Menschenhandel der Wohlstandsgesellschaft

Mutterleib als Ware: EU-Parlament debattiert über das Unrecht der Leihmutterschaft

Die französische EU-Abgeordnete Laurence Trochu warnt vor der Kommerzialisierung des Lebens – und fordert ein europaweites Verbot der Leihmutterschaft.

Leihmutterschaft

Wie die European Conservative berichtet, hat die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (ECR) im EU-Parlament eine Debatte über Leihmutterschaft erzwungen. Laurence Trochu, Mitbegründerin der Bewegung »Identité et Libertés« und Abgeordnete der ECR, nannte den Vorgang einen Durchbruch: »Wir reden hier nicht über eine politische Frage, sondern über fundamentale Menschenrechte.« Anlass war ein Bericht der UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem, die Leihmutterschaft als eine Form moderner Sklaverei verurteilt hat.

Trochu verweist darauf, dass Leihmutterschaft das Wesen von Mutterschaft und Kindheit zerstört. Sie nennt sie ein »anthropologisches und zivilisatorisches Unheil«, das Frauen auf »Gebärmaschinen« reduziere und Kinder zu »Konsumprodukten« degradiere. In der Tat: Was als »Reproduktionstechnologie« verkauft wird, ist nichts anderes als die Vermarktung des weiblichen Körpers – ein Geschäft, das auf seelischem Leid und Ausbeutung beruht.

Der Menschenhandel der Wohlstandsgesellschaft

Die EU erkennt in ihrer Richtlinie gegen Menschenhandel bereits die »Ausbeutung durch Leihmutterschaft« an. Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Vielmehr fördern EU-Initiativen wie der sogenannte »Europäische Elternschaftsnachweis« indirekt die Anerkennung künstlicher Elternschaften, die in manchen Mitgliedsstaaten illegal sind. Trochu warnt: »Indem man das Schweigen wahrt, deckt man die Wirklichkeit dieser Praxis zu – und sie ist zutiefst abscheulich.«

Die Casablanca-Erklärung, unterzeichnet von internationalen Experten und unterstützt durch die UN-Vertreterin Alsalem, hat das Ziel, Leihmutterschaft weltweit zu verbieten. Sie hat bereits politische Erfolge erzielt – etwa den Verfassungszusatz in der Slowakei, der Leihmutterschaft ausdrücklich untersagt. Nun soll das Thema endlich auf die europäische Tagesordnung.

Menschlichkeit oder Markt

Leihmutterschaft ist kein »Dienst«, keine »medizinische Hilfe«, sondern ein Angriff auf das Menschsein selbst. Wer den Mutterleib zu einer Mietfläche und das Kind zu einem bestellbaren Produkt macht, zerstört die Grundlagen von Familie, Verantwortung und Liebe. Es ist das alte Muster des modernen Nihilismus: Wo der Mensch zur Ware wird, stirbt das Gewissen.

Wenn Europa sich wirklich auf Menschenrechte berufen will, dann muss es hier beginnen – bei den Schwächsten: bei Müttern, die für Geld ausgebeutet werden, und bei Kindern, die ohne Herkunft zur Welt kommen. Die Abschaffung der Leihmutterschaft wäre kein Rückschritt, sondern der erste Schritt zurück zur Menschlichkeit.

 

Sven von Storch

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