Beatrix von Storch war zu Gast bei Markus Lanz – und nutzte die Bühne, um einen Grundkonflikt deutscher Außenpolitik offenzulegen. Immer wieder lenkte sie den Blick weg von moralischen Selbstvergewisserungen und hin zu dem, was sie als Kernaufgabe staatlichen Handelns beschreibt: die Definition und Vertretung nationaler Interessen. Deutschland, so der Tenor ihrer Wortmeldungen, verliere international an Bedeutung, weil es sich weigere, die Realität einer sich wandelnden Weltordnung anzuerkennen.
Die internationale Politik tritt in eine multipolare Phase ein. Wer in dieser Lage ausschließlich moralisch urteilt und seine Schritte davon lenken läßt, statt strategisch zu handeln, begibt sich selbst ins Abseits. Deutschland droht nichts weniger als der langfristige Verlust seiner Rolle als ernstzunehmender Gesprächspartner.
Beatrix von Storchs Abrechnung mit der moralischen Selbstüberhöhung Europas
Pointiert fasste von Storch ihre Kritik an der deutschen Haltung zusammen, als sie feststellte: "Typisch deutsch oder europäisch zu sagen: Wir machen nichts, wir können nichts, aber wir urteilen über die anderen."
Damit beschrieb sie eine Haltung, die sie im politischen und medialen Diskurs immer wieder erkennt: die Überzeugung, aus einer vermeintlich rechtspolitischen wie moralisch überlegenen Position heraus urteilen zu können, ohne selbst bereit oder in der Lage zu sein, Verantwortung zu übernehmen oder Machtmittel einzusetzen. Für von Storch ist diese Haltung nicht Ausdruck von Stärke, sondern von Selbstentmachtung.
Mahnung für eine interessengeleitete Außenpolitik im Zeichen einer neuen Weltordnung
Ein zentrales Motiv ihrer Argumentation war die Forderung, außenpolitische Realität zur Kenntnis zu nehmen – auch dann, wenn sie unbequem ist. Mit Blick auf die Vereinigten Staaten machte Beatrix von Storch deutlich, dass Deutschland sich der von Washington gesetzten Realitäten nicht entziehen könne. Außenpolitik ist eben kein Wunschkonzert, sondern der Umgang mit Macht, Interessen und faktischen Gegebenheiten.
Am Beispiel der Grönland-Offensive Donald Trumps, der die dänische Kolonie für sich beansprucht, verwies sie darauf, dass Grönland natürlich zu Dänemark gehöre, aber man nun damit einfach umgehen müsse, daß die Vereinigten Staaten Ansprüche an ein Land in ihrer Hemisphäre formulierten.
Wörtlich führte sie aus: "Trump haut auf den Tisch und sagt, das ist jetzt meins. Und das Ergebnis ist, wir reden jetzt alle über Grönland. Der deutsche Verteidigungsminister sagt, wir müssen deutsche Truppen stationieren, um Grönland zu sichern gegen chinesischen Einfluss. Das ist genau das, was Trump möglicherweise auch will. Wir irritieren uns an dem Stil, den er pflegt, aber das Ergebnis ist eindrucksvoll."
Von Storch: Alle Friedensinitiativen der AfD im Ukraine-Krieg wurden abgeblockt
Auch die Debatte um den Ukrainekrieg ordnete von Storch konsequent in diesen realpolitischen Rahmen ein. Sie stellte klar, dass die AfD von Beginn an das Ziel verfolgt habe, eine deutsche Kriegsbeteiligung zu verhindern. Mehrere Initiativen im Bundestag – darunter Forderungen nach einem Rückzug russischer Truppen und Volksabstimmungen in den besetzten Gebieten – seien pauschal als "Moskau-Propaganda" diffamiert worden.
Damit, so der implizite Vorwurf, werde jede Form diplomatischer oder friedensorientierter Initiative moralisch diskreditiert, ohne sich inhaltlich mit ihr auseinanderzusetzen.
Den Vorwurf von Lanz, die AfD betreibe Populismus mit dem Satz "unsere Kinder und Söhne geben wir nicht", konterte die AfD-Vizechefin elegant, dass es vor allem Vertreter von CDU und Grünen seien, die die Wiedereinführung der Wehrpflicht immer wieder mit dem Ukrainekrieg und angeblichen imperialen Ambitionen Russlands verknüpften.
"Sie haben mich in der letzten Sendung 47 Mal unterbrochen und ich schätze, daß wir das dieses Mal toppen werden"
Auffällig war im Verlauf der Sendung die Gesprächsführung. Markus Lanz stellte wiederholt Fragen, die weniger auf Analyse als auf moralische Diskreditierung zielten. Formulierungen wie „Finden Sie das in Ordnung?“ oder „Was empfinden Sie dabei?“ waren eindeutig nicht als interessierte Fragen gemeint, sondern mit lauerndem Unterton, die an Gesinnungstests erinnerten.
Von Storch konterte diese Zuspitzungen gelassen. Mit trockenem Humor merkte sie an: "Sie haben mich in der letzten Sendung 47 Mal unterbrochen und ich schätze, daß wir das dieses Mal toppen werden".
Trotz ständiger Unterbrechungen durch Lanz und die beiden anderen Teilnehmer, dem EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber und der TAZ-Journalistin Ulrike Herrmann, blieb sie ruhig und gelassen und führte das Gespräch mit klaren Argumenten konsequent zum Kern zurück.
Venezuela und die Logik von Interessen
Besonders deutlich wurde ihr Ansatz am Beispiel Venezuela. Von Storch erklärte die amerikanische Intervention mit den sicherheitspolitischen Interessen der USA und verwies auf die massiven Auswirkungen des internationalen Drogenhandels auf die Vereinigten Staaten.
Trump betrachte die militärische Intervention als völkerrechtlich zulässige Selbstverteidigung, weil das venezolanische Regime den internationalen Drogenhandel aktiv befördert und damit die Souveränität und Vitalität von Nachbarstaaten untergräbt.
Bezogen auf die Frage von Lanz, was sie bei Trumps Interventionen "empfinde", kontert Beatrix von Storch mit erfrischender Klarheit:
"Ich wünschte mir, daß wir in D eine Politik machen würden, die uns in die Lage versetzt, auf internationaler Ebene eine maßgebliche Rolle zu spielen. Wir bedauern sehr, daß wir uns selber so schwächen durch die Politik, die insbesondere in Brüssel, aber auch in Berlin gemacht wird, die uns wirtschaftlich so schwach machen, daß wir immer weniger eine Rolle spielen um mitzureden."
Moralische Empörung ersetzt keine Handlungsfähigkeit – mit dem Ergebnis, dass Europas Interessen international nicht berücksichtigt werden.
Die gefährliche Realitätsverweigerung der Brüsseler Eurokraten
Die typische Reaktion der Brüsseler Politclique sieht man an Manfred Weber: Der EVP-Chef wackelt beständig ungläubig-empört den Kopf, wenn Beatrix von Storch mehr Sinn für reale Verschiebungen in der Weltordnung anmahnt und dafür plädiert, diese konstruktiv anzugehen, anstatt beständig darüber zu lamentieren, daß sich die Vereingten Staaten unter Donald Trump über die "regelbasierte Werteordnung" hinwegsetzen, die die EU und die europäischen Nato-Partner mit Inbrunst beschwören und glauben, diese selbst von ihnen selbst festgelegten Regeln seien für alle Zeiten verbindlich.
"Regeln" und "Werteordnung", "regelbasierte Welt", in fast jedem Satz fallen diese Begriffe bei Weber, der meint, weil die Europäer so an diese Regeln glauben, dann müsste sich auch eine Weltmacht wie die USA daran halten. Dementsprechend ist die ungläubige Fassungslosigkeit bei dem Herrn, daß sie es einfach nicht tun. Man hört förmlich den typisch deutschen Beamten aus ihm heraus, der sich auf ein dickes Buch von Verwaltunsgregeln stellt, um sich größer zu machen und aus dem er unablässig wie aus der Bibel zitiert.
Die Welt kann nicht von Kindern mit Wunschträumen regiert werden, sondern von Politikern mit Sinn für Realität
Mit ihrer Argumentation legt Beatrix von Storch die Realitätsverweigerung einer Generation von Politikern offen, wie sie Manfred Weber, Johann Wadephul und Friedrich Merz repräsentieren, die von sich von den weltanschaulichen Prägungen des Kalten Kriegs nicht lösen können. Statt sich in moralischer Empörung einzumauern, muss Deutschland akzeptieren, dass Politik in einer physisch fassbaren Welt stattfindet – mit Machtverschiebungen, Konflikten und Interessen, denen man sich stellen muss und sich nicht wie ein Kind die Decke über den Kopf ziehen kann.
Fazit: Klarheit statt Gesinnung
Beatrix von Storch setzte an diesem Abend immer wieder wichtige Akzente. Freundlich im Ton, respektvoll gegenüber ihren Gesprächspartnern, aber bestimmt in der Sache, erinnerte sie an eine basale Erwartung der Bürger: dass Politik sich an der Wirklichkeit orientiert und nicht an Wunschbildern. Außenpolitik, so ihr unausgesprochener Maßstab, ist kein moralisches Seminar, sondern die Kunst, "in einer unvollkommenen Welt handlungsfähig zu bleiben."
Trotz ständiger Unterbrechungen durch Lanz und die beiden anderen Teilnehmer, dem EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber und der TAZ-Journalistin Ulrike Herrmann, blieb sie ruhig und gelassen und führte das Gespräch mit klaren Argumenten konsequent zum Kern zurück.


Comments
... „Deutschland droht…
... „Deutschland droht nichts weniger als der langfristige Verlust seiner Rolle als ernstzunehmender Gesprächspartner.“ ...
Ja mei: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-08/kolumne-wir-amis-usa-deutschland-syrien
Hinzu kommen die innenpolitischen Versagen. Hier nur ein Beispiel
- „Schlappe für MAD-Schlapphüte: ... „Handelte es sich um einen Einzelfall, wäre die Geschichte kaum interessant. Aber der MAD hat einen Prozess verloren, weil er genauso argumentiert hat, wie der Verfassungsschutz es tut – und das Gericht nichts davon hielt.“ ... „Aber das, was der MAD da dem Bayrischen Verwaltungsgericht auf den Tisch legte, war auch nicht signifikant schlechter als das, was sich beispielsweise in den Dossiers des Verfassungsschutzes findet, auf deren Grundlage AfD-Kandidaten von Wahlen ausgeschlossen wurden (wobei das extremste Exemplar nach wie vor die Mutmaßungen über Hans-Georg Maaßen, den ehemaligen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, sind). https://rtde.team/meinung/267305-schlappe-fuer-mad-schlapphuete/
Die Waffenlieferungen an die…
Die Waffenlieferungen an die Ukraine können allmählich verringert werden. Denn in Russland ereignet sich eine demografische Katastrophe, von der die Autokraten betroffen sind.
https://jlt343.wordpress.com
Einmal mehr hat sich Frau v…
Einmal mehr hat sich Frau v. Storch im "Feindesland" wacker geschlagen!
Was mir ein wenig fehlt, sind deutlichere und mutigere Aussagen, daß nicht nur die deutsche Politik, sondern auch die ganz Europas, vorrangig den Weltmachtzielen der US-Globalisten dient.
Insbesondere, daß die teure Einmischung Europas in den Ukraine-Krieg samt dem fremdverordneten Rüstungswahn in keinster Weise dem Wohl oder der Sicherheit Europas und erst recht nicht Deutschlands dient.
Und - die Aussage "Typisch…
Und - die Aussage "Typisch deutsch: wir machen nichts, wir können nichts, aber urteilen über die anderen" würde ich gerne etwas umformulieren:
Typisch für eine deutsche Mehrheit sind für mich Obrigkeitshörigkeit, Mediengläubigkeit und eine gewisse "Prügelknabenmentalität".
Und statt "wir machen nichts", würde ich sagen, "wir machen nur das, was die Fremdherrschaft will".
Statt "wir können nichts", "wir könnten sehr viel, aber wir trauen uns nicht".
Statt "urteilen über die anderen", "machen uns über unsere(?) fremdgelenkten Medien zum Sprachrohr globalistischer Weltmachtambitionen".
dumm dümmer deutsch... !!! ,…
dumm dümmer deutsch... !!! ,,die dümmsten schwimmen oben weil sie gnadenlos "hohl sind..." gehen aber alle unter da sie allesamt nicht ganz dicht sind... alice erlöse uns von dem dreck... alles für alice-deutschland...
Sehr geehrte Frau von Storch…
Sehr geehrte Frau von Storch,
ich habe mir gestern ihren besuch bei dem Wadenbeißer oder besser "Straßenköter" (die vierbeinigen Straßenköter mögen mir verzeihen) Lanz angetan.
Eine Frage: "Warum haben Sie sich ständig ohne Gegenwehr von diesem mehrmals von von der Leyen gef----- CSU Weber beleidigen lassen?"
Einfach nur erbärmlich von diesem EU Mafioso. Aber, Sie waren nicht die Erste die dort aufs Übelste vorgeführt wurden.
B, von Storch
Genau getroffen, Frau von Storch! Bestes Beispiel: Unsere Polit-Kasper schicken die Bundeswehr nach Grönland, um dieses tapfer bis zum letzten Mann gegen den Imperator Trump zu verteidigen. Und was hören wir zu dem Geschehen im Iran? Zu den Mullahs, die eher das eigene Volk massakrieren als von ihrer "Allahgegeben" Herrschaft zurückzutreten? Dröhnendes Schweigen!
Lanz Sendung ist wie Inquisition gegen die Realität.
Ich habe leider keine Zeit gehabt mir die Sendung anzusehen, weil auch jedes mal mir die Faust quillt, wenn dieser 2 Millionen Mann so tut, als wäre er die Glocke über das freie Denken und Sagen und er nur sabotiert. Ekelhaft. Und dann - ich brauche nur den Namen "Weber" hören - passt, Lanz lädt immer solche zwielichtigen Glimmlampen ein um Stimmen der Vernunft zu kontern und Wahrheiten rhetorisch bekämpfen zu lassen. Wer ist denn überhaupt dieser Weber? Er trägt denselben Charakter wie alle dort im Brüsseler Sanktionsclub der Umstürzler. Für deren Monats-Salär muss ein normaler Arbeiter mind. 1 Jahr arbeiten - nur, ein Arbeiter betreibt Wertschöpfung - ein gewisser Weber alt sich als Made am Glas empor und tut nichts den ganzen Tag. Die Sendung Lanz - da könnte ich auch die Sendung Böhmermann anschauen - dieselbe kranke Intension.
Beatrix von Storch bei Lanz
UNFASSBAR - UNFASSBAR - UNFASSBAR - UNFASSBAR!!!!!!!!!!!!!!!!
ICH BIN MAXIMAL EMPÖRT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gerade habe ich mir diese Sendung angesehen - das war u n e r t r ä g l i c h e
ungeheuerliche UNVERSCHÄMTHEIT !
Hier plante man keine Diskussion - sondern eine politische HINRICHTUNG!
Frau Von Storch war souverän und sehr, sehr geduldig. Sie ließ sich diese bitter-gallige, respektlose, unverfrorene, geringschätzige Behandlung gefallen. Vielleicht dachte sie, diese schändliche Art jemanden zu diskreditieren würde auf die Übeltäter zurückfallen.
Lanz ist ein hinterhältiger, gekaufter, gemeiner Kriecher, der die AFD und ihre Anhänger hasst. Das hat er dieses Mal wieder klar und eindeutig bewiesen.!
Gegen Daniel Günther in der letzten Sendung hat Lanz das Maul nicht aufgemacht - da war nur Schleimerei und Zustimmung.
Widerlich!!!!! - bei dem Kerl wird einem regelrecht schlecht. Wer möchte so einen Moderator???
Mir jedenfalls, reicht das für alle Zeiten, diesen Typen tu ich mir nicht mehr an!
https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-14-januar-2026-100
Er hasst alle Menschen die…
Er hasst alle Menschen die ihn nicht bezahlen bzw. nicht kriecherisch Recht geben, wie dieser "Her Journalist" Robin Alexander, der immer dann eingeladen wird wenn er-Lanz meint Beistand zu benötigen.
Frau von Storch hat sehr…
Frau von Storch hat sehr viel Mut und Ausdauer bewiesen. Unterhalten Sie sich mal mit einer sozialistischen Betonwand, ohne Hammer und Meizel zu benutzen.
Die Welt kann nicht von Kindern mit Wunschträumen regiert werden
Unter der Regierung des Fritz Merz läuft wirklich alles schief: der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab und belastet unser Land weiterhin stark, die korrupte Ukraine wird weiterhin mit Milliarden aus deutschen Steuergeldern gefüttert und mit den Amerikanern gibt es immer mehr Differenzen. Nun auch noch in der Grönland-Angelegenheit, wo sich Merz ungefragt einmischt. Was mögen sich er und seine Mitarbeiter Pisstorius und Rechtsanwalt Wadephul dabei gedacht haben, ein Vorauskommando der BW mit 12 Soldatinnen und Soldaten in einem Großraumtransporter nach Grönland zu schicken, um schon einmal strategische Pflöcke gegen die Amerikaner einzuschlagen? Das hätte man auch wesentlich billiger und umweltfreundlicher mit einer Passage auf einem Kreuzfahrtschiff haben können! Eine lächerliche Geste deutscher Kampfbereitschaft auch hier…
Übrigens, was den Anwalt "What a fool" anbetrifft, so hat doch Kamerad Pisstorius den Major d. R. aus Neumünster bereits nach einer 12tägigen Reserveübung zum Oberstleutnant d. R. ernannt. An solchen netten Gesten merkt man, dass sich Union und Sozialisten bei allen Querelen heute näher stehen als je zuvor.
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