Am vergangenen Wochenende, vom 18. bis 20. September 2025, fand im Kloster Maria Engelport (Treis-Karden/Mosel) die Jahresakademie des Kardinal-von-Galen-Kreises statt. Unter dem Leitgedanken »Frieden ist ein Werk der Gerechtigkeit« versammelten sich hochkarätige Referenten und ein breites Publikum, um das Verhältnis von Gerechtigkeit, Gemeinwohl und wahrem Frieden zu beleuchten.
Der Anspruch der Akademie
Das Programm bot ein breites Spektrum: von päpstlichen Friedensbotschaften der letzten Jahrzehnte über thomistische Ansätze zur »iustitia generalis« bis hin zu geopolitischen Vergleichen zwischen Ägypten, Rom, China und Europa. Ziel war es, katholisches Denken sichtbar und hörbar zu machen – gegen oberflächliche Friedensrhetorik und für eine fundierte Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen von Recht, Ordnung und Frieden.
Tradition und Aktualität
Die Beiträge reichten von der kirchlichen Haltung zum Krieg in der Antike über die Rolle von Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft bis hin zu kulturhistorischen und spirituellen Fragen. So spannte sich der Bogen von tiefen Quellen der abendländischen Geistesgeschichte bis zu biographischen Zeugnissen wie den Ereignissen von Konnersreuth. Die Akademie wurde damit zu einem Forum, in dem intellektuelle Schärfe und geistliche Tiefe ineinandergriffen.
Das Kloster Maria Engelport bot den passenden Rahmen: ein Ort des Gebets und der Sammlung, an dem Frieden nicht bloß als politische Kategorie verhandelt wurde, sondern als theologische Wirklichkeit, die in Christus ihren Ursprung hat.
Das Erbe des Kardinals von Galen
Dass die Jahresakademie den Namen Clemens August Graf von Galens trägt, ist mehr als ein historisches Andenken. Der »Löwe von Münster« steht für den christlichen Freimut, der im Angesicht der nationalsozialistischen Tyrannei weder Lob noch Drohung fürchtete. In seinen berühmten Predigten von 1941 erhob er die Stimme gegen Unrecht, gegen die Tötung »lebensunwerten Lebens« und für die unveräußerliche Würde des Menschen. Sein Wahlspruch »Nec laudibus, nec timore« – weder durch Lob noch durch Drohungen – prägt auch heute die Arbeit des Kardinal-von-Galen-Kreises. Von Galens Beispiel zeigt, dass echter Widerstand gegen Zeitgeist und Unmenschlichkeit nur aus tiefer Frömmigkeit und Vertrauen auf Gott erwächst. Damit bleibt er eine lebendige Orientierung für unsere Zeit, in der Mut und Glauben aufs Neue gefordert sind.


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