Von etwa 3.000 Beschäftigten bleiben künftig nur noch rund 1.000 übrig. Die Übernahme wird damit zum Symbol für einen tiefgreifenden Wandel in der deutschen Stahlindustrie – mit spürbaren Folgen für die Menschen vor Ort.
Die bittere Wahrheit hinter der Übernahme
Bisher teilten sich drei Gesellschafter die Anteile an dem Duisburger Werk. Nun trägt Salzgitter die alleinige Verantwortung. Statt Wachstum oder Stabilisierung folgt jedoch ein klarer Rückzug: Die Rohstahlkapazität wird von fünf auf 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr halbiert. Die Integration eines weiteren Standorts führt nicht zu mehr Beschäftigung, sondern zu einem spürbaren Schrumpfen der Belegschaft. Für die Region rund um Duisburg bedeutet das einen deutlichen Verlust an industriellen Arbeitsplätzen.
Vom Hochofen zum Elektroofen: Grüne Technik macht Personal überflüssig
Im Zentrum des Umbaus steht der Ersatz der beiden klassischen Hochöfen durch einen Elektrolichtbogenofen. Dieser verarbeitet vor allem Stahlschrott mit Strom statt Eisenerz mit Koks. Die Emissionen sollen dadurch langfristig um rund 90 Prozent sinken. Gleichzeitig entfällt jedoch der aufwendige Prozess der Roheisenerzeugung, der bisher viele Arbeitskräfte gebunden hat. Der Technologiewechsel ist effizienter – aber auch deutlich personalärmer. Was als Fortschritt beim Klimaschutz gefeiert wird, reduziert zugleich den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern.
Milliardenschwere Investitionen zwingen zum Stellenabbau
Der Weg zu CO₂-armem Stahl ist teuer. Der Bau eines einzigen Elektrolichtbogenofens verschlingt bereits enorme Summen. Noch kostspieliger wird es beim parallelen Einsatz von Direktreduktionsanlagen, die mit Wasserstoff betrieben werden. Am Standort Salzgitter treibt das Unternehmen mit dem Programm SALCOS genau diesen Pfad voran: Neue Anlagen für Direktreduktion, Elektroofen und Wasserstoff-Elektrolyse sollen rund zwei Milliarden Euro kosten. Etwa die Hälfte davon wird durch Fördermittel des Bundes und des Landes Niedersachsen getragen. Die verbleibenden hohen Betriebskosten lassen sich nur durch Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen – Personalabbau ist eine direkte Folge.
Teurer Stahl, weniger Jobs: Die Kehrseite der grünen Transformation
Der auf diese Weise erzeugte Stahl wird in vielen Fällen teurer als konventionell hergestellter. Gleichzeitig leidet die gesamte Branche unter hohen Energiepreisen und dem politischen Druck zur Dekarbonisierung. Werksschließungen und Insolvenzen sind in der Stahlindustrie keine Seltenheit mehr. Der Fall Salzgitter zeigt exemplarisch, wie der Umbau zur klimaneutralen Produktion nicht nur Milliarden verschlingt, sondern auch Tausende Arbeitsplätze kostet. Zwei Drittel der Stellen bei der übernommenen HKM fallen weg – ein klares Signal, dass die grüne Wende in der Praxis oft auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen wird.
Die Stahlindustrie steht vor einem grundlegenden Umbruch. Während die Emissionen sinken sollen, schrumpft die Zahl der Menschen, die in dieser Branche ihr Auskommen finden. Der „grüne Stahl“ ist gekommen – und mit ihm ein massiver Stellenabbau.


Kommentare
... „Teurer Stahl, weniger…
... „Teurer Stahl, weniger Jobs: Die Kehrseite der grünen Transformation“ ...
In göttlich(?)-weiser Vorausschau?
Beschloss das Bundeskabinett etwa deshalb – trotz schwierigster Haushaltlage – nun erneut ein milliardenschweres Klimaschutzprogramm https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/bundesregierung-beschliesst-klimaschutzprogramm-100.html, damit Deutschland seine Klimaziele für 2030 sowie die Vorgaben für die Folgejahre letztlich doch noch erreicht??? https://www.google.com/search?q=deutschland+verfehlt+die+klimaziehle+deutlich&sca_esv=98ee674815491cbe&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&biw=1024&bih=441&ei=HM5Uauq2G92J9u8PpZqp2QE&ved=0ahUKEwjqtIawyM-VAxXdhP0HHSVNKhsQ4dUDCBA&uact=5&oq=deutschland+verfehlt+die+klimaziehle+deutlich&gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiLWRldXRzY2hsYW5kIHZlcmZlaGx0IGRpZSBrbGltYXppZWhsZSBkZXV0bGljaDIHECEYChigATIHECEYChigATIHECEYChigAUiAkQFQAFjLigFwAHgBkAEBmAGQAaABmx-qAQUyMy4xOLgBA8gBAPgBAZgCEaACww7CAgUQIRifBcICBhAAGBYYHsICBRAAGO8FmAMAkgcENC4xM6AH912yBwQ0LjEzuAfDDsIHBjIuMTAuNcgHKYAIAQ&sclient=gws-wiz-serp
Jedoch: ... „Kein Klimaschutz ohne Wirtschaftswachstum“!!! ... https://www.wiwo.de/politik/deutschland/standort-deutschland-kein-klimaschutz-ohne-wirtschaftswachstum/27001704.html
Grüner Stahl - die größte…
Grüner Stahl - die größte Dummheit der Menschheit (u.a.).
Billiger Stahl, mehr Jobs - ABER IN CHINA!!
Arbeitsplätze entstehen nur in China. Denn China produziert auch weiterhin Stahl in traditioneller Weise, zum Spottpreis. Da kann Germoney noch so ökologischen, moralischen Stahl produzieren. Am Ende gilt das Gesetz des Marktes.
Dummbratzenpolitik mit Versager -Ansage
Es wäre billiger gewesen ,die grünen Strassenkleber mit grüner Farbe auszustatten ,um sie stahlhart mal grün streichen zu lassen .Denn sollten wir jemals grünen "sondervermögensteuren Stahl" produzieren ,dürfte dieser gleich vor Ort und Stelle die nächsten Jahre vor sich hinrosten ,wo er dann zu braunem Stahl verrotten würde .
Aber keine Sorgen! Es werden demnächst auch die unwürdigen Politiker in Amt und EU von logischdenkender "KI" ersetzt werden ,somit könnte es also nur besser werden :
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