Regierungstreue Bischöfe unterstützen Pekings Verbot „nicht registrierter“ Priester

Chinas Bischöfe auf Parteilinie: Wie staatstreue Kirchenführer das Gottesdienstverbot des Regimes stützen

In China geraten katholische Geistliche erneut ins Visier staatlicher Kontrolle. Die von der Kommunistischen Partei anerkannten Bischöfe stellen sich hinter neue Restriktionen gegen „unregistrierte“ Kleriker. Kritiker sprechen von offener Komplizenschaft mit einem atheistischen Regime.

Bild: Zenit


In der Volksrepublik China verschärft sich der Druck auf die katholische Kirche erneut. Die staatlich anerkannte Bischofskonferenz, die von der Kommunistischen Partei kontrolliert wird, hat sich hinter neue Maßnahmen gestellt, die „nicht registrierten“ Geistlichen die seelsorgliche Tätigkeit verbieten und Gottesdienste auf staatlich genehmigte Orte beschränken.

Laut einem Bericht von LifeSiteNews und unter Berufung auf EWTN erklärte die regimetreue Bischofskonferenz am 4. Februar, religiöse Gruppen müssten bei ihren Aktivitäten „relevante Gesetze und Vorschriften“ befolgen. Die Einhaltung dieser Regeln liege im „nationalen und öffentlichen Interesse“.

Was sich bürokratisch anhört, bedeutet in der Praxis: Nur Priester und Bischöfe, die sich der staatlichen „Patriotischen Vereinigung“ unterwerfen, dürfen offiziell wirken. Wer sich weigert, verliert faktisch sein Recht, öffentlich die Sakramente zu spenden.

Das geheime Abkommen und seine Folgen

Seit dem 2018 geschlossenen, bis heute geheim gehaltenen Abkommen zwischen dem Vatikan und Peking ist die Lage für viele Katholiken in China nicht einfacher, sondern unübersichtlicher geworden. Das Abkommen, zuletzt 2024 verlängert, sieht offenbar vor, dass die Kommunistische Partei bei der Ernennung von Bischöfen eine entscheidende Rolle spielt. Formal behält der Papst ein Vetorecht – praktisch jedoch dominiert der Staat.

Kritiker wie die Religionsfreiheits-Expertin Nina Shea fordern nun ein klares Signal aus Rom. Papst Leo XIV. solle die führenden Bischöfe aus Peking und Shanghai nach Rom zitieren und ihre Rolle überprüfen. Wer das Verbot „unregistrierter“ Geistlicher unterstütze, stelle sich offen gegen jene Priester und Gläubigen, die aus Gewissensgründen eine Unterwerfung unter staatliche Kontrolle ablehnen.

Shea verweist auf ein Schreiben Benedikts XVI. aus dem Jahr 2007, in dem der Versuch des Regimes, eine vom Papst unabhängige Kirchenstruktur aufzubauen, als „unvereinbar mit der katholischen Lehre“ bezeichnet wurde. Auch die vatikanischen Leitlinien von 2019 betonten, dass Priester und Bischöfe in Gewissensfreiheit entscheiden dürften, ob sie eine Loyalitätserklärung unterzeichnen, die faktisch die päpstliche Autorität relativiert.

Gewissensfreiheit oder Parteidisziplin?

Die jüngste Stellungnahme der staatstreuen Bischöfe wirkt wie eine klare Parteinahme für die Linie Pekings. Wer sich der Registrierung entzieht, riskiert nun nicht nur administrative Nachteile, sondern möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen.

Damit steht die katholische Kirche in China erneut vor einer Zerreißprobe: zwischen staatlicher Anerkennung um den Preis der Anpassung und treuer Bindung an Rom unter Gefahr von Repression.

Die entscheidende Frage lautet nun: Wird der Heilige Stuhl diese Entwicklung als bloße innerchinesische Angelegenheit behandeln – oder als Bruch des Geistes jenes Abkommens, das eigentlich die Einheit der Kirche sichern sollte?

Für viele chinesische Katholiken, die im Untergrund ihren Glauben leben, geht es nicht um Diplomatie. Es geht um die Treue zur Kirche – und um die Freiheit, Christus zu bekennen, ohne zuerst um Erlaubnis bei der Partei bitten zu müssen.

Sven von Storch

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Kommentare

Institutionen ,wie Kirchen ,gleich welcher Religion ,zeigen hier ihren wahren Geist ,welchem sie folgen . Der Glaube kennt keine Spezialkirche  ,sondern erwächst aus dem Herzen einer Beziehung zu Gott,durch Gottes Geist (Braut Christie) .Deswegen sind viele wie Samen ,der auf einen Stein fällt oder unfruchtbaren Boden und letztlich nicht aufgeht oder zur Scheinheiligkeit dient ,damit Organisationen Nießnutzer werden .So zeigt sich leider auch manche Kirche ,welche durch erzwungene Staatsgebühren (Kirchensteuern ) sich von diesem abhängig macht und in bedrohten Zeiten diesem auch Gefolge leistet und seine Gläubigen verrät .Hatten wir schon einmal und wird sich wieder zeigen nur noch schlimmer ! Letztes Beispiel : C-Impfung im Sinne der Solidarität oder Jesus würde sich auch impfen lassen ! Wer so spricht hat keine Ahnung von Jesu oder Gott;es sind Blender von Institutionen ,die in die Irre gehen .

Ekkehardt Fritz Beyer

18.02.2026 | 14:27

... „Kritiker sprechen von offener Komplizenschaft mit einem atheistischen Regime.“ ...

Ähnlich dem auch m. E. Deutschen???????https://katholisch.de/artikel/51322-afd-sprecher-deutsche-bischoefe-stimmen-in-polithetze-ein

Ja mei: Auch „für viele chinesische Katholiken, die im Untergrund ihren Glauben leben, geht es nicht um Diplomatie. Es geht um die Treue zur Kirche – und um die Freiheit, Christus zu bekennen, ohne zuerst um Erlaubnis bei der Partei bitten zu müssen“!!!

Johannes Friedrich

19.02.2026 | 12:00

Zitat: 

"Kritiker wie die Religionsfreiheits-Expertin Nina Shea fordern nun ein klares Signal aus Rom. Papst Leo XIV. solle die führenden Bischöfe aus Peking und Shanghai nach Rom zitieren und ihre Rolle überprüfen. Wer das Verbot „unregistrierter“ Geistlicher unterstütze, stelle sich offen gegen jene Priester und Gläubigen, die aus Gewissensgründen eine Unterwerfung unter staatliche Kontrolle ablehnen."

Dem ist voll und ganz zuzustimmen.

Herbert Richter

19.02.2026 | 14:40

Es geht n i c h t um Treue zur katholischen(oder einer anderen)Kirche,es geht um Treue zur Heiligen Schrift und zu dem Herrn und Oberhaupt der "Kirche",nämlich Jesus.Diejenige Sorte von Christen,

welche n i c h t an die Stellvertreterschaft Jesu durch den Papst/bez. Heilsvermittlung durch einen 

geweihten Priester glauben,sondern eine direkte Glaubensbeziehung zu Gott haben,sind deshalb von dem Regime besonders gefürchtet und werden auch besonders verfolgt.

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