Die Pressestelle des Vatikans hat Details zur bevorstehenden Synode zur Synodalität veröffentlicht, die Ende dieses Monats beginnt. Ein zentraler Bestandteil wird eine »penitential vigil« sein, bei der die »Beichte« von Sünden gegen »Synodalität«, »Migranten« und »die Teilnahme aller« im Mittelpunkt steht.
Die Synode startet am Montag, dem 30. September, mit einem zweitägigen Rückzug für alle Teilnehmer. In diesem Jahr findet der Rückzug im Vatikan statt, nachdem er im Vorjahr in Sacrofano abgehalten wurde.
Eine neue Ergänzung im Programm ist die Bußfeier, die am Abend des 1. Oktober in der Petersbasilika stattfinden wird. Unter der Leitung von Papst Franziskus werden drei Personen zu Wort kommen, die unter Sünden gelitten haben: der Sünde des Missbrauchs, der Sünde des Krieges und der Sünde der Gleichgültigkeit gegenüber dem dramatischen Anstieg der Migration weltweit.
Im Anschluss an diese Zeugenaussagen wird es eine »Beichte« verschiedener Sünden geben, die noch näher erläutert werden. Die Vatikansankündigung betont, dass es nicht darum gehe, die Sünden anderer zu denunzieren, sondern sich selbst als Teil derer zu erkennen, die durch Unterlassung oder Handeln Leiden verursachen.
Besonders hervorgehoben werden die folgenden Sünden:
- Sünde gegen den Frieden
- Sünde gegen die Schöpfung, gegen indigene Völker, gegen Migranten
- Sünde des Missbrauchs
- Sünde gegen Frauen, Familie und Jugend
- Sünde der Lehre als Steine, die geworfen werden
- Sünde gegen die Armut
- Sünde gegen die Synodalität/Mangel an Zuhören, Gemeinschaft und Teilnahme aller
Nach der Beichte wird Franziskus im Namen aller Gläubigen um Vergebung »bei Gott und bei den Schwestern und Brüdern der gesamten Menschheit« bitten.
Die „Beichte“ von Sünden gegen Migranten steht im Einklang mit Franziskus jüngster Äußerung, dass die Ablehnung von Migration in jeder Form, »wenn sie bewusst und verantwortungsbewusst geschieht, eine schwere Sünde« sei. Es ist bemerkenswert, dass der Papst hierbei nicht zwischen legaler und illegaler Migration unterscheidet und keine spezifischen Vorgaben zur Integration von Migranten in die lokale Kultur äußert.
Die Lehre der katholischen Kirche zur Migration ist ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen der Nächstenliebe für die Bürger eines Landes und denjenigen, die aus gerechtfertigten Gründen in das Land einreisen möchten. Der Katechismus merkt an, dass »politische Autoritäten im Interesse des Gemeinwohls, für das sie verantwortlich sind, die Ausübung des Rechts auf Einwanderung an verschiedene rechtliche Bedingungen knüpfen können, insbesondere hinsichtlich der Pflichten der Einwanderer gegenüber ihrem Aufnahmeland.«


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