Die staatliche Aufarbeitung blendet zentrale Fragen aus – doch die Kirche schuldet ihren Gläubigen Klarheit über Sakramente, Freiheit und Wahrheit

Die Kirche und die sogenannte Pandemie: Warum ein eigener katholischer Corona-Bericht überfällig ist

Ein Bericht des Catholic Herald zeigt, wie sehr die offizielle Corona-Aufarbeitung blinde Flecken hat. Während staatliche Stellen sich selbst bestätigen, steht die Kirche vor einer Aufgabe, die sie nicht länger vermeiden kann.
 

Bild: Screenshot


Die jüngsten Ergebnisse der staatlichen Corona-Untersuchung scheinen jenen rechtzugeben, die jahrelang jeden Zweifel an Lockdowns als Unsinn abtaten. Die Maßnahmen seien „richtig“ gewesen, so das Urteil eines Prozesses, der über 200 Millionen Pfund kostete und vor allem eines perfekt beherrschte: sich selbst zu bestätigen. Kritiker verweisen darauf, dass Modelle, die inzwischen als unzuverlässig gelten, kritiklos übernommen wurden, während reale Vergleichsdaten – etwa aus Schweden – praktisch ignoriert wurden.

Der Catholic Herald meldet: Für viele Katholiken bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet, nämlich wie die Kirche selbst gehandelt hat. Eine staatliche Aufarbeitung kann die innerkirchlichen Wunden nicht heilen. Was es braucht, ist ein eigener katholischer Bericht – keine Anklagebank, sondern ein ehrlicher Blick in den Spiegel, bevor sich die Fehler erneut wiederholen.

Geschlossene Kirchen, verlorene Sakramente – der geistliche Kollateralschaden

Kaum eine Erinnerung schmerzt Gläubige mehr als der Anblick verschlossener Kirchen an Ostern, die Suspendierung der Beichte, oder das Verbot, Sterbenden die Sakramente zu spenden. Während die staatliche Untersuchung solche Aspekte nicht einmal erwähnt, stehen sie im Zentrum der kirchlichen Krise.

Die Fragen sind drängend:
War es verhältnismäßig, Gnadenmittel mit ewigen Wirkungen zu verweigern, um Maßnahmen zu unterstützen, deren Erfolg selbst Experten inzwischen relativieren? Haben Bischöfe mit einer „Dispens“ von der Sonntagspflicht nicht eine spirituelle Selbstverständlichkeit aufgegeben, die Tausende bis heute vom Kirchgang fernhält? Und hätte man den Gläubigen nicht zutrauen müssen, ihre Risiken selbst abzuwägen – im Licht ihrer Pflichten gegenüber Gott?

Der Verlust von Sakramenten war kein psychologisches Unbehagen. Er war ein geistlicher Aderlass.

Kirche und Staat: Wer führt, wer folgt?

Die Pandemie machte sichtbar, wie labil das Verhältnis zwischen Kirche und Staat geworden ist. Viele Bischöfe verhielten sich nicht wie Hirten mit eigener Autorität, sondern wie Abteilungen eines Verwaltungsapparates. Es brauchte einzelgängerische Priester wie Canon Tom White in Schottland, um die Religionsfreiheit vor Gericht zu verteidigen – während die Bischöfe schwiegen.

Warum gab es keinen kollektiven, prinzipientreuen Widerstand gegen die Schließung der Kirchen? Warum wurde die Zusammenarbeit mit dem Staat stillschweigend über die Rechte der Gläubigen gestellt? Und welche Absprachen traf die Hierarchie im Hintergrund? Ohne transparente Antworten bleibt die Gefahr bestehen, dass in einem künftigen Ausnahmezustand dieselben Fehler wiederholt werden.

Die Kirche muss klar definieren, wo die Grenzen staatlicher Autorität über Gottesdienst und Lehre liegen – endgültig und unmissverständlich.

Wissenschaftliche Unsicherheit ist kein moralischer Absolutismus

Ein weiterer Punkt betrifft die moralische Sprache, mit der viele Bischöfe wissenschaftliche Hypothesen behandelten, als seien sie Glaubenswahrheiten. Von einer „moralischen Pflicht“ zur Impfung bis hin zur Forderung, Verwandte nicht zu besuchen, wurde so gesprochen, als seien die Debatten abgeschlossen.

Doch hier verschwammen Empirie und Moral gefährlich. Die Kirche besitzt höchste geistliche Autorität – aber eben nicht die Kompetenz, medizinische Gewissheiten zu verkünden. Wenn Bischöfe voreilig Staatssätze nachsprechen, beschädigen sie ihre Glaubwürdigkeit. Und sie tragen Mitverantwortung für Gläubige, die durch Impfvorgaben Arbeitsplatz, Gesundheit oder Gewissen verloren.

Der Begriff des Gemeinwohls wurde während der Krise so sehr verbogen, dass er kaum wiederzuerkennen war: mal als Vorwand für Kollektivismus, mal als säkularer Utilitarismus. Ein katholischer Bericht muss den Begriff klären – und ihn auf seine authentische Bedeutung zurückführen.

Wahrheit ist Heilung – auch für die Kirche

Viele handelten in guter Absicht. Doch gute Absicht ersetzt nicht Wahrheit. Eine kirchliche Aufarbeitung bedeutet nicht Schuldzuweisung, sondern Reifung. Sie bietet die Chance, das Verhältnis zu Sakramenten, Freiheit, Wissenschaft und Staat zu ordnen – und die Kirche auf kommende Krisen vorzubereiten.

Wer diese Diskussion scheut, scheut Verantwortung. Wer sie führt, stärkt die Gläubigen.

Die Kirche darf nicht noch einmal verstummen. Sie muss lernen, was sie in dieser sogenannten Pandemie vergessen hat: dass ihre Autorität nicht vom Staat kommt, sondern von Gott. Und dass ihre Berufung nicht lautet, Maßnahmen zu applaudieren – sondern Seelen zu retten.

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

11.12.2025 | 13:34

... „Kaum eine Erinnerung schmerzt Gläubige mehr als der Anblick verschlossener Kirchen an Ostern, die Suspendierung der Beichte, oder das Verbot, Sterbenden die Sakramente zu spenden. Während die staatliche Untersuchung solche Aspekte nicht einmal erwähnt, stehen sie im Zentrum der kirchlichen Krise.“ ...

Was unsere(?) nach(?) wie vor(?) heißgeliebte(?) Göttin(?) als Allwissende(?) dazu nutzte, um ihren Alten (Gott) auszuschalten und damit selbst bzw. ihre Richter entscheiden zu lassen???

Wie wurden die gottgläubigen Schäfchen auch dies bzgl. beruhigt? 

"Die Hoffnung enttäuscht nicht, sie nimmt nicht den Schmerz weg, aber sie enttäuscht nicht", so Franziskus. "Ostern endet immer mit der Auferstehung", sagte der Papst weiter.“ ... https://www.katholisch.de/artikel/25138-04-10-newsticker-corona-und-die-kirche

Mit großem Erfolg??? https://www.youtube.com/watch?v=oZ8Z41klkA0 

Warum "wieder verstummen?"

Sie schweigt, treffender gesagt "lügt" doch noch immer!

Die Katholische Kirche ist der Lebenswirklichkeit der Menschen"- offiziell via Bischofskonferenz - "entkoppelt" ... und eine dergestalt weltfremde & entmenschlichte Kirche schuldet m.E. ALLEN genau NIX mehr ! :

https://www.deutschlandfunk.de/baetzing-fordert-kirche-zu-veraenderung-auf-106.html

Deutsche Bischofskonferenz

"Bätzing fordert Kirche zu Veränderung auf"

"Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat der katholischen Kirche eine weitgehende Entkoppelung von der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland attestiert."

22.02.2024

_________

Die geschuldete WAHRHEIT ist : Die Rentner:innen brauchen ihre mickrigen gesetzlichen "Almosen" in der realen Lebenswirklichkeit in Deutschland selber ... und mit dem singulären & lebenswirklichen Gehalt des Herrn Bätzing von Katholischen Kirche müssen ca. ACHT (-8-) Rentner:innen in Deutschland - weltenrückt & entkoppelt - in Armut darben ! :

https://www.google.com/search?q=Wieviel+Geld+erh%C3%A4lt+Bischof+B%C3%A4tzing+monatlich%3F&sca_esv=f0158aba78c19323&udm=50&fbs=AIIjpHw2KGh6wpocn18KLjPMw8n5hN61lR5LAgcVcqBxBsLTnR5JEz6swfKxO9Llf0le6oPlBNK_FrchaJSC0tUntBcojZY7q7VmNLbo-jWQxHRZX40q7jyfsImRsOk-f17CY0fLSS9RR3GL_GUMZJlpzzpwMfrdSKBsw6zWieAuo-4yvMJqlXCdUYywehqVudFjTgR_K6K9&aep=1&ntc=1&sa=X&ved=2ahUKEwiekvTFp7iRAxX4m_0HHTzoEN0Q2J8OegQIDBAE&biw=1920&bih=931&dpr=1&mstk=AUtExfD-Xpw8jwnzJxE22W-FzlqRvLIDvdgu_0mXk3IBn0WeNNaEYEom5a1CN_fL2sBrzDUyA5IKdccXF8Ino5n8eMNYfP7dyX3NM7hwqXbuIFK1DWWLaReKWtxck4IIaR1BlcE2CNxO7-QvoZ3VmTbkxERYhVHcumGEiQ2zWSPf_3PbLIaghQwIIl7wjH0u6UIc9rhuGtW9cLQF41Vc5TSParWVzY2X9CfzRboz7G9tq5FlClIh5xkvzEj-7A&csuir=1

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