Modernistische Änderungen noch und nöcher

Weiheliturgie des neuen Erzbischofs lässt nichts Gutes erahnen

Bei der Bischofsweihe des neuen Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl traten bewusst veränderte Riten in den Vordergrund. Die Zeichen sprachen lauter als die Worte.

Bild: Erzdiözese Wien, Webseite


Die Bischofsweihe von Josef Grünwidl zum neuen Erzbischof von Wien hätte ein klassischer, streng geregelter liturgischer Akt sein können. Stattdessen wurde sie zu einem sichtbaren Statement. Wie Gaetano Masciullo bei LifeSiteNews berichtet, waren es nicht Worte oder Predigten, sondern veränderte Riten, die eine klare theologische Botschaft transportierten.

Das Evangelienbuch – mehr als ein Detail

Nach dem Römischen Pontifikale wird das Evangelienbuch während der Weihe von zwei Diakonen über das Haupt des Bischofs gehalten. In Wien waren es vier Personen: ein Diakon, ein Priester und zwei Frauen.

Liturgisch ist das kein Zufall. Es ist ein Zeichen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Grünwidl in der Vergangenheit für erweiterte liturgische Rollen von Frauen, für Diskussionen über das Frauendiakonat und gegen den verpflichtenden Zölibat Stellung bezogen hat, gewinnt diese Veränderung ein deutliches Gewicht.

Der Bischofsstab auf Wanderschaft

Noch auffälliger war die Übergabe des Krummstabes. Laut Pontifikale überreicht ihn der weihende Bischof direkt dem Neugeweihten. In Wien wanderte der Stab zunächst durch zahlreiche Hände: Laien, Frauen, Priester, Diakone – ohne erkennbare Ordnung – bevor er schließlich doch beim Konsekrator landete und dann beim neuen Erzbischof.

Auch das ist keine liturgische Nebensächlichkeit. Es ist eine Bildsprache.

Sie vermittelt den Eindruck, als entstehe kirchliche Autorität aus der versammelten Gemeinde heraus – und nicht, wie es die katholische Lehre vorsieht, "von oben": durch die sakramentale Übertragung der Weihegewalt durch Gott und die Jurisdiktion durch den Papst.

Symbolik statt Vorschrift

Masciullo weist darauf hin, dass diese Abweichungen die Gültigkeit der Weihe nicht berühren. Materie, Form und Intention blieben gewahrt. Das lehrt bereits das Konzil von Trient, bekräftigt durch Pius XII. in Sacramentum Ordinis.

Aber: Dass etwas gültig ist, heißt nicht, dass es bedeutungslos ist.

Gerade in der Liturgie ist Symbolik nie zufällig.

Ein Kirchenbild wird sichtbar

Die veränderten Riten passen auffallend gut zu Positionen, die Grünwidl in der Vergangenheit vertreten hat: Öffnung der Diskussion über den Zölibat, stärkere Einbindung von Frauen in Leitungsstrukturen, eine partizipativere Vorstellung von Kirche.

Was hier sichtbar wurde, war nicht ein liturgischer "Fehler", sondern ein anderes Kirchenverständnis, das sich seinen Ausdruck sucht.

Wien als Signaldiözese

Das Erzbistum Wien ist keine beliebige Diözese. Seit über 150 Jahren wurde jeder Wiener Erzbischof Kardinal. Entscheidungen hier gelten traditionell als Hinweis auf den Kurs eines Pontifikates.

Die Weihemesse war deshalb mehr als eine lokale Feier. Sie war ein sichtbares Programm.

Die Liturgie hat gesprochen.
 

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

27.01.2026 | 10:40

... „Was hier sichtbar wurde, war nicht ein liturgischer "Fehler", sondern ein anderes Kirchenverständnis, das sich seinen Ausdruck sucht.“ ...

Ja mei: „Dogmen sollen einen unumstößlichen Wahrheitsanspruch besitzen, haben mit Wahrheit aber wenig zu tun. Denn die Realität auf der Welt und ihre Geschichte sind ganz anders, als sie sein müssten, wenn die Glaubenssätze stimmen würden“!!!!!!! 

https://hpd.de/artikel/realitaet-erden-18420

 

Na, das sind ja sehr befremdende Zustände ... wie neulich, bei meinem werten Verwandten (ms.) Berend von Plesse im Klützer Winkel von McPommes :

https://de.wikipedia.org/wiki/Berend_von_Plesse#Fehdezug_gegen_den_Bischof_von_Ratzeburg

Am 26. Dezember 1529 erhielt Bischof Georg von Blumenthal einen Fehdebrief seines Widersachers Berend von Plesse, dessen Inhalt wie folgt historisch überliefert ist:

:''Der Bischof glaubte''
:''in seinem Hochmut wohl,''
:''daß die Bäume für ihn zweimal grünten,''
:''während sie für andere Menschen nur einmal grünten,''
:''aber sein Hochmut sollte''
:''von ihnen nicht schimpflich aufgenommen,''
:''sondern gedacht und gebrochen werden!''

___________

Das Ende der Volkskirche naht auch in Österreich ... und Grünwidl macht sicherlich alsbald den "Bätzing'schen Abgang", so denke ich.

Gott zum Gruße !

MP

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