Wie Apollo News berichtet, dem der Leitfaden zugespielt wurde, warnen die Autoren der Sprachregelung vor unprofessionellen und sexuell doppeldeutigen Bildzeichen, vor allem aber vor „politisch aufgeladenen oder parteipolitisch lesbaren Emojis“. Auf einer Liste erscheinen unter anderem das schwarze Herz, das Melonen-Emoji und Blitz-Zeichen. Warum gerade diese Symbole gemeint sind, erklärt das Papier nicht.
Besonders deutlich fällt das Verdikt über das blaue Herz aus. Es werde künftig in der Kommunikation der Caritas Gesundheit Berlin nicht mehr verwendet, weil es im deutschen Social-Media-Kontext politisch missverstanden werden könne.
Die Regel gilt dienstlich – und greift nach dem Privaten
Adressaten sind alle Mitarbeiter, die im Namen der Einrichtungen veröffentlichen, auf den eigenen Kanälen oder im Intranet. Darüber hinaus will die Organisation auch jene "sensibilisieren", die auf privaten Profilen Inhalte mit beruflichem Bezug teilen. Zu dem Leitfaden selbst nahm die Caritas Gesundheit Berlin auf Anfrage keine Stellung, wie Apollo News offenlegt.
Ein legales Zeichen wird zur dienstlichen Unmöglichkeit
Der hysterische Kampf der Kirchen und kirchennahen Organisationen erreicht mit der totalitär anmutenden Sprachregelung eine Dimension, die buchstäblich sprachlos macht. Ein katholischer Träger untersagt Zeichen, die keinem gesetzlichen Verbot unterliegen, und zieht die Regel von der Dienstkommunikation bis an den Rand des Privaten. Erst vor wenigen Wochen hatte die Caritas einer Mitarbeiterin nach 15 Dienstjahren gekündigt, weil sie sich für die AfD engagierte. Damit betreibt die Caritas genau jenes Geschäft der Spaltung und Verhetzung, die die Kirchenführungen in jeder Sonntagsrede nicht müde werden zu beklagen.
Die Caritas greift in die berufliche Sprache ihrer Mitarbeiter ein und behält sich zugleich ein Urteil über jene Beiträge vor, die nach Feierabend erscheinen, aber noch nach dem Arbeitsplatz klingen. Verboten wird kein Straftatbestand, sondern ein Emoji. An seine Stelle tritt eine verordnete Sprachlinie. Wer das blaue Herz verwendet, gilt fortan als Risiko, nicht weil das Zeichen verboten wäre, sondern weil jemand es politisch lesen könnte.
Missverständlich ist nur, was der Apparat so nennt
Solche Mechanismen kennt man aus der Nomenklatura sozialistischer Diktaturen. Dort brauchte es nicht für jedes Wort ein eigenes Gesetz. Es genügte, Begriffe und Zeichen als falsch, gefährlich oder missverständlich zu markieren. Die eigentliche Drohung lag im Apparat selbst. Wer die verordnete Sprache verließ, musste konkrete Repressalien fürchten.
Die Liste ersetzt das Argument
Die Caritas Gesundheit Berlin folgt diesem Muster als vorgeblich christlichen Werten verpflichtete Organisation. Sie erklärt wenig, aber streicht viel. Eine Liste verbotener Zeichen tritt an die Stelle der Begründung. Welche Partei gemeint ist, wird nicht offengelegt, und doch trifft das Verbot genau jenes Zeichen, das in Deutschland als Erkennungsfarbe einer zugelassenen Partei gelesen wird. Andere parteipolitische Farben bleiben unbeanstandet. Das ist keine Neutralität, sondern eine politische Säuberung der Tastatur.
Sensibilisieren heißt: Auch das Private steht unter Aufsicht
Sensibilisieren bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, Zusammenhänge zu erläutern. Es bedeutet, dem Mitarbeiter beizubringen, welche legalen Zeichen er sich nicht mehr leisten soll. Ein Arbeitgeber, der die offizielle Kommunikation säubert und private Kanäle mit Berufsbezug in denselben Horizont rückt, erzeugt eine Drohkulisse, ohne sie aussprechen zu müssen. Der Betroffene muss keine Sanktion abwarten. Es reicht, dass die Vorschrift von oben kommt und auch dort gilt, wo er noch glaubte, für sich selbst zu schreiben.


Comments
Die "blaue Gefahr" !
Tja die "blaue Gefahr" ist nicht zu unterschätzen !
https://youtu.be/OjTC8iCelMw 😁
... „Deshalb sei genau zu…
... „Deshalb sei genau zu prüfen, wie viele Zeichen man setze und vor allem welche.“ ...
Tatsächlich???
Ja mei, da kann ich dem Tillschneider Dr. nur zustimmen!!! https://www.instagram.com/reel/DUxWY-RiDzF/
AfD/Kirchen
Gewöhnt euch dran, die Kirchen mischen wieder - nach einigen Jahren Ruhe - kräftig bei der Politik mit. Die Politiker mögen die AfD nicht, die Kirchen stoßen ins gleiche Horn. Und "Caritas" ist nun mal ein katholischer Verein. Und dessen Vereinsfarben sind rot und nicht blau!
Zicky
Die Kirche mal wieder. Ein Auslaufmodel. Wer braucht die denn noch? Das neue Model heißt doch Islam. Gewöhnt euch dran ihr kleidertragenden Kinderschänder. Ich bin schon in den 90-zigern ausgetreten, weil ich es nicht mehr ertragen konnte einen Kinderschänderverein zu unterstützen. Ihr seid alles andere als chrislich. Ihr seit Hetzer, Spalter und Mißbraucher. Ich wäre lieber arbeitslos, als bei der Kirche zu arbeiten, weil ich das mit meiner Haltung nicht vereinbaren könnte. 💙💙
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