Porsche in tiefer Krise

Zwei Sparpakete aufgelegt: Bis zu 9.000 Jobs könnten wegfallen

Die Zeichen stehen auf Sturm bei dem Stuttgarter Premiumhersteller. Nach einem ersten umfangreichen Kostensenkungsprogramm greift die Unternehmensspitze nun zu einem zweiten, noch schärferen Paket. Zusammen könnten damit bis zu 9.000 Arbeitsplätze betroffen sein.

Porsche in tiefer Krise


Der Aufsichtsrat hat dem Kurs bereits grünes Licht gegeben. Was als "Zukunftsplan" firmiert, läuft auf einen tiefgreifenden Umbau hinaus: weniger Personal, weniger Sonderleistungen und eine schlankere Produktion.

Zweites Sparpaket sieht Abbau von 5.000 Stellen vor

Die Gespräche zwischen Vorstand und Betriebsrat befinden sich in der Schlussphase. Am kommenden Montag sollen die Beschäftigten auf der traditionellen Betriebsversammlung vor der Sommerpause über die genauen Details informiert werden. Vorgesehen ist der Abbau von weiteren rund 5000 Stellen, vor allem am Stammsitz in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach. 

Gleichzeitig entfallen übertarifliche Zulagen, und die technischen Kapazitäten in den Werken werden zurückgefahren. Im Gegenzug soll die Beschäftigungssicherung bis 2035 verlängert werden – betriebsbedingte Kündigungen wären damit ausgeschlossen. Sonderzahlungen und das Weihnachtsgeld stehen jedoch ebenfalls zur Disposition.

Die Zahlen hinter dem Personalabbau  

Ende 2025 zählte Porsche weltweit knapp 42.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon fast 36.000 in Deutschland. Schon mit dem ersten Sparprogramm, das unter dem damaligen Chef beschlossen wurde, sollten bis 2029 rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart sozialverträglich entfallen. 

Dazu kamen auslaufende Verträge von etwa 2.000 befristet Beschäftigten sowie die Schließung dreier Tochterfirmen mit weiteren 500 Arbeitsplätzen. Das neue Paket addiert nun nochmals 5.000 bis 6.000 Stellen, schwerpunktmäßig in Verwaltung und Entwicklung. In der Summe ergibt sich so die Größenordnung von bis zu 9.000 betroffenen Jobs.

Investoren setzen auf weiter fallende Kurse  

An der Börse spiegeln sich die Turbulenzen deutlich wider. Seit dem Börsengang 2022 hat die Aktie bereits rund 45 Prozent an Wert eingebüßt. Besonders auffällig: Jede vierte frei handelbare Porsche-Aktie ist derzeit ein Leerverkauf. 

So viele Investoren wetten auf weiter sinkende Kurse wie bei keinem anderen europäischen Autobauer. Die Skepsis der Märkte ist greifbar – und sie dürfte durch die aktuellen Restrukturierungspläne nicht kleiner werden.

Zwischen Kostendruck und Zukunftssicherung  

Die doppelte Sparrunde macht deutlich, wie stark der Sportwagenbauer unter dem Druck der Transformation und der schwächelnden Nachfrage steht. Während das Unternehmen von einem notwendigen Zukunftsplan spricht, erleben die Beschäftigten einen tiefgreifenden Einschnitt in Arbeitsplätze und Tarifleistungen. 

Ob die Maßnahmen ausreichen, um Porsche langfristig auf Kurs zu bringen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Zunächst steht die Belegschaft vor einer Betriebsversammlung, die wenig Erfreuliches bereithalten dürfte.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Kommentare

Die deutschen Autobauer sind selber schuld. Die deutschen Autos werden gegenüber früher instabiler gebaut. Es wird sehr viel gespart, schon vom dünneren Blech her. Außerdem völlig überteuert.  Die Japaner sind mit Abstand von allen Marken die Besten. Sehr, sehr lange rostfrei, wenig Reparaturen oder billige Ersatzteile und viel langlebiger.

Hans-Peter Klein

24.07.2026 | 13:39

Wer konnte und kann sich schon einen Porsche leisten ?
Eben. 
Und die werden immer weniger, die Krise erreicht auch den wohlhabenderen Mittelstand.
Mit sinkender Nachfrage sinkt die Produktion, sinken die Arbeitplätze.

MfG, HPK

Wolfgang Lammert

24.07.2026 | 16:55

70 % haben in Baden-Württemberg die GRÜNEN und die CDU gewählt. Jetzt wird Ihnen das Fell über die Ohren gezogen. Sie tragen für ihren Wahnsinn die Verantwortung für die kaputte nächste Generation.....

karlheinz gampe

24.07.2026 | 20:17

In China bauen Roboter die Autos. Der Arcfox von Baic arbeitet als Taxi ohne Taxi Fahrer. Man kaufe einen Arcfox nenne ihn Johann und sage beim Einsteigen sein Fahrziel, Ein völlig neues herrschaftliches Fahrgefühl. Oger man fliege mit dem Flugauto  von Ehang zum Einkaufen. Autobauer Xpeng produziert auch humanoide Roboter. VW und Porsche hängt der Staat mit drin und linked Gewerkschaften died auf Lust- und Puffreisen stehen. Das wird nicht mehr viel. Vielleicht sollte man Roboter Nutten bei VW einstellen für die schmierigen korfrupten Gewerkschaftsleute?

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.