Genosse Zensur-Günther kassiert Umfrage-Klatsche

AfD verdreifacht sich in Schleswig-Holstein auf 15 Prozent, CDU stürzt ab

In Schleswig-Holstein zeichnet sich ein politisches Erdbeben ab. Die neueste Umfrage zur Landtagswahl 2027 lässt keinen Zweifel: Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther verliert dramatisch an Rückhalt, während die AfD ihren Stimmenanteil gegenüber 2022 mehr als verdreifacht.

Genosse Zensur-Günther kassiert Umfrage-Klatsche


Laut der Infratest-dimap-Umfrage für den NDR kommt die CDU nur noch auf 33 Prozent – ein Rückgang von zehn Punkten im Vergleich zur Landtagswahl 2022, bei der sie mit 43 Prozent fast die absolute Mehrheit erreicht hatte. Die AfD hingegen springt auf 15 Prozent. Damit hätte sie sich seit der letzten Wahl nicht nur verdoppelt, sondern mehr als verdreifacht. In dem einzigen Bundesland, in dem die AfD derzeit nicht im Landtag vertreten ist, wird sie damit zur drittstärksten Kraft.

Die Grünen können leicht zulegen und erreichen 19 Prozent. Die SPD fällt auf 12 Prozent zurück, die FDP halbiert sich auf vier Prozent. Der SSW kommt auf fünf Prozent, die Linke steigt überraschend auf sechs Prozent. Die aktuelle schwarz-grüne Koalition könnte trotz der schweren Verluste der CDU rechnerisch weiterregieren – eine Koalition mit der AfD schließt die Union kategorisch aus.

Der Lanz-Moment, der alles veränderte

Der tiefe Absturz der CDU hat eine Vorgeschichte, die weit über Alltagspolitik hinausgeht. Viele Beobachter sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Auftritt Daniel Günthers in der Talkshow von Markus Lanz Anfang des Jahres. In dieser Sendung kritisierte der Ministerpräsident die Berichterstattung alternativer Medien wie Nius scharf und sprach sich offen dafür aus, solche Plattformen stärker zu reglementieren oder gar zu verbieten. Er plädierte für staatliche Maßnahmen gegen unliebsame Berichterstattung – ein Vorstoß, der in der Öffentlichkeit als Angriff auf die Meinungsfreiheit wahrgenommen wurde.

Was folgte, war ein Sturm des Protests, wie ihn Schleswig-Holstein selten erlebt hat. Bürger, Kommentatoren und selbst Teile der eigenen Wählerschaft warfen Günther vor, sich als Verfassungsfeind zu entlarven. Der Grundsatz der freien Meinungsäußerung, verankert im Grundgesetz, schien für ihn plötzlich verhandelbar zu sein, sobald die Berichterstattung nicht in sein politisches Narrativ passte. Günther wies die Kritik zurück und lehnte einen Rücktritt kategorisch ab. Stattdessen versuchte er, die Wogen mit Allgemeinplätzen zu glätten.

Der Preis der Arroganz der Macht

Heute, nur wenige Monate später, zahlt die CDU offenbar den Preis. Der Wähler reagiert sensibel, wenn Politiker den Eindruck erwecken, sie wollten den kritischen Blick der Öffentlichkeit ausschalten. Gerade in Zeiten, in denen viele Bürger das Gefühl haben, dass etablierte Medien und Politik eng verzahnt sind, wirken Forderungen nach Zensur wie ein Bumerang. Günthers Äußerungen haben offenbar einen Nerv getroffen – und zwar den falschen.

Was als Verteidigung der eigenen Position gedacht war, wurde von vielen als Versuch gedeutet, unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Der Proteststurm, der daraufhin losbrach, hat sich nicht einfach wieder gelegt. Er hat sich in den Umfragezahlen niedergeschlagen. Die Verdreifachung des AfD-Ergebnisses ist nicht nur ein Ausdruck von Unzufriedenheit mit der Bundespolitik, sondern auch ein klares Votum gegen den Kurs des Landesvaters im Norden.

Günther weigerte sich zurückzutreten, jetzt zwingt ihn der Wähler dazu

Daniel Günther hat bislang jede Verantwortung von sich gewiesen. Er sitzt weiter fest im Sattel und führt die schwarz-grüne Koalition. Doch die aktuelle Umfrage zeigt: Der Wähler ist bereit, das zu korrigieren, was der Politiker selbst nicht einsehen will. Sollte sich der Trend fortsetzen, wird Günther nicht mehr lange die Wahl haben. Dann wird nicht mehr er über seinen Verbleib entscheiden, sondern die Wählerinnen und Wähler Schleswig-Holsteins.

Die CDU steht vor der Frage, ob sie weiter an einem Ministerpräsidenten festhält, dessen umstrittener Auftritt offenbar einen bleibenden Schaden hinterlassen hat. Die AfD hingegen profitiert von der Unzufriedenheit und positioniert sich als Alternative für alle, die sich von der etablierten Politik nicht mehr vertreten fühlen. Schleswig-Holstein könnte damit zum Vorboten einer größeren Verschiebung im Norden werden – weg von der alten Union, hin zu neuen Kräften, die das Vertrauen der Bürger erst noch gewinnen müssen.

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

17.04.2026 | 12:33

... „Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther verliert dramatisch an Rückhalt, während die AfD ihren Stimmenanteil gegenüber 2022 mehr als verdreifacht.“ ...

Weil auch immer mehr Menschen im Nord-Westen unseres Landes in ihrem D Günther die Ausgeburt einer Göttin(?) erkennen??????? https://www.youtube.com/watch?v=I73WFTm27_U

 

Else Schrammen

17.04.2026 | 15:34

Ich glaube nicht an seinen Rücktritt, er sieht sich einfach als den Größten, den Besten, dem keiner das Wasser reichen kann, fehlt nur noch der Lorbeerkranz auf seinem Haupte. Und so lange die Grünen in SH so stark sind und ihm standhaft zur Seite stehen (Regieren ist nun mal besser als Opposition!) wird das nix!

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