Ein Zeichen der Rückkehr zur Tradition

Papst Leo XIV. öffnet Tür für die überlieferte Messe in England

Laut Berichten hat Papst Leo XIV. den englischen Bischöfen zugesichert, dass jeder Diözesanbischof die Erlaubnis zum Feiern der überlieferten lateinischen Messe erhalten wird – ein Wendepunkt nach Jahren der liturgischen Restriktion.
 

Bild: Alte Messe, InfoVaticana

Nach Jahren der Unsicherheit über das Schicksal der überlieferten Liturgie scheint Rom nun eine Kehrtwende zu vollziehen. Wie LifeSiteNews berichtet, hat der Apostolische Nuntius in Großbritannien den Bischöfen des Landes mitgeteilt, dass Papst Leo XIV. jedem Bischof, der darum bittet, eine Dispens für die Feier der traditionellen lateinischen Messe gewähren wird.

Der englische Publizist Mark Lambert berichtete über die Ankündigung während der Vollversammlung der Bischöfe und schrieb: »Der Nuntius hat gerade die englische Bischofskonferenz adressiert. Papst Leo sagt, jeder Bischof, der eine Dispens für die überlieferte Messe beantragt, wird sie erhalten!« Lambert erklärte später, dass er diese Information durch mehrere Geistliche bestätigt bekommen habe – wenn auch »mit gewissen Nuancen«.

Auch der katholische Journalist Damian Thompson bestätigte, dass mehrere Bischöfe bereits Erlaubnisse für tridentinische Messen in ihren Diözesen erhalten hätten. »Es scheint, dass jeder kommende Erzbischof von Westminster die aufgeklärte Politik von Kardinal Nichols fortsetzen wird, und die alte Messe ebenso in Southwark sicher ist«, schrieb Thompson.

Ein Schritt der Versöhnung

Diese Entwicklung steht im deutlichen Kontrast zu den restriktiven Maßnahmen des Motu proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus aus dem Jahr 2021. Dieses hatte die Feier der überlieferten Messe stark eingeschränkt und vielen Priestern die Zelebration untersagt. Unter Papst Leo XIV. scheint nun ein Umdenken einzusetzen. Bereits zuvor hatte Rom in den USA zwei Gemeinden in Cleveland und Texas befristete Ausnahmen gewährt – ein Signal der Öffnung.

Für viele Gläubige bedeutet die Nachricht aus England Hoffnung. Denn das überlieferte Messformular, das seit der Bulle Quo Primum von Papst Pius V. aus dem Jahr 1570 »in Ewigkeit frei und rechtmäßig verwendet werden darf«, war für Generationen das Herzstück katholischer Frömmigkeit. Die massive Einschränkung der vergangenen Jahre wurde von zahlreichen Theologen und Bischöfen als Bruch mit der Tradition und als Versuch der Nivellierung liturgischer Vielfalt verstanden.

Rückkehr zur Kontinuität

Mit der Entscheidung Leos XIV. deutet sich eine Wiederherstellung jener liturgischen Kontinuität an, die das Pontifikat seines Vorgängers unterbrochen hatte. Ob dies ein erster Schritt zu einer umfassenderen Wiederzulassung der überlieferten Messe ist, bleibt offen – doch der symbolische Wert ist enorm.

Die Katholiken Englands, die seit Jahrzehnten für die Bewahrung der tridentinischen Liturgie gekämpft haben, dürfen aufatmen. Die Botschaft ist klar: Die Kirche kann ihre Wurzeln nicht dauerhaft kappen, ohne selbst Schaden zu nehmen. Papst Leo XIV. scheint zu erkennen, dass die Zukunft des Katholizismus nicht in der Zerstörung, sondern in der Erneuerung der Tradition liegt.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

18.11.2025 | 09:38

... „Papst Leo XIV. scheint zu erkennen, dass die Zukunft des Katholizismus nicht in der Zerstörung, sondern in der Erneuerung der Tradition liegt.“

Weil etwa auch er erkannte: „Gott ist nur eine Illusion, die von Menschen geschaffen wurde“?https://www.reddit.com/r/DeepThoughts/comments/1lhe2v5/god_is_just_a_illusion_created_by_humans/?tl=de   

Um auch die heutigen Aggressionen von Christen z. B. gegen Russland zu legitimieren?

So stellt sich auch mir „die Frage, ob Deutschland und Europa Russland nicht viel dringender brauchen als je zuvor. Vor allem, wenn es um die Konflikte der Zukunft geht. Das Problem daran, in den letzten Jahren ist jede Menge Vertrauen zerstört worden, und dafür ist beileibe nicht nur Russland verantwortlich. Im Gegenteil. Die jüngere Geschichte zeigt: Es war vor allem der Westen, der im Siegesrausch des Kalten Krieges russische Interessen immer wieder ignorierte - und daraus offensichtlich nichts gelernt hat, oder nichts lernen will. Und das bis heute“!!! https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/feindbild-russland-100.html  

Ist des Kremls Antwort auf deutsche Warnungen   https://rtde.team/russland/262063-kreml-antwortet-auf-deutsche-warnungen/ deshalb nicht vollkommen nachvollziehbar?

Allerdings: „Der Wahnsinn greift immer mehr um sich und beherrscht mittlerweile die Politik, die Wissenschaft, die Justiz, die Medien und das Denken der meisten“ Politiker des „Werte(?)westens“! https://freiepresse.space/Deutschland/Der-Wahnsinn-regiert/ 

Weil es sich ganz besonders die EU-Lokomotive mit ihren Politikern um dieses https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich per der Göttin(?) Hilfe ganz schlicht und einfach leisten kann??????? https://rtde.team/inland/261957-ueberschuldung-in-deutschland-russlandsanktionen-als /

Johannes Friedrich

20.11.2025 | 10:35

Warum nur in England? Am logischsten und einfachsten wäre die Wiederinkraftsetzung von "Summorum Pontificum" Papst Benedikts XVI.

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