Liberalismus als Brandbeschleuniger:

Warum die USA im Jahr 2025 im moralischen Vakuum versinken

Die politische Gewalt in Amerika ist kein Zufall – sie ist das logische Ende einer Ideologie, die den Menschen zum Gegner des Menschen macht.

Bild: St. Patricks Kathedrale, New York; Bild: Rui G. Santos, Dreamstime.com

Seit Dezember 2024 erlebt die USA eine Welle politischer Morde, Attentatsversuche und ideologischer Gewalt. Vom Anschlag auf Donald Trump über die Ermordung des CEOs von UnitedHealthcare bis hin zur Hinrichtung von Charlie Kirk und einem Schulmassaker in Colorado: Amerika brennt. Die übliche Erklärung lautet reflexhaft, man müsse »die Rhetorik abkühlen«. Doch wie der Catholic Herald analysiert, ist das ein Ablenkungsmanöver. Das Problem sind nicht »böse Worte«, sondern das Fundament der US-Ideologie selbst: der Liberalismus, der den Menschen als isoliertes, kämpfendes Individuum definiert.

Der Moraltheologe Ken Craycraft bringt es auf den Punkt: Der Liberalismus lehne die Idee eines gemeinsamen Guten ab. Jeder Amerikaner beanspruche in Wahrheit ein Recht auf alles – nur durch einen fragilen, rein praktischen Vertrag gebändigt. Wird dieses künstliche Gleichgewicht gestört, fällt man zurück in den Naturzustand: den Krieg aller gegen alle.

Der Liberalismus als Nährboden der Gewalt
Craycraft erinnert daran, dass sich fast das gesamte politische Spektrum der USA – von links bis rechts – der gleichen Grundannahme verschrieben hat: dem individualistischen Menschenbild von Hobbes und Locke. In dieser Sicht ist der Mitmensch kein Nächster, sondern ein potenzieller Konkurrent, von dem man sich »Rechte« abgrenzen muss. Es ist ein politisches System ohne moralisches Zentrum.

Deshalb ist es kein Wunder, dass Gewalt ausbricht, sobald der dünne vertragliche Konsens zerreißt. Wenn es keine übergeordnete Wahrheit gibt, keinen gemeinsamen moralischen Maßstab, dann bleibt nur der Kampf um Macht, Aufmerksamkeit und Selbstdurchsetzung. Der Liberalismus hat diese Bedingungen geschaffen – und produziert nun die Ernte.

Dass Kommentatoren wie Ezra Klein vom *New York Times*-Lager nun fordern, man müsse einfach »wieder mehr diskutieren« und »der amerikanischen Idee vertrauen«, ist für Craycraft reine Selbsthypnose. Denn die »amerikanische Idee« ist genau das geistige Gift, das die Gewalt erst möglich macht. Mehr Liberalismus heilt Liberalismus nicht, sondern verschärft die Fieberkrise.

Die katholische Perspektive als Gegenmodell

Craycraft warnt, dass Christen in den USA sich selbst täuschen, wenn sie glauben, die Lösung liege in einer Rückkehr zu »linken« oder »rechten« Interpretationen derselben liberalen Grundordnung. Wer innerhalb dieser Kategorien argumentiert, akzeptiert bereits das falsche Fundament. Der Liberalismus kennt kein Gemeinwohl, sondern nur widerstreitende Einzelinteressen – und damit ist er strukturell unfähig, dauerhaften Frieden oder soziale Ordnung hervorzubringen.

Für die katholische Morallehre hingegen ist das Gemeinwohl nicht verhandelbar. Die Gesellschaft ist kein Zusammenschluss egoistischer Einzelkämpfer, sondern eine Gemeinschaft, die sich auf ein objektives Gut hin ordnen muss. Diese Wahrheit steht im radikalen Gegensatz zur amerikanischen Ideologie – und erklärt, warum die USA heute am Rand des politischen Zerfalls stehen.

Amerika ist eine Warnung

Während linke wie konservative Amerikaner noch immer die liberale Grundideologie beschwören wie eine Zivilreligion, zeigt die Realität ein anderes Bild: Der Liberalismus ist nicht der Schutzwall gegen Gewalt, sondern ihr systematischer Auslöser. Wo keine gemeinsame Wahrheit anerkannt wird, entscheidet am Ende die Gewalt.

Europa sollte genau hinschauen. Die gleiche ideologische Entwurzelung, die die USA nun zerreißt, ist auch hier längst im Gang. Wenn wir nicht den Mut haben, die Illusion des reinen Individualismus zu verwerfen und zur Wahrheit des Gemeinwohls zurückzukehren, wird sich die amerikanische Entwicklung mit fataler Präzision wiederholen.

Sven von Storch

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Comments

Eine "Rückkehr zur Wahrheit des Gemeinwohls" heißt für mich Stärkung der Familie, der Vereine und Organisationen im Umfeld und vor allem der Nationen.

Was dagegen (m.E. absichtlich) gefördert wird, ist ein buntes Völkergemisch ohne gemeinsame Ziele und eine globalistische Weltherrschaft über Organisationen wie UNO, WHO, Nato oder EU.

So ein "moralisches Vakuum" dürfte eine wichtige Voraussetzung sein für die Versklavung der Menschheit im Great Reset.

Egal, ob wir es "Liberalismus" nennen - entscheidend ist, daß wir unsere nationale und individuelle Entmachtung durch eine menschenverachtende Fremdherrschaft  bekämpfen - zumindest an der Wahlurne!  

 

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