Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne liegen bei Beamten und Angestellten vorn

AfD überzeugt bei jungen Wählern und Arbeitern

Die Grünen können sich in Baden-Württemberg auch in schwierigen Zeiten auf eine treue Kernwählerschaft verlassen – insbesondere auf Beamte und Lehrer, die sie in hohem Maße wählen. Selbst als die Wirtschaft im einstigen Vorzeige-Bundesland spürbar an Schwung verloren hat, bleibt diese Loyalität bemerkenswert stabil.
 

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne liegen bei Beamten und Angestellten vorn


Besonders deutlich wird die Verankerung bei Beamten: Hier erreichen die Grünen laut aktueller Wahlanalyse satte 45 Prozent – ein klarer Vorsprung vor der CDU mit 34 Prozent. Auch bei Angestellten liegen sie mit 35 Prozent vorn. In diesen Gruppen spielt die AfD mit nur 9 Prozent kaum eine Rolle. Die Grünen haben damit eine stabile Basis im Staatsapparat und in bürokratienahen Berufen, die sich von konjunkturellen Einbrüchen weitgehend abkoppelt.

Absturz der klassischen Arbeiterpartei bei den Arbeitern

Bei den Arbeitern sieht das Bild komplett anders aus. Hier teilen sich AfD und CDU mit jeweils 30 Prozent die Spitze. Die SPD, traditionell die Partei der Arbeiterschaft, kommt nur noch auf mickrige 7 Prozent. Der dramatische Bedeutungsverlust der Sozialdemokraten in ihrer einstigen Kernklientel setzt sich damit fort.

Jugend driftet nach rechts – AfD überholt CDU

Bei den unter 30-Jährigen dominieren die Grünen zwar klar, doch auf Platz zwei folgt überraschend die AfD mit 19 Prozent – noch vor der CDU mit 17 Prozent. Besonders auffällig: Die Linke erreicht hier 12 Prozent und liegt damit doppelt so hoch wie die SPD (6 Prozent). Die junge Generation zeigt eine deutliche Polarisierung: stark grün, aber mit wachsendem bürgerlich-konservativen Anteil.

Bildung als zentraler Trennfaktor

Der Bildungsstand prägt das Wahlverhalten massiv. Bei Wählern mit Hauptschulabschluss führt die CDU mit 36 Prozent vor AfD (25 %) und Grünen (19 %). Bei Mittlerer Reife liegen die Christdemokraten mit 32 Prozent vorn, Grüne und AfD folgen nahezu gleichauf (25 % vs. 23 %). Erst ab Abitur und vor allem bei Hochschulabsolventen drehen die Grünen auf: 34 Prozent beim Abitur, beeindruckende 45 Prozent bei abgeschlossenem Studium. Höhere Bildung korreliert stark mit grüner Präferenz.

Geschlechterunterschied ist bei AfD relevant

Ein klassisches Geschlechtergefälle zeigt sich vor allem bei der AfD: Männer wählen sie mit 21 Prozent deutlich häufiger als Frauen (15 %). Bei SPD und Linken ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern dagegen minimal oder gar nicht vorhanden (SPD: 6 % bei Männern, 5 % bei Frauen; Linke: 5 % vs. 4 %).

Wahlergebnis im Überblick – dramatische Verschiebungen

Die AfD konnte ihr Ergebnis nahezu verdoppeln und landet auf Platz drei. Die SPD erlebt ein historisches Tief bei Landtagswahlen in Deutschland – Spitzenkandidat Andreas Stoch zog Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. FDP und Linke scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Woher kamen die grünen Stimmen?

Nach Erhebungen gewannen die Grünen insgesamt rund 260.000 Wähler hinzu. Der größte Schub kam von der SPD (115.000 Stimmen) sowie von ehemaligen Nichtwählern (ebenfalls 115.000). Kleinere Zuwächse gab es von FDP und Linken (je 15.000). Verluste mussten die Grünen vor allem an die CDU (135.000) und in geringerem Maße an die AfD (25.000) hinnehmen.

Das Gesamtbild zeigt eine tief gespaltene Wählerschaft: Die Grünen halten ihre Bastionen im öffentlichen Dienst und bei Höhergebildeten, während traditionelle Milieus nach rechts abdriften und die SPD fast vollständig marginalisiert wird.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Kommentare

Ist doch klar, dass tausende von bestbezahlten Schreibtischtätern, von denen es zum großen Teil Beamte sind, die keine Steuern zahlen müssen und mit üppigen Pensionen bis vor die Friedhofstür abgesichert sind, ihre Versorger nicht abwählen. Und da es immer mehr von denen gibt, ist es logisch, dass es auch immer mehr solche Wähler gibt. Dass die mit ihrer Wahl derer, die unsere Industrie, unsere Wirtschaft und damit unser Land vorsätzlich ruinieren und zerstören, diese Zerstörung selbst immer weiter vorantreiben, ist denen offensichtlich total egal. Diesen Wählern ist nun mal ihr Hemd näher als die Hose mit der Einstellung: Nach mir die Sintflut. Dass sehr viele von denen diese Sintflut allerdings selbst noch miterleben werden, das ist ihnen entweder nicht klar oder auch egal - nach dem Motto: Heute ist heute und an morgen muss man nicht denken.

Der Rest dieser Wähler, der nicht zur Klientel der Beamten und Angestellten gehört, sind einfach dumme und/oder indoktrinierte Menschen, die nicht selbständig mit Verstand denken können oder auch nicht wollen. Anders kann man sich dieses Wahlergebnis nicht erklären.

Ekkehardt Fritz Beyer

09.03.2026 | 16:32

... „AfD überzeugt bei jungen Wählern und Arbeitern“ ...

 

Und das nicht nur in BW! ... „Die vergangenen Wahlen zeigen, dass die AfD besonders bei jungen Menschen populär ist. Als Ursachen gelten unter anderem Verunsicherung und fehlende Teilhabe. Was kann man tun, um das Vertrauen in die Politik zu stärken?“

https://www.deutschlandfunk.de/junge-waehler-rechts-afd-100.html

 

Das Konzept des https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich mit dem entsprechenden Erfolg https://rtde.team/meinung/272462-welt-am-abgrund-deutschland-zerrissen-zeit-zur-vernunft-zu-kommen/ durchsetzen, welcher mich einst aus der DDR in die damals noch intakte BRD fliehen ließ??? https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=Fny8p3o2sVU

Im Herbst 1989 jedoch änderten sich die Zeiten gravierend!!! https://www.zdf.de/play/dokus/wtf-what-the-fact-100/wtf--ostdeutschland-in-wessi-hand-100

Wahrheitsfinder

09.03.2026 | 17:28

“…beeindruckende 45 Prozent bei abgeschlossenem Studium. Höhere Bildung korreliert stark mit grüner Präferenz.“

Tja “grün Life“ ist teuer - muss man sich leisten können. Und das war auch schon immer so !
Dazu braucht man ´nen top Job, mit entsprechender beruflicher Qualifikation !

Und Beamte und Angestellte können meist mit ´nem ÖPNV zur Arbeit gelangen und/oder bekommen Dienstwagen u. Benzin von der Firma/Dienststelle gestellt; müssen also oftmals auch nicht selber Benzin bezahlen. Großkonzerne und öffentliche Dienststellen kriegen Energiekosten immer noch einigermaßen finanziert.
Nur die sog. “Arbeiter“ (gewerblich beschäftigte bei kleineren Privatunternehmen, Handwerker, sonstige Dienstleister, auch sog. “Freiberufler“) müssen ihre Mobilität oft selbst finanzieren.

Es ist also eigentlich keine Frage zwischen politisch rechts oder links, sondern ganz einfach zwischen zum einen berufliche Qualifikation, und zum anderen Art des Arbeitgebers an sich (kleinere Privatbude oder Konzern/öffentlichen Dienst). Mehr nicht.

Naja und bei den jungen Wählern kommt vlt. noch der Schlumpf-Effekt (blau) dazu: https://youtu.be/OjTC8iCelMw 😁

Blindleistungsträger

09.03.2026 | 19:30

Das wirft die Frage auf, was heutzutage in diesem Land als höhere Bildung verstanden wird. Oder, ob höhere Bildung mit einer starken Verengung des Sichtfeldes einhergeht. Oder, ob es nicht vielmehr höhere Einbildung heißen sollte.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.