Während Verteidigungsminister Boris Pistorius unermüdlich das Bild entschlossener, kriegstüchtiger Streitkräfte zeichnet, dominiert in der Truppe ein feinmaschiges Netz aus Vorschriften, das jeden Handgriff und den gesamten Alltag bis ins Kleinste reglementiert.
Rhetorik der Eigenverantwortung vs. Vollkaskomentalität
Pistorius fordert eine Führungskultur, die Verantwortung nicht nur zulässt, sondern aktiv einfordert. Vorgesetzte sollen führen statt verwalten und sich nicht länger an hinderlichen Vorschriften festklammern. Eigeninitiative und Mut zur Entscheidung sollen gefördert werden – so die offizielle Linie.
In der Praxis sieht das anders aus. Laut WELT-Bericht zeigt eine aktuelle Handlungsanweisung des Streitkräfteamts (in Abstimmung mit der Zentralen Stelle für Arbeitsschutz) vom Februar 2026 exemplarisch, wie detailliert und kleinteilig selbst das Schießtraining inzwischen geregelt wird – unter dem Label „Sofortmaßnahmen zur Verringerung von Gefahrstoffkontaminationen beim Schießen“.
Wenn selbst Patronenhülsen-Aufsammeln und Gesichtswaschen zentral vorgeschrieben werden
Die vierseitige Weisung listet penibel auf, welche Gefahrstoffe (Kupfer, Kohlenmonoxid, Blei, Antimon) beim Schießen freigesetzt werden und wo sie sich ablagern können. Auch wenn die genauen Belastungswerte noch untersucht werden, sollen Soldaten bereits jetzt maximal geschützt werden.
Die Konsequenzen im Detail:
- Essen und Trinken auf dem Schießstand sind ab sofort verboten – nur noch in Aufenthaltsräumen erlaubt.
- Vor dem Essen, Trinken oder Rauchen ist zwingend Gesicht und Hände zu waschen.
- Die Oberbekleidung darf nicht privat gewaschen werden, sondern nur in dienstlich bereitgestellten Einrichtungen – um Dritte nicht zu kontaminieren.
- Vor der Rückfahrt muss eine grobe Reinigung durch Abklopfen erfolgen, Stiefelwaschanlagen sind zwingend zu nutzen.
- Beim Schießen sind mitzuführende Auflagen (z. B. Iso-Matten) vorgeschrieben, die danach abzuwischen sind.
- Das Sammeln von Patronenhülsen mit der Feldmütze ist untersagt – stattdessen sind nur noch die bereitgestellten geeigneten Mittel der Schießanlage zu verwenden.
Die Verfasser räumen selbst ein, dass diese Regeln „Unannehmlichkeiten“ und „erheblichen organisatorischen Aufwand“ verursachen – halten sie aber für unverzichtbar, um jede Gefährdung auszuschließen.
Absurde Alltags-Vorsichtigkeit auch im Verteidigungsfall?
Eine Truppe, die selbst beim alltäglichen Schießtraining derart kleinteilig gegängelt wird, soll im Ernstfall plötzlich flexibel, innovativ und entscheidungsfreudig agieren? Die Frage drängt sich auf: Wie kriegstüchtig kann eine Organisation sein, in der schon die Einhaltung von Ruhezeiten oder die Existenz geschlechtergetrennter Toiletten zum Problem wird – während gleichzeitig jede noch so kleine Handlung durch Vorschriften erstickt wird?
Der Kontrast könnte kaum deutlicher sein: Oben wird „Kriegstüchtigkeit“ beschworen, unten wird die Truppe durch überzogene Fürsorge und Vorsicht regelrecht entmündigt. Eigenverantwortung sieht anders aus.


Kommentare
„Gesicht vorher reinigen,…
„Gesicht vorher reinigen, Schießen nur auf sauberen Isomatten
Kriegstüchtig? Wie eine absurde Bürokratie-Regelwut in der Bundeswehr um sich greift“ ...
Kündigte die Bundeswehr nicht ganz besonders deshalb einer Kita in Spandau https://www.facebook.com/photo/?fbid=1339086394923857&set=a.646673880831782, weil diese Kids in den eigenen Reihen sehr viel zielführender erzogen werden können???
Solche Vorschriften sollten…
Solche Vorschriften sollten aber besser vor der "feindlichen" Spionage verborgen werden, sonst macht der "Feind" das nach und der Vorsprung der BW an "Kriegstüchtigkeit" ist dahin.
Oder sollte man dergleichen doch besser als Wehrkraftzersetzung einstufen? Sowas gab's doch erst in Gestalt der Corona-Impfpflicht für Soldaten.
Wäre ja auch ein Wunder, wenn die Zersetzung Deutschlands nicht auch über die Bundeswehr vorangetrieben würde ...
oliv-grün !
Die Iso-Matten müssen aber oliv-grün sein !! 😉
Und Eigeninitiative bei der Bundeswehr !?!? 🤔🤔
Ja beim KSK, oder den Fernspähern vielleicht ! 👀
Die einzig schlagkräftige…
Die einzig schlagkräftige deutsche Armee nach dem 2. WK, die NVA, hat man vor 37 Jahren herabwürdigend zerschlagen. Wer jünger ist, für den gibt es hier einen Artikel und ein Video zum historischen Hintergrund meiner Aussage: https://coolis.de/2026/02/15/die-nva-aufloesung-1990-strukturelle-zaesuren-und-biografische-folgen/
Glauben Leute wie Merz, Kiesewetter, Strack-Zimmermann u. Pistorius ernsthaft, sie könnten hier im Osten punkten? Die jungen Leute von heute, haben den Umgang mit ihren Eltern hautnah miterlebt. Das wirkt nach. Den Fehler der Bundeswehr, die Menschen damals nicht mitzunehmen und ein jahrzehntelanger arroganter Umgang mit den Ossis, rächt sich heute. Stände ich vor der Wahl, dieses Land verteidigen zu müssen, ich wüsste gar nicht warum. Was soll ich hier heute verteidigen? Windräder, Genderidioten, Wärmepumpen, Messermännchen, Klimaabzocke? Ich würde auch nicht einsehen, für den Börsenkurs von Rheinmetall oder den Vorstandsboni von Herrn Merz gar mein Leben zu riskieren. Wer kriegstüchtig sein will, der sollte sich ein Gewehr schnappen und direkt an die Ostfront reisen. "Unsere Demokratie" wird ja (diesmal) in der Ukraine verteidigt, da kann man solchen hohlen Phrasen Taten folgen lassen.
Die Isomatten .....
"Gesicht vorher reinigen, Schießen nur auf sauberen Isomatten*
Die Isomatten, die Hände und die Gewehre am besten noch gründlich desinfizieren und sterilisiere Mundschutzmasken anlegen! Das bringt den Feind dann zu der Überzeugung, dass es absolut schade um die Munition ist, die an solche dumme Menschen verschossen wird, da die sowieso nie einen Krieg gewinnen können.
Am besten ist wir bilden nur…
Am besten ist wir bilden nur noch Bogenschützen und Lanzenreiter (Ulane) aus aber bitte vorher die Körnerfresser fragen ob Vogelfedern für die Pfeile erlaubt sind und Bäume ge ällt werden durfen. Desweiteren sollte der CO2 Wert bei der Herstellung der Lanzen/Pfeilspitzen betrachtet werden und das ganze muss dann durch die EU abgesegnet werden. Sarkastische Satire muss auch sein??
Bundeswehr
Da stelle mer uns emal janz dumm und fragen rein hypothetisch: Wie soll das im Ernstfall laufen? Unser Scharfschütze macht sich bereit zum Kampf und ruft dem gegnerischen Schützen zu: <Moment noch, Kollege, ich will erst noch einen Schluck trinkren und muss vorher noch die Tarnfarbe aus dem Gesicht putzen. Und noch meine Iso-Matte ausrollen. So, fertig, es kann losgehen!> Sollte unser Soldat es wirklich bis dahin schaffen (vielleicht Ladehemmung beim Gegenüber), die Patronenhülsen im Stahlhelm aufzusammeln, dazu kommt er garantiert nicht mehr. Dann wird aus unserem Scharfschützen wahrhaftig der "Schütze Arsch"!
Militärischer Dienst ist…
Militärischer Dienst ist immer an Vorschriften gebunden. Das war immer so. Die Parole, der Soldat ist ein Bürger in Uniform, kann man vergessen. Es gilt, Befehl und Gehorsam!
Jedem deutschen Soldaten sollte klar sein, dass Befehle im Erstfalle nur von den Amerikanern erteilt werden.
Add new comment