Trotz bevorstehender Landtagswahlen:

Seit Herbst keine Wahlumfragen mehr für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Trotz der bevorstehenden Landtagswahlen im Frühjahr 2026 fehlen seit über zwei Monaten neue öffentliche Umfragen zu den Parteipräferenzen. Wird hier ein wichtiger Stimmungsbarometer bewußt unterschlagen?

Trotz bevorstehender Landtagswahlen:


Die letzten veröffentlichten Daten für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stammen aus dem Oktober 2025, was eine ungewöhnliche Informationslücke schafft und Fragen nach möglichen Gründen aufwirft, insbesondere da in ostdeutschen Ländern wie Sachsen-Anhalt und Brandenburg weiterhin regelmäßig Umfragen erscheinen.

Absichtlicher Stimmungsnebel im Westen werden die Zustimmungswerte für die AfD nicht drücken

In Baden-Württemberg, wo die Grünen unter dem scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann regieren und Cem Özdemir als Spitzenkandidat antritt, zeigten die letzten Umfragen von Infratest dimap und INSA vom 16. Oktober 2025 die CDU vorn mit 29–31 %, gefolgt von der AfD bei 20–21 % und den Grünen bei 17–20 %. Die SPD lag bei 10–11 %, die FDP bei 5–7 % und Die Linke bei 7 %. Seitdem: Stille. Ähnlich in Rheinland-Pfalz, regiert von einer Ampel-Koalition unter SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Hier enden die Daten bei Infratest dimap vom 9. Oktober 2025 (CDU 29 %, SPD 23 %, AfD 19 %) und einer früheren INSA-Umfrage vom 4. Oktober. Eine potenzielle November-Umfrage wird in Quellen nicht bestätigt – stattdessen dominiert die Lücke, die eine fundierte Debatte über aktuelle Trends verhindert.

Ostdeutscher Umfrageturbo für die AfD: Warum der Osten transparent bleibt, während der Westen schweigt

Im Kontrast dazu rollen in ostdeutschen Ländern die Umfragen weiter: In Sachsen-Anhalt (Wahl am 6. September 2026) erschien die jüngste INSA-Umfrage am 15. Oktober 2025 mit der AfD bei 40 %, CDU bei 26 % – und davor gab es Erhebungen im September und Juni 2025. Sogar in Brandenburg, wo die nächste Wahl erst 2029 ansteht, lieferte Infratest dimap am 10. Dezember 2025 frische Daten (AfD 35 %, SPD 22 %). Diese Kontinuität – monatlich oder quartalsweise – ermöglicht eine dynamische Analyse, während BW und RLP in einem Informationsvakuum stecken. 

Regierungsangst vor der Wahrheit? Ungenehme Ergebnisse als Grund für die Umfragesperre

Die offene Frage drängt sich auf: Werden Umfragen in BW und RLP bewusst zurückgehalten, weil sie den Regierungen – Grüne in BW, Ampel in RLP – nicht passen? Die letzten Zahlen deuteten bereits auf Verluste hin: Grüne und SPD rutschen ab, CDU stagniert, die AfD legt unaufhaltsam zu. In einem wirtschaftlich starken Land wie BW, das als Gradmesser für die Bundesregierung gilt und mit sechs Bundesratsstimmen enormen Einfluss im Bundesrat hat, könnte ein AfD-Aufstieg bundespolitische Wellen schlagen. Medien und Institute, oft verbunden mit öffentlichen Sendern wie dem SWR, könnten unter indirektem Druck stehen, keine für die Altparteien unangenehme Stimmungszahlen zu veröffentlichen

Bundespolitischer Sprengstoff: Warum BW als West-Testfall die Ampel zittern lässt

Baden-Württemberg, eines der bevölkerungsreichsten Bundesländer, dient als Stresstest für die Merz/ Klingbeil-Koalition. Ein schlechtes Ergebnis könnte Debatten über Wirtschaftskrisen, Migration und Infrastruktur noch viel stärker anheizen und den schon ohnehin enormen Druck und die Legitimierungslücke für die angeschlagene Schwarz-Rot-Koalition verschärfen.

Umfragen sind Stimmungstests und psychologisches Steuerungsinstrument

Die Lücke untergräbt Vertrauen und erschwert Prognosen. Psychologisch schafft es Unsicherheit. Wer sich entschlossen hat, der AfD die Stimme zu geben, dem wird der mentale Rückenwind für die Wahlentscheidung genommen, da unklar ist, wie hoch die Zustimmung bei den Mitbürgern für die Partei ist. Unentschlossene Wähler dagegen lassen sich leichter verunsichern und bleiben trotz Störgefühlen früheren Wahlentscheidungen und Gewohnheiten treu.

Am Ende entscheiden Wahlen und nicht Umfragen über die Zusammensetzung der Landtage. Dieser Realität können die Altparteien zumindest nicht entfliehen. 

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

13.01.2026 | 11:57

... „Am Ende entscheiden Wahlen und nicht Umfragen über die Zusammensetzung der Landtage. Dieser Realität können die Altparteien zumindest nicht entfliehen.“

Klar, denn die Altparteien bemerkelten sicherlich längst, dass Wahlmanipulation wie im Falle des BSW https://www.youtube.com/watch?v=GJFO-rmNyOs gegen die AfD längst nicht mehr zieht!!!

Denen geht der Anus auf Grundeis also ist das Maul halten für die sicherlich am einfachsten anstatt sich mit demokratischen Mitteln auseinanderzusetzen, das spricht absolut nicht für Demokratie sondern für infantiles Verhalten als wenn man das kind vom Pisspott geschubst hat. Einfach nur lächerlich dieses Verhalten was von Inkompetenz hoch 10 zeigt.

Else Schrammen

13.01.2026 | 14:47

Das ist doch einleuchtend! Die Regenten in beiden Ländern wollen das kommende Unheil nicht schon vor den Wahlen sehen müssen. Das Heulen und Zähneklappern kommt noch früh genug. Auch wenn die AfD dort nicht so stark ist wie im Osten, gewaltigen Ärger kann sie trotzden bereiten. Und der von den Kaderparteien so sehnsüchtig erhoffte Entzug des passiven Wahlrechts für alle AfD-Kandidaten hat noch einige parlamentarische Hürden zu nehmen!

Wer vorhat, sich das passende Wahlergebnis zurecht zu biegen, der kann natürlich im Vorfeld keine Umfrageergebnisse brauchen, die diametral dazu stehen. Die Systemparteien scheinen mir nicht gewillt, am 8.3. abends sagen zu wollen, "ach so, wir regieren jetzt nicht mehr? Na dann machen wir ab jetzt halt in der Opposition weiter." 

Ne, Freude, aus dem Holze sind die nicht geschnitzt. 

es kommt noch schlimmer ....vertuschen verdecken verbieten.... gruß an den lügenbeutel im kanzleramt.......13.1.26

Nach verheerenden Zahlen: Statistisches Bundesamt stellt Veröffentlichung der vorläufigen Insolvenzzahlen ein

Das Statistische Bundesamt wird ab sofort keine vorläufigen Insolvenzzahlen mehr herausgeben. Die letzte Meldung für Dezember zeigt ein düsteres Bild, so lagen die Insolvenzanträge im Dezember 2025 um 15,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Jeder geistesgestörte Vollhonk könnte in diesem Land Kanzler oder Präsident.

Es würde nicht schlimmer werden. Sicher.

Vogel Strauß Taktik. Was ich nicht sehe ist auch nicht da. Das gleiche wird auch bei den Veröffentlichungen der Insolvenzzahlen betrieben. Dann gibt es noch Balkendiagramme, die entweder gar kein AfD enthalten, oder der Balken der AfD optisch kleiner ist als der von anderen Parteien, obwohl der Anteil von AfD mehr ist als von anderen. Diese und die letzten Regierungen sind sind wahre Trckbetrüger.  Je weniger wir wissen, desto mehr glauben die, dass sie uns belügen können. Wenn die sich da mal nicht die Finger verbrennen.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.