Hier die vollständige Rede im Bundestag
Außenpolitische Moralappelle oder geopolitische Ambitionen ohne eigene Machtbasis seien wirkungslos. Entscheidend sei deshalb, „zu fragen, was jetzt im deutschen Interesse ist“.
Die AfD-Vizechefin zeichnet zunächst das Bild eines Regimes, das seit der islamischen Revolution von 1979 für Unterdrückung und Terror stehe. Die Ayatollahs hätten Persien „in einen totalitären islamischen Staat umgewandelt“, der seine eigene Bevölkerung in Geiselhaft halte und international Instabilität exportiere. Die Sympathie der AfD gelte daher den Menschen im Iran, die für Freiheit demonstrieren. Doch aus dieser Sympathie folge nicht automatisch ein außenpolitischer Interventionsanspruch.
Gerade hier entwickelt von Storch ihren zentralen Gedanken: Die deutsche Außenpolitik dürfe sich nicht von Wunschdenken leiten lassen, sondern müsse nüchtern die eigenen Möglichkeiten und Interessen definieren.
Wunschdenken ersetzt keine Machtpolitik
Von Storch formuliert ein zugespitztes Bild, um die moralische Sehnsucht nach einem anderen Iran von der politischen Realität zu trennen:
„Wenn es einen Knopf geben würde, mit dem wir einen Iran schaffen könnten, ohne Wächterrat und Terrormilizen … die AfD würde diesen Knopf die ganze Zeit drücken. Aber es gibt so einen Knopf leider nicht.“
Damit kritisiert sie die Vorstellung, demokratische Systeme ließen sich von außen herstellen. Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte hätten gezeigt, dass Versuche des „Regimechange“ im Nahen Osten häufig in Chaos, Bürgerkrieg oder neuen Diktaturen endeten. Der sogenannte arabische Frühling sei eine „große Illusion“ gewesen, die letztlich in einer Katastrophe geendet habe.
Vor diesem Hintergrund betrachtet von Storch militärische Interventionen mit großer Skepsis. Im Nahen Osten gebe es oft nur eine Wahl „zwischen Pest und Cholera“: auf der einen Seite ein Iran mit Atomwaffen, auf der anderen Seite eine militärische Eskalation mit ungewissem Ausgang.
Gerade deshalb dürfe Deutschland nicht so tun, als könne es den Verlauf dieser Konflikte entscheidend bestimmen.
Deutschland ist Zuschauer – also muss es seine Interessen definieren
Ein zentraler Punkt der Rede ist die nüchterne Diagnose der deutschen Machtposition. Von Storch zitiert zustimmend eine Einschätzung aus den Medien: „Deutschland ist Zuschauer. Wir spielen da gar keine Rolle.“
Deutschland könne weder verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickle, noch könne es ein Regime stürzen oder einen Krieg stoppen. Außenpolitische „Bekenntnisse zum Völkerrecht“ seien zwar rhetorisch beliebt, änderten aber nichts an den realen Machtverhältnissen.
Aus dieser Analyse folgt ihr strategischer Schluss: Statt symbolischer Außenpolitik müsse Deutschland sich auf das konzentrieren, was tatsächlich im eigenen Einflussbereich liege.
Ihre Formel dafür lautet ausdrücklich: „Germany first.“
Das bedeutet aus ihrer Sicht nicht Isolation, sondern eine klare Prioritätensetzung: Schutz der eigenen Grenzen, der eigenen Sicherheit und der eigenen wirtschaftlichen Stabilität.
Sicherheitspolitik beginnt an den deutschen Grenzen
Die erste Konsequenz dieser Interessenpolitik sieht von Storch in einer konsequenten Kontrolle der Migration. Ein Krieg oder eine Eskalation im Nahen Osten könne schnell neue Fluchtbewegungen auslösen.
Deshalb dürfe sich ein Szenario wie 2015 nicht wiederholen. „Ein Herbst 2015 darf sich nicht wiederholen“, erklärt sie und fordert, die Bundespolizei sofort in Grenzschutzbereitschaft zu versetzen.
Zugleich plädiert sie dafür, die Balkanroute in Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten zu schließen und auch das europäische Asylrecht so zu verändern, dass Mittelmeeranrainer Boote zurückweisen können. Für sie ist dies Teil einer souveränen Sicherheitsstrategie: Deutschland müsse verhindern, dass Konflikte aus der islamischen Welt unmittelbar auf deutsches Territorium überschwappen.
Zur vollständigen Rede von Beatrix von Storch hier
Innere Sicherheit: Netzwerke des Regimes bekämpfen
Ein zweiter Schwerpunkt ihrer Argumentation betrifft die Bekämpfung möglicher iranischer Einfluss- und Terrorstrukturen in Deutschland.
Von Storch spricht von „Schläfern des Mullah-Regimes“, die aufgespürt und unschädlich gemacht werden müssten. Terroristen und Unterstützer radikaler Organisationen sollten abgeschoben, inhaftiert oder strafrechtlich verfolgt werden – „alles, was rechtlich möglich ist“.
Dazu gehöre auch ein Ende der Auslandsfinanzierung von Moscheen und Organisationen, die Hass predigten oder als Rückzugsräume extremistischer Netzwerke fungierten. Nationale Souveränität bedeute in diesem Kontext vor allem: Kontrolle darüber, welche politischen und religiösen Kräfte innerhalb Deutschlands wirken.
Gleichzeitig unterscheidet von Storch klar zwischen iranischen Freiheitsbewegungen und islamistischen Akteuren. Sie erklärt:
„Wir haben volle Sympathie für die Menschen, die in der ganzen Welt, auch hier gerade unter den Linden, für einen freien Iran demonstrieren, mit den bunten Fahnen von Persien und Deutschland, von Israel, den Vereinigten Staaten. Was für ein krasser Gegensatz zu diesen endlosen hasserfüllten Palästina-Demos. Die freiheitsliebende Perserin ohne Kopftuch hat ihren Platz in Deutschland.“
Demgegenüber zieht sie eine klare Grenze gegenüber extremistischen Akteuren:
„Der bärtige Hisbollah-Aktivist gehört hier nicht hin und muss raus, und zwar schnell.“
Energiesouveränität als einzig mögliche strategische Antwort
Von Storch verbindet die geopolitische Lage im Nahen Osten außerdem mit der deutschen Energiepolitik. Eine Eskalation rund um den Iran könne die globalen Öl- und Gaspreise stark erhöhen und damit Deutschland wirtschaftlich treffen.
Ihre Antwort darauf lautet: maximale energiepolitische Unabhängigkeit.
Sie fordert, „so viele Kohlekraftwerke wie möglich wieder ans Netz“ zu bringen, zur Kernenergie zurückzukehren und auch Projekte wie Nord Stream wiederzubeleben. Ergänzend plädiert sie für Steuersenkungen auf Energie, um Wirtschaft und Bürger zu entlasten.
Energiepolitik wird damit zu einem Instrument nationaler Resilienz: Wer seine Energieversorgung selbst sichern könne, sei weniger anfällig für Krisen im Nahen Osten.
Die zentrale Herausforderung: Konflikte der islamischen Welt aus dem eigenen Land fernhalten
Am Ende bündelt von Storch ihre Argumentation zu einer sicherheitspolitischen Grundthese. Die größte Gefahr für Deutschland sei nicht ein einzelner Konflikt, sondern die geografische Nähe zu einer Region, die von politischen und religiösen Konflikten geprägt sei.
Deutschland könne diese Welt nicht reformieren, sagt sie. Aber es könne verhindern, dass deren Konflikte auf deutschem Boden ausgetragen werden.
Genau darin sieht sie die zentrale Aufgabe deutscher Politik: nationale Interessen definieren, staatliche Souveränität verteidigen und die Stabilität im eigenen Land sichern.
Oder, in der Logik ihrer Rede zusammengefasst:
Nicht die Umgestaltung des Nahen Ostens, sondern der Schutz Deutschlands muss der Maßstab deutscher Politik sein.



Kommentare
... „Deutschland könne weder…
... „Deutschland könne weder verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickle, noch könne es ein Regime stürzen oder einen Krieg stoppen. Außenpolitische „Bekenntnisse zum Völkerrecht“ seien zwar rhetorisch beliebt, änderten aber nichts an den realen Machtverhältnissen.“ ...
Apropos Völkerrecht: „Krieg gegen Iran: Angriff ohne Mandat – Rechtsbruch ohne Scham“!!! https://www.nachdenkseiten.de/?p=147130
Dem kann ich Punkt für Punkt…
Dem kann ich Punkt für Punkt nur voll zustimmen!
Die entscheidende Aussage ist, Politik (nicht nur im Iran-Konflikt!) an den eigenen Interessen ausrichten!
Genau daran werden aber die Marionetten fremder Mächte in unseren(?) Regierungen (vermutlich mit Mafiamethoden) immer wieder gehindert:
Sei es bezüglich Migration, Klimaschikanen, Rüstungswahn, Sanktionen gegen Russland oder Geldverschwendung für die Ukraine.
Mit unserer(?) Regierung samt links/grüner Opposition sind aber weder der Schutz noch das Wohl Deutschlands Maßstab deutscher(?) Politik.
Wann wird die medienverdummte (immer noch?) Mehrheit der deutschen Wähler das endlich begreifen und aufhören, die feigen Knechte deutschfeindlicher Mächte zu wählen?
Und was ist jetzt mit EU…
Und was ist jetzt mit EU-weiten Sanktionen gegen die USA wegen des Überfalls auf ein Land, welches ihn en nichts getan hat???
Quod lizet Iovis non lizet…
Quod lizet Iovis non lizet bovis!
(was einem Gott erlaubt ist, bleibt einem Rindvieh verwehrt!)
Genau so ist es. Wir…
Genau so ist es. Wir konzentrieren uns auf unser Land.
Und jetzt schaut euch an, was der dumme deutsche Michel (m, w) wählt. Genau das Gegenteil!
Wolodja21La@web.de
MERZ ist der Dackel von TRUMP und TRUMP macht viel für die US-Waffenindustrie. Man kann schon ahnen, was kommt. Der Krieg im Mittleren Osten weitet sich immer mehr aus. Offensichtlich nutzen die USA Flugplätze in Aserbaidschan und der Türkei, denn beide Länder werden vom Iran angegriffen:
Nahost-Krieg: Aserbaidschan wirft Iran Drohnenangriffe vor | tagesschau.de
Natürlich wird die deutsche Regierung wieder 1 Millionen Asylanten aus dem Orient aufnehme und der ÖRR findet dies natürlich super.
Ich denke, die deutschen Interessen werden gerade mal wieder auf den Müllhaufen der Geschichte landen. Die Weltwirtschaftskrise wird Deutschland hart treffen, wie bereits TRUMP gegenüber MERZ äußerte. Es wird weitergeschlafen in Deutschland, bis hier die Anarchie ausbricht....
Frau von Storch, Ihr Wort in…
Frau von Storch, Ihr Wort in Gottes Ohr. Wie wollen Sie mit Ihrer politischen, strategischen Vorstellung sich bei dieser sozialistischen Regierung Gehör verschaffen? Die verstehen nur Planwirtschaft, Migration, Meinungsstillstand und Überwachung. Allein schon mit ihrer Migrationspolitik verstoßen sie gegen ihre eigens aufgestellte Klima-Philosophie. Bevölkerungsexplosion ist das größte Übel für das Klima. Wenn schon allein in Berlin aus nur einer Straße tonnenweise Müll gesammelt werden, dann ist das schon selbstredend für das Migrationsübel.
Gegen diese sozialistischen Regierung ist kein Kraut gewachsen. Trotzdem wünsche ich Ihnen, schon in unserem Sinne, viel Erfolg.
Nur Kriegsberichte - was ist mit dem eigenen Land?
Ich finde es furchtbar, dass ständig nur von Kriegen im Ausland berichtet wird. Was ist mit unserem eigenen Land ? Die Zustände werden immer schlechter und mit der Wirtschaft geht es immer mehr bergab.
Der Iran und der Irak bekriegen sich schon seit 1980, dem 1. Golfkrieg. Bereits 1980 und auch schon davor waren die USA daran beteiligt, also seit mindestens 2-3 Generationen!!!
Einige Monate nach Ende seiner Präsidentschaft 1981 beschuldigte Abolhassan Banisadr die Vereinigten Staaten, den Irak zum Angriff angestiftet zu haben. Im Jahr 2009 erklärte das religiöse Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, Ali Chamenei: „Die Vereinigten Staaten gaben Saddam grünes Licht. Dies war ein weiterer Schachzug der US-Regierung, um Iran anzugreifen.“ Der Historiker Pierre Razoux schrieb im Jahr 2013 hingegen, dass Analysen der Ereignisse und neue Quellen, sowie Interviews mit Zeitzeugen keine Zweifel daran ließen, dass die USA den Irak nicht dazu gedrängt hätten. Der Irak hatte 1967 nach dem Sechstagekrieg die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und Saddam hegte ein tiefes Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten
Ich kann Ihnen leider nur zum Teil zustimmen, Frau von Storch
....... und erlaube mir als AfD-Wähler der ersten Stunde - seit 2013 habe ich nie etwas anderes gewählt - zum Ausdruck zu bringen, dass ich hier voll und ganz auf der Seite der USA, Israels und vor allem des großartigen iranischen Volkes stehe, das von den Islam-Fanatikern so lange drangsaliert wurde, dass es die Freiheit nun einfach verdient hat.
Ich meine, Donald Trump hat es richtig gemacht, der Mann ist nämlich von einem treffsicheren Instinkt geleitet, wie er deutschen Politikern so fehlt. Trump und seine m.E. großartige Regierung haben die AfD immer fair behandelt, wir sollten ihr nicht in den Rücken fallen - so wie es Herr Chrupalla, den ich sonst immer geschätzt habe, unlängst leider getan hat.
Ich hoffe, es geht nach den nächsten Wahlen weiter mit J.D. Vance an der Spitze der Vereinigten Staaten. Sollte der aalglatte, linkswoke Selbstdarsteller Newsom ans Ruder kommen, werden wir uns alle noch nach Donald Trump und seiner Politk des gesunden Menschenverstandes zurücksehnen!
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