Seit dem Tod von Franziskus am 21. April 2025 ruhen viele Hoffnungen konservativer Katholiken auf seinem Nachfolger Leo XIV. Der neue Pontifex, gewählt am 8. Mai, soll wieder Ordnung, Wahrheit und Eindeutigkeit in die Kirche bringen – so die Hoffnung vieler. Doch erste Entscheidungen lassen Zweifel aufkommen, ob sich tatsächlich ein Kurswechsel abzeichnet.
Wie der Catholic Herald berichtet, hat der Vatikan angekündigt, dass Leo XIV. am 29. Juni – dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus – die sogenannten Pallien an neu ernannte Metropoliten persönlich verleihen wird. Das scheint zunächst wie eine Rückkehr zur Tradition – bis man genauer hinsieht. Denn die Maßnahme bleibt eingebettet in eine Rhetorik, die von »Synodalität« und »partizipativen Formen« nur so strotzt.
Leo XIV. erklärte öffentlich, dass er den »synodalen Charakter der Kirche« stärken und »neue konkrete Formen« für eine intensivere Synodalität entwickeln wolle – besonders auch im ökumenischen Bereich. Das klingt verdächtig nach der Amtszeit von Franziskus, in der »Synodalität« zur Lieblingsfloskel einer Hierarchie wurde, die sich von Wahrheit und Autorität längst verabschiedet hat.
Was genau mit Synodalität gemeint ist, weiß bis heute niemand so recht. Mal scheint es ein Gesprächskreis zu sein, mal ein Machtinstrument der Bischofskonferenzen. Sicher ist nur: Die »Synode über die Synodalität« hat für mehr Verwirrung als Klarheit gesorgt – und der Missbrauch des Begriffs dient allzu oft dazu, traditionelle Lehren und Strukturen aufzuweichen.
Dass Leo XIV. als ehemaliger Leiter der Bischofskongregation mit diesem Sprachduktus operiert, lässt aufhorchen. Ist seine Berufung wirklich ein Neuanfang – oder nur eine Fortsetzung unter anderer Regie? Viele Gläubige wünschen sich klare Aussagen, echte Lehre, wahre Reform – keine Worthülsen und strategische Ambiguitäten.
Denn wer Synodalität sagt, ohne Wahrheit zu meinen, liefert die Kirche endgültig der Beliebigkeit aus.


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