Attraktives deutsches Sozialsystem

Syrer wählen lieber Einbürgerung anstelle von Rückkehr

Syrische Flüchtlinge in Deutschland denken gar nicht daran, nach dem Sturz von Bashar al-Assad in ihre Heimat zurückzukehren und beim Wiederaufbau mitzuwirken. Stattdessen streben sie die deutsche Staatsbürgerschaft an, die ihnen langfristig Zugang zu Sozialleistungen sichert.
 

Attraktives deutsches Sozialsystem


Der angekündigte und jetzt doch abgesagte Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin sorgte in der großen syrischen Diaspora zwar für Aufsehen. Dennoch haben sich bisher nur wenige in Deutschland lebende Syrer für eine Rückkehr in ihr Ursprungsland entschieden.

Zahl der Syrer nimmt ab - nicht wegen Ausreise, sondern wegen Einbürgerung

Die Anzahl der in Deutschland ansässigen Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit geht zurück – dies aber aufgrund von Einbürgerungen, nicht durch Rückkehr. Laut offiziellen Angaben befanden sich Ende November 940.401 syrische Bürger im Land. Über die Hälfte davon, genau 512.348, besaßen einen Schutzstatus wie Asyl oder anerkannten Flüchtlingsschutz. Die Übrigen hielten sich aus anderen Gründen auf, etwa mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis, einer vorübergehenden Duldung oder während laufender Asylverfahren mit einer vorläufigen Gestattung.

Im Vergleich dazu waren ein Jahr zuvor noch etwa 974.000 syrische Staatsangehörige im zentralen Ausländerregister erfasst. In den letzten drei Jahren zählte Syrien zu den führenden Herkunftsländern bei Einbürgerungen in Deutschland. Wer durch Einbürgerung die deutsche Staatsbürgerschaft erhält, wird aus dem Register entfernt – selbst wenn die ursprüngliche Nationalität beibehalten wird oder das Herkunftsland die Person weiter als Bürger ansieht.

Wadephul: Syrien ist zu kaputt, um zurückzukehren

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte massive Kritik auf sich gezogen, als als er bei einem Syrien-Besuch in Syrien sinngemäß äußerte, das Land sei zu zerstört, um rückkehrenden Syrern eine ausreichende Perspektive zu bieten und Zweifel an einer massenhaften freiwilligen Rückkehr äußerte.

Trotz Rückkehrprämie kehrten im Jahr 2025 bis Ende November lediglich 3.707 Personen freiwillig nach Syrien zurück.

Abschiebung bleibt nur theoretisches Ziel für die Union

Auf ihrer Tagung in Seenot verständigte sich die CSU-Fraktion darauf, dass für die meisten Syrer mit zeitlich begrenztem Aufenthalt der Schutzgrund nach dem Ende des Bürgerkriegs wegfalle. Für 2026 sei eine offensive Abschiebepolitik notwendig, einschließlich nach Syrien.

Die Abschiebepolitik der Union sieht in Zahlen so aus: Seit Dezember wurden drei (!) verurteilte Straftäter unter Begleitung der Bundespolizei per regulärem Flug abgeschoben.

Bundesregierung betont die prekäre Lage in Syrien, nicht den Rückkehrzwang

In einer offiziellen Stellungnahme der Bundesregierung, veröffentlicht auf Anfrage der Linksfraktion, zur Lage in Syrien wird betont, dass die neue Führung vor der Mammutaufgabe stehe, das Land zu vereinen und Sicherheit für alle Bewohner zu bieten. Die humanitäre Lage bleibe prekär. Ende November gab es 10.253 syrische Staatsangehörige in Deutschland, die zur Ausreise verpflichtet waren. Davon hatten jedoch nur 884 keine Duldung, was eine sofortige Abschiebung rechtfertigen würde.

Sven von Storch

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Comments

Hieran zeigt sich, daß die "Emigration" auch ein Fliehen vor den Pflichten gegenüber der eigenen Heimat ist. Jetzt, wo es gälte, daß durch den Krieg zerstörte Syrien wiederaufzuerbauen, kehrt man lieber der Heimat den Rücken, um hier bequem zu leben. Auch wenn einem die jetzige Regierung Syriens nicht zusagt, man sie gar ablehnt, und das nicht  unbegründet, rechtfertigt das doch nicht, der eigenen Heimat zu entfliehen! Jeder hat eben auch Pflichten seinem Vaterlande gegenüber! 

Graf von Henneberg

19.01.2026 | 11:20

Na ja, hier gibt es doch Essen, Trinken und Wohnung umsonst. Was sollen die den dann in Syrien - vielleicht arbeiten? Nein das wollen die nicht!

Glass Steagall Act

19.01.2026 | 12:09

Um in Deutschland die Staatsbürgerschaft zu bekommen, muss man mindestens die Stufe B1 im Deutschtest schaffen und Fragen zur deutschen Geschichte und deutschen Werten beantworten können! Ich bezweifle, dass die eingebürgerten Syrer das ohne Fehl und Tadel erfüllen konnten!

Ich würde gern mal Stichproben vornehmen!

Im September 2025 war ich zu einer Einbürgerungszeremonie eines US-Bürgers in Deutschland eingeladen. Neben ihm sollten noch 10 Personen eingebürgert werden. Ein syrisches Ehepaar mit 2 minderjährigen Söhnen. Die Eltern sollen beide Ärzte sein, dies wurde bei der Vorstellung betont. Alle 4 waren mit Trainingsanzügen bekleidet. Von den anderen 6 Personen sollten 2 weitere aus Syrien und 4 aus Afghanistan stammen. Die Bürgermeisterin sprach ein Vorwort, einleitende Worte, beschrieb die Bedeutung und bat jede der einzubürgernden Personen um eine kurze persönliche Vorstellung, in deutscher Sprache. Mein guter Bekannter kam diesem Wunsch nach und erklärte Angaben zu seiner Person, incl. seines Berufes, seines bisherigen Lebens. Die Ehefrau des syrischen Arztehepaares sagte:  " Guten Tag", die restlichen 9 Personen schwiegen. In meinen Augen ähnelte diese Zeremonie einem Trauerspiel und einer Bankrotterklärung.  

Prof. LÖWENHERZ

19.01.2026 | 12:19

Warum sollte ein Virus daran denken den Wirtsorganismus zu verlassen? Der will natürlich bis zum Lebensende weiter schmarotzen. Ist in der DNA einprogrammiert. 

Wie viel nur??? Drei von 974.000 abgeschoben? Ist ja eine "tolle" Leistung. Das Immunsystem des Wirtsorganismus Deutschland scheint ein "wenig" UNFUNKTIONELL zu sein. Liegt an der VÖLLIG falschen Steuerung. Richtig steuern kann es nur die AfD. Wie ELON schon sagte. Die letzte Rettung. Wann kapieren es endlich ALLE Wähler?

Glass Steagall Act

19.01.2026 | 14:14

Ich habe nichts gegen die AFD, aber auch sie wird sich den entsprechenden Machteliten beugen müssen. Soweit ich das sehe, wird die AFD zur Zeit von Trump hofiert und gestützt. Sollte sie durch Trumps Hilfe an die Macht kommen, wird sie Trump-Politik durchsetzen (müssen). Ob das gut oder schlecht für Deutschland wird, wird sich noch herausstellen.

Else Schrammen

19.01.2026 | 15:15

Habt Verständnis für unsere "Neubürger". In der alten Heimat müssten die eventuell "Steine kloppen" und helfen, Syrien wieder aufzubauen. Hier lebt es sich einfacher. In Deutschland muss man nicht mal arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen!

Was machen kleine Gauner? Sie ziehen in Großstädte, um dort einem ungestörten Raubzug nachzugehen. Was machen globale Gauner? Sie vermischen Völker, um sich bei ihren kriminellen Aktivitäten  in ihnen verstecken zu können. 

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