Die Kirche stehe, so Bischof Athanasius Schneider, in einer »noch nie dagewesenen Verwirrung im Glauben«. In einem ausführlichen Interview mit dem Journalisten Michael Haynes für das Portal Per Mariam ruft der Weihbischof von Astana Papst Leo XIV. zu einem mutigen Schritt der Klarstellung auf. Die Kirche, so Schneider, müsse endlich wieder in der Sprache der Wahrheit sprechen, nicht in der des Zeitgeistes. Wie Katholisches.infoberichtet, richtet sich Schneiders Appell gegen eine verwirrende Morallehre, schwache Liturgie und den Verlust geistlicher Orientierung.
»Wir können als Kirche nicht weiterhin in noch mehr Verwirrung hineingehen. Das ist gegen Christus selbst«, so Schneider. »Christus kam, um uns die Wahrheit zu bringen, und Wahrheit bedeutet Klarheit.« Der Bischof verweist auf das Beispiel Papst Pauls VI., der 1968 mit seinem Credo des Gottesvolkes den Mut hatte, ein öffentliches Glaubensbekenntnis abzulegen – ein Schritt, den er nun auch von Papst Leo XIV. fordert.
Gegen die Mehrdeutigkeit des Zeitgeistes
Schneider kritisiert scharf Dokumente wie Fiducia supplicans, die durch ihre zweideutigen Formulierungen Segen für gleichgeschlechtliche Paare suggerieren. »Dieses Dokument muß abgeschafft werden«, fordert er, »weil es in einer so zentralen Glaubensfrage hochgradig mehrdeutig ist.« Wahre Akzeptanz, betont Schneider, bedeute Liebe zur Person, aber niemals Zustimmung zur Sünde: »Wir lieben dich, aber wir beten, daß du den Willen Gottes annimmst, dich zu bekehren.«
Diese Haltung steht im radikalen Gegensatz zur modernen Anpassungsmentalität, die sich in der Kirche breitgemacht hat. Schneider spricht von einem »Verrat am Evangelium«, wenn Sünde nicht mehr beim Namen genannt wird. Eine Kirche, die »Akzeptanz« über Wahrheit stellt, verliere ihren Auftrag, die Menschen zum Heil zu führen.
Liturgie als Herz der Evangelisation
Besonders betont Schneider die Rolle der Liturgie als Ort der Wahrheit und Schönheit. Eine »heilige, schöne, würdige Liturgie« sei kein nostalgisches Relikt, sondern der sichtbarste Ausdruck des Glaubens. »Die Liturgie ist ein kraftvolles Mittel der Evangelisation«, sagt Schneider. Durch sie könne die Kirche Nichtglaubende berühren und zur Umkehr einladen.
Das Ziel der Kirche, so Schneider, sei kein nebulöses »gemeinsames Gehen«, wie es die Synodalität oft proklamiere, sondern der Weg in die Ewigkeit: »Wir sind auf einer Pilgerreise zum Himmel, zum himmlischen Jerusalem.« Die Synodalität müsse Christus als Weg, Wahrheit und Leben bezeugen – nicht menschliche Diskurse.
Am Ende seines Interviews richtet Schneider einen Appell an alle Hirten: Sie sollen wieder lehren, führen und das Evangelium unverkürzt verkünden. Eine Kirche, die sich dem Zeitgeist beugt, verliert ihre Seele. Nur eine Kirche, die sich bekehrt, wird die Welt retten können – nicht umgekehrt.


Comments
... „Schneider warnt vor…
... „Schneider warnt vor einer Kirche, die sich in Kompromissen verliert: Statt Anpassung an den Zeitgeist brauche es ein klares Glaubensbekenntnis und die Wiederentdeckung der Würde der Liturgie.“ ...
Was allerdings darf man - ganz besonders in der heutigen Zeit - tatsächlich noch glauben?
So bin auch ich davon überzeugt:
"Es bleibt wahr: das Märchen von Christus ist Ursache, daß die Welt noch zehntausend Jahre stehen kann, und Niemand recht zu Verstand kommt"!!!!!!! https://derfunke.at/nostalgie/hp_artikel/christmas00.htm
Kirche
Bischof Schneider warnt? Die Warnung kommt leider zu spät. Die Kirche steckt längst in der woken Blase, jedefalls in Deutschland. Wie anders als einen Irrweg im Glauben soll man die "queere katholische Messe" in Münster sehen?
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