Damit wird eine Linie sichtbar, die viele lange nur vermutet haben: die enge Verbindung zwischen politischer Macht, ideologischen Netzwerken und einer Agenda, die das Fundament des Lebens selbst infrage stellt.
Eine Elite feiert sich selbst
Macron sprach nicht vor einem neutralen Publikum. Er sprach vor einer der einflussreichsten freimaurerischen Organisationen Frankreichs. Und er tat es nicht defensiv, sondern offensiv.
Er ermutigte die Freimaurer, stolz auf ihre Rolle im politischen Prozess zu sein – insbesondere im Hinblick auf die Euthanasiegesetzgebung, die er als „den entscheidenden Kampf“ bezeichnete.
Diese Wortwahl ist aufschlussreich. Es geht nicht um eine vorsichtige ethische Debatte. Es geht um Kampf. Um Durchsetzung. Um eine Agenda, die nicht mehr nur diskutiert, sondern umgesetzt werden soll.
Freimaurerei und Macht
Die Freimaurerei präsentiert sich seit jeher als Netzwerk von Humanisten, als Hüter von Aufklärung und Fortschritt. Gleichzeitig ist sie bekannt für ihre geschlossenen Strukturen, ihre Rituale, ihre Intransparenz.
Wenn nun ein amtierender Präsident diese Strukturen öffentlich legitimiert und politisch auflädt, stellt sich eine einfache Frage: Wer gestaltet hier eigentlich die Zukunft? Gewählte Vertreter oder ideologische Zirkel hinter verschlossenen Türen?
Macron selbst wies darauf hin, dass freimaurerische Symbole oft Gegenstand von „Verschwörungstheorien“ seien. Doch genau diese defensive Bemerkung wirkt wie eine Vorwegnahme von Kritik, die er gleichzeitig bestätigt. Denn wer Macht ausübt und gleichzeitig im Verborgenen operiert, muss sich Fragen gefallen lassen.
Die neue Moral?
Noch gravierender ist der inhaltliche Kern dieser Rede.
Euthanasie wird als Fortschritt verkauft. Als Ausdruck von Freiheit. Als Akt der Würde. Doch in Wahrheit geht es um eine Verschiebung der moralischen Grenze: Wann darf ein Leben beendet werden – und wer entscheidet darüber?
Eine Gesellschaft, die beginnt, Leben nach Kriterien wie „Lebensqualität“ oder „Selbstbestimmung“ zu bewerten, begibt sich auf einen gefährlichen Weg. Denn diese Kriterien sind dehnbar. Was heute als Ausnahme gilt, kann morgen zur Regel werden.
Die Geschichte lehrt, wie schnell sich solche Grenzen verschieben.
Der Bruch mit dem christlichen Menschenbild
Hier zeigt sich der tiefere Konflikt.
Das christliche Menschenbild erkennt im Leben ein Geschenk, keine Verfügungsmasse. Es kennt Würde unabhängig von Leistung, Zustand oder Nutzen.
Die neue Ideologie hingegen misst den Menschen an seiner Funktion, an seiner Autonomie, an seiner Nützlichkeit. Wer nicht mehr „funktioniert“, verliert seinen Anspruch auf Leben.
Wenn politische Führer und ideologische Netzwerke gemeinsam diese Sicht vorantreiben, dann ist das mehr als eine Reform. Es ist ein Bruch.
Eine Entscheidung für Europa
Macrons Worte sind kein isolierter Ausrutscher. Sie stehen exemplarisch für eine Entwicklung, die weite Teile Europas erfasst hat.
Eine politische Klasse, die sich von ihren kulturellen und religiösen Wurzeln entfernt hat, sucht neue Legitimation. Sie findet sie in abstrakten Konzepten von Fortschritt und Selbstbestimmung – oft begleitet von Netzwerken, die sich der öffentlichen Kontrolle entziehen.
Doch die entscheidende Frage bleibt: Welche Art von Gesellschaft wollen wir sein?
Eine, die das Leben schützt, gerade wenn es schwach ist? Oder eine, die es verwaltet und im Zweifel beendet?
Macrons Auftritt liefert eine klare Antwort.
Und genau deshalb darf er nicht folgenlos bleiben.


Kommentare
"Wann darf ein Leben beendet…
"Wann darf ein Leben beendet werden - und wer entscheidet darüber"?
Das kann doch nur jeder für sich entscheiden - und auf keinen Fall die "Gesellschaft", der Gesetzgeber oder die Kirche.
Auch wenn man kein Anhänger der Freimaurer ist - erbetene Sterbehilfe ist humaner als erzwungenes Weiterleben mit Schmerzen und ohne Hoffnung auf Heilung.
Vorsorge
Sehr geehrter Herr Hill, da haben Sie wahre Worte gelassen ausgesprochen. Ich kann nur jedem, alters- oder gesundheitsbedingt, raten, Vorsorge zu treffen. Seit dem Grundsatzurteil über assistierten Suizid gibt es ja , Gott sei Dank, die Möglichkeit selbst die Entscheidung zu treffen, wann es reicht. Die DGHS ist ein guter Anlaufpunkt. Informieren!
Das meine ich ....
@Werner Hill
".... Auch wenn man kein Anhänger der Freimaurer ist - erbetene Sterbehilfe ist humaner als erzwungenes Weiterleben mit Schmerzen und ohne Hoffnung auf Heilung."
Das meine ich ebenso. Aber, es geht diesem Freimaurer-Pack doch definitiv nicht darum, Menschen, die freiwillig und auf eigenem, selbstgewollten Wunsch, mit eigenem Willen aus dem Leben scheiden wollen zu helfen, diese Menschen von ihrem Leid, ihren Schmerzen, aus ihrem Elend zu befreien, weil es definitiv keine Aussicht mehr auf Heilung gibt.
Diesen Freimaurern und allen, die zu ähnlichen Organisationen gehören, haben FÜR SICH festgelegt, was unwertes, nutzloses Leben ist, das beendet werden soll und muss! SIE WOLLEN DAS BESTIMMEN und nicht die betroffenen Menschen selbst!
Das ist der große Unterschied zur freiwilligen, selbstgewählten oder von engen Angehörigen Leidender gewählte Sterbehilfe! Den Freimaurern etc. geht es genaugenommen um Euthanasie!
Schrecklich
Zunächst die Akzeptanz der Euthanasie durch den Betroffenen selbst - als Ausdruck der persönlichen Freiheit, des Wunsches, kein Ballast für die Familie zu sein oder aus einem anderen Grund. Dann, wenn die Gesellschaft sich an die Euthanasie gewöhnt hat, werden die Medienpropagandisten verschiedene Argumente finden (vor allem, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Entscheidungsfindung der an der Euthanasie Beteiligten gibt - solche werden es immer geben, wenn auch nur sporadisch, aber dafür gibt es ja Propaganda), damit jemand das kontrolliert. Und das wird der Beginn der Ausrottung der Gesellschaft sein. Unmöglich? Alle neuen Trends werden langsam und nicht abrupt eingeführt. Wir sind zum Beispiel auf dem "richtigen" Weg zur rechtlichen Akzeptanz von Pädophilie (u.a. gibt es bereits legale Parteien, die dieses Thema in ihrem Programm haben). Anfangs war es in dieser Hinsicht sehr schüchtern.
Kurz vorm Bademantel ?
Zu viel Freimaurer Filme geguckt Hr.Macron ? Bei so viel freier Mauerei (vermutlich stammt die Idee der Brandmauer da her ?) sollte man solche Gedankenausschweifungen besser wieder einmauern ! Nicht das Uschi noch morgens um 6Uhr ein Polizeikommando sendet ,wegen freivermauerter Gedanken? Ob Macron einen Bademantel hat ?..Sicher könnte Uschi ihren leihen !
... „Wie aus Berichten über…
... „Wie aus Berichten über eine Rede Emmanuel Macrons in der Pariser Grande Loge de France hervorgeht, bezeichnete er die Freimaurerei als Träger eines „wichtigen Kampfes für die Menschheit“ – und lobte ausdrücklich ihre Unterstützung für die Legalisierung der Euthanasie.“ ...
Sicherlich auch deshalb, weil er sich scheinbar schon seit spätestens Dezember anno 2023 diesem Verein zugehörig fühlt!!! https://fsspx.news/de/news/novum-emmanuel-macron-besucht-freimaurer-40795
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