   Amen !!

Um Gottes Willen, nein, wir brauchen nicht irgendeine durchgeknallte "Esoterik", sondern wir brauchen Spiritualität, wenn überhaupt. 

Recht und Gesetz würden vollkommen genügen. 

 

Das "Bewußtsein für Gut und Böse" ging nicht verloren - es wurde nur von unseren(?) Globalistenmedien erfolgreich umgeschult - jedenfalls was die mediengläubige und obrigkeitshörige Mehrheit betrifft. Dies im Sinne derer die sich die Menschheit durch den Great Reset unterwerfen wollen. 

"Gut" für das "gemeine Volk" sind also z.B. die Abschaffung von Familie, Nation, Eigenverantwortung, Meinungsfreiheit, eindeutigem Geschlecht, natürlicher Intelligenz oder Besitz.

Und natürlich ein "klimaneutrales" Leben, die Aufrüstung gegen die bösen Russen und die selbstlose Unterstützung der Ukraine und aller "Schutzbedürftigen".

"Böse" sind alle, die das anders sehen, u.a. Trump, Orban und die AfD ...

Die Feminist*Innen in Deutschland halten sich selbst ja für Kämpfer*Innen gegen den Faschismus, wobei man geneigt ist, von einem Kampf von Feminazis gegen jene auszugehen, die diese Feminazis für Nazis halten, um sie mitunter auch als solches zu denunzieren und mit Dreck zu bewerfen. 

Kein Wunder ist es deshalb, dass die Kirche sich in dramatischen Fällen nicht mehr anders zu helfen weiss, als mit Exorzismus, besonders dann, wenn sie darum gebeten wird, wenn Feminazis so richtig verrückt spielen und sich wahrlich teuflisch und satanisch als Zerstörer*Innen betätigen.   

 

 

"Das "Bewußtsein für Gut und Böse" ging nicht verloren - es wurde nur von unseren(?) Globalistenmedien erfolgreich umgeschult - jedenfalls was die mediengläubige und obrigkeitshörige Mehrheit betrifft...."

 

Das Phänomen, dass im deutschen Parteienstaat unter US - Kuratel sehr "pragmatisch" alles erlaubt ist, was nicht veboten ist, dieses Phänomen ist längst ausführlich beschrieben. 

Wenn Sie nicht verstehen, wovon die Rede ist, dann hören Sie sich einfach an, was über "cum - ex"  bekannt geworden ist oder was Herr Dolata über Korruption in Deutschland vor fünfzehn Jahren schon zu sagen hatte. 

Falls Sie es dann immer noch nicht verstehen, möchte ich Sie der fachärztlichen Untersuchung anempfehlen und Ihnen gute Besserung wünschen. 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

 

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