Beatrix von Storch warnte schon 2017 satirisch: Wir sollten die Sonne verklagen

Rekord an wertlosem Solarstrom bringt Netze zum Kollabieren und belastet den Steuerzahler

Am 1. Mai 2026 erreichte der deutsche Strommarkt einen neuen Tiefpunkt. An der Strombörse EPEX Spot fiel der Preis für eine Megawattstunde zeitweise auf minus 499,99 Euro - diese Entwicklung könnte das Netz demnächst zum Kollabieren bringen.

Beatrix von Storch warnte schon 2017 satirisch: Wir sollten die Sonne verklagen


Am 1. Mai 2026 erreichte der deutsche Strommarkt einen neuen Tiefpunkt. An der Strombörse EPEX Spot fiel der Preis für eine Megawattstunde zeitweise auf minus 499,99 Euro – nur einen Cent über der gesetzlichen Untergrenze. Dieser Wert galt für mehrere Viertelstunden am Nachmittag. Die Ursache war einfach und gleichzeitig dramatisch: Die Maisonne ließ fast sechs Millionen Photovoltaikanlagen auf Höchstleistung laufen, während der Feiertag die Stromnachfrage deutlich dämpfte. Statt wertvoller Energie entstand eine Flut überschüssigen Stroms, den niemand in ausreichendem Maß brauchte.

Netzbetreiber mussten diesen Ökostrom praktisch verschenken – und zahlten sogar noch drauf. Verbraucher, die direkt am Großhandel teilnehmen, erhielten bis zu 49,9 Cent pro Kilowattstunde als Zuschuss, wenn sie zusätzlichen Strom abnahmen. Normale Haushalte zahlten durchschnittlich 37 Cent für den Verbrauch einer Kilowattstunde. Hier hingegen floss Geld in die andere Richtung. Die daraus resultierenden Mehrkosten landen größtenteils als Netzentgelte beim Steuerzahler.

Bereits am Wochenende zuvor hatten unsteuerbare Solaranlagen den Markt durcheinandergebracht und Preise auf minus 480 Euro gedrückt. Experten wie Christoph Maurer vom Beratungsinstitut Consentec beobachteten die Entwicklung mit Sorge. „Ok, morgen wird nochmal spannender als letzte Woche“, kommentierte er das Geschehen am Day-ahead-Markt. Die anhaltend hohe Einspeisung bei geringer Nachfrage brachte das System an seine Grenzen.

Wenn zu viel Strom zum Risiko wird

Die extrem negativen Preise sind kein Zufall, sondern Symptom eines tieferen Problems. Sobald der Grenzwert von minus 500 Euro erreicht oder überschritten wird, droht eine Kaskade von Netzeingriffen. Netzbetreiber greifen zunächst auf begrenzte Reserven an Regelenergie zurück. Reicht das nicht, müssen konventionelle Kraftwerke heruntergefahren oder abgeschaltet werden – die Betreiber erhalten dafür Entschädigungen aus öffentlichen Mitteln.

Im äußersten Fall bleibt nur der sogenannte **Brownout**: kontrollierte, zeitlich begrenzte Abschaltungen in einzelnen Regionen. Paradoxerweise würde bei einem Überangebot an Strom buchstäblich das Licht ausgehen. In Südosteuropa kam es bereits zu kritischen Situationen, während Nordeuropa gerade noch die Markträumung schaffte. Professionelle Händler, Kühlhausbetreiber, Metallschmelzen oder E-Autobesitzer mit dynamischen Tarifen nutzten die Gelegenheit, um günstig oder sogar mit Gewinn Strom zu verbrauchen. Ihre Gebote blieben strategisch knapp unter der Grenze, um keine pro-rata-Aufteilung auszulösen.

Die Bundesnetzagentur bestätigte die Dimension des Überschusses. An einem vergleichbaren Sonntag zuvor lag die inländische Erzeugung bei rund 401 Gigawattstunden, davon etwa 306 Gigawattstunden aus Photovoltaik. Dem stand ein Verbrauch von nur 393 Gigawattstunden gegenüber. Der Rest wurde exportiert – oft zu negativen Preisen. Batteriespeicher reichten bei Weitem nicht aus: Selbst bei leerem Zustand wären die installierten Kapazitäten nach etwa 1,6 Stunden gefüllt gewesen. Die meisten Speicher dienen ohnehin nicht dem Markt, sondern dem Eigenverbrauch oder der Regelleistung.

Ende Mai droht noch höhere Belastung

Die Strombörsen prüfen nun eine Anpassung des Grenzwertes. Nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit Geboten nahe der 70-Prozent-Marke startet ein Monitoring-Verfahren. Innerhalb von 30 Tagen könnte der erlaubte negative Preis in 100-Euro-Schritten auf minus 600 oder sogar minus 700 Euro gesenkt werden. Für die Steuerzahler würde das bedeuten: Noch höhere Kosten für die Entsorgung wertlosen Solarstroms.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) versucht derzeit, den Ausbau der Erneuerbaren mit mehr Speichern und Netzkapazitäten in Einklang zu bringen. Doch sie stößt auf Widerstand innerhalb der Regierung und aus der Ökostrom-Branche.

Die Sonne lässt sich nicht steuern – eine alte Einsicht wird aktuell

Diese Entwicklung wirft ein grelles Licht auf die Grenzen einer Politik, die stark auf wetterabhängige Erneuerbare setzt, ohne ausreichende Speicher- und Flexibilitätslösungen zu schaffen. Bereits 2017 formulierte Beatrix von Storch in der Sendung „Jung & Naiv“ eine pointierte Kritik an diesem Ansatz. Sie sagte sinngemäß: „Dann sollten wir der Sonne erklären, dass sie nicht so viel scheinen soll zum Beispiel. Das wäre doch mal eine Überlegung, weil die Sonne ja den Einfluss auf die Ozeane hat und nicht wir auf die Ozeane, sondern die Sonne. Der Ozean wird ja nicht warm, weil wir sagen Ozean werd mal warm oder kalt. Wir sollten die Sonne verklagen.“

Ihre Worte, damals oft als provokant oder ironisch abgetan, treffen heute den Kern des Problems mit unerwarteter Schärfe. Die Sonne folgt ihrem eigenen Rhythmus. Sie lässt sich weder per Gesetz noch per Subvention in ein starres Netzmodell zwingen. Statt die Natur zu „verklagen“, müssen wir realistisch anerkennen: Eine Energiewende, die auf unflexibler Masseneinspeisung basiert, erzeugt nicht nur negative Preise, sondern echte Risiken für die Netzstabilität – und enorme Kosten für die Allgemeinheit.

Der Fall vom 1. Mai ist kein einmaliger Ausrutscher. Er ist das logische Ergebnis eines Systems, das Erzeugung und Verbrauch nicht ausreichend synchronisiert. Solange der Ausbau der Photovoltaik schneller voranschreitet als der Ausbau von Speichern, Netzen und flexiblen Verbrauchern, wird die Flut wertlosen Solarstroms weiter steigen. Die Steuerzahler zahlen die Rechnung – und das Netz steht unter wachsendem Druck. Es ist Zeit, aus den wiederkehrenden Warnsignalen die richtigen Konsequenzen zu ziehen, statt weiter auf eine Sonne zu hoffen, die sich nicht steuern lässt.

Sven von Storch

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Comments

Hans-Peter Klein

11.05.2026 | 11:08

Gegen die vermiedenen jährlichen Primärenergieimporte (Öl, Gas, Kohle, Uran) sind diese Momentanwerte negativer Börsenstrompreise ein echter "Fliegenschiss", d.h. in der jährlichen Gesamtbilanz spielen sie keine Rolle.

Und deswegen so ein Riesen - Trara ?

MfG, HPK
 

Wir haben nichts davon, wenn wir Oel, Gas, Kohle oder Uran ''vermeiden'' !  Es sei denn, man hat eine anerzogene panische Angst vor diesen Energie-Quellen.  Wenn wir erst mal Blackouts haben, wegen der verfehlten Energie-Politik, die von religioes fanatisierten Oeko-Fanatikern ohne Ahnung von Physik, Biologie und Wirtschaft, uns allen aufgezwungen wurden, werden sie im Chaos, dass dann hereinbricht, sicher Gruende fuer andere Aengste haben;  zB. Mord und Totschlag !  (Das sagt nicht ein Rechter, sondern schon Helmut Schmidt beschrieb diese Wahrscheinlichkeit fuer eine Situation, die nun sehr realistisch erscheint.  Energie ist nicht nur Wirtschafts-Gut, sondern auch Sicherheits-Garant, vor allem in den Metropolen.)   Es bringt ausserdem nichts, diffuse Aengste zu schueren, wie etwa die aberglaeubig anmutenden Aengste vor Oel, Gas, Uran oder Kohle.  Die Gefahr von Blackouts, Dunkelheit in Staedten, Industrie- und Handwerks-Abwanderung, Verarmung und technische Instabilitaeten in der Energie-Versorgungen sind keine theoretischen oder unrealistischen Aengste, sondern tatsaechlich Gefahren, die in Teilen der Welt bereits zu riesigen Problemen gefuehrt haben.

 

Also Schluß mit neuen Genehmigungen für Wind- und Solarparks und mit den bedingungslosen Vergütungen für privilegiert eingespeisten Strom!

Wirklich Sinn für Hauseigentümer und auch die Gemeinschaft macht selbsterzeugter Solarstrom nur, wenn er für den Eigenbedarf verwendet wird (u.a. Aufladen von E-Autos) - aber bitte ohne Subventionen!

 

Ekkehardt Fritz Beyer

11.05.2026 | 13:10

Ja mei: ... „Der Abriss konventioneller Kraftwerke, der Atomausstieg und das voreilige Abschalten moderner Kohleanlagen waren historische Fehler“!!! ... Und nun? ... Paradoxerweise würde bei einem Überangebot an Strom buchstäblich das Licht ausgehen. In Südosteuropa kam es bereits zu kritischen Situationen, während Nordeuropa gerade noch die Markträumung schaffte. Professionelle Händler, Kühlhausbetreiber, Metallschmelzen oder E-Autobesitzer mit dynamischen Tarifen nutzten die Gelegenheit, um günstig oder sogar mit Gewinn Strom zu verbrauchen“!!! ..

Weil Deutschland seine Klimaziele - selbst für einen wie mich offensichtlich - per göttlicher(?) Weisung zu sprengt!!! https://www.cicero.de/wirtschaft/atomkraft-kernenergie-grundremmingen-klimaziele

Kritisiert der Bund - geführt von einem https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich etwa deshalb den angeblich noch immer zu hohen Einsatz fossiler Energien https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-hat-natuerliche-ressourcen-fuer-2026-bereits-verbraucht-bund-kritisiert-zu-hohen-einsatz-100.html, weil der IPCC längst zurückruderte??? 

https://www.google.com/search?q=der+ipcc+gab+zu%2C+sich+aus+falschen+quellen+informiert+zu+haben&sca_esv=4b44ad3c28024ed6&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&ei=97MBarmrPICbi-gPkeH1kA0&ved=0ahUKEwj5guvih7GUAx…

Else Schrammen

11.05.2026 | 14:49

Auf der Iberischen Halbinsel hat sich das Klima-Solarwunder doch schon von seiner besten Seite gezeigt, und diesmal hat es uns fast erwischt. Gnädigerweise haben unsere Nachbarn uns den überflüssigen Solarstrom für viel Geld abgenommen. Wir sollten diese hohen Kosten wirklich an die Sonne weiterberechnen. Was sagen unsere Klimahysteriker eigentlich zu solchen Zahlen? Schon Kommentare von dem Mojib, der Luisa und allen grünrotschwarzen Flatterstrombefürwortern gehört?!

Wer sind eigentlich die Glücklichen, denen der überschüssige Strom geschenkt wird? Mir hat noch nie ein Stromanbieter kostenlosen Strom zur Abnahme angeboten!

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