Denn es zeichnet sich ein alarmierender Trend ab: Jungen geraten zunehmend ins Hintertreffen. Sie sind die Bildungsverlierer. Das stellt nicht nur den sozialen Frieden, sondern insgesamt die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft in Frage.
Von der Benachteiligung der Mädchen zur systematischen Bildungsdiskriminierung der Jungen
Noch in den 1960er Jahren war eine höhere Schulbildung für junge Frauen oft nicht vorgesehen. Die Bildungsexpansion der folgenden Jahrzehnte hat diese geschlechtsspezifische Benachteiligung schrittweise aufgehoben. Heute hat sich das Bild jedoch umgekehrt. Die klassischen Bildungsverlierer sind nicht mehr die Mädchen, sondern die Jungen. Eine aktuelle Analyse des Chancenmonitors vom Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit „Bild hilft e.V. Ein Herz für Kinder“ macht die Dimension dieses Wandels deutlich.
Die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, liegt bei Mädchen inzwischen bei 43,5 Prozent, bei Jungen nur noch bei 36,9 Prozent – ein Rückstand von 6,6 Prozentpunkten, der sich durch alle sozialen Schichten zieht. Im Verlauf der Schulzeit verstärkt sich dieser Gender Gap zulasten der Jungen sogar weiter und erreicht bei 16- bis 18-Jährigen 9,6 Prozentpunkte. Besonders in der Oberstufe scheiden viele Jungen vorzeitig aus dem klassischen Gymnasialweg aus. Der Abstand fällt lediglich in den obersten Bildungs- und Einkommensgruppen etwas geringer aus.
Soziale Herkunft dominiert – Geschlecht verstärkt den Effekt
Der familiäre Hintergrund bleibt der stärkste Treiber für Bildungschancen. Die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasialbesuchs liegt bei Kindern aus dem untersten Einkommensviertel mit Eltern ohne Abitur bei nur 16,9 Prozent. Bei Kindern aus dem obersten Einkommensviertel mit Eltern mit Abitur steigt sie auf 80,3 Prozent. Im Durchschnitt besuchen 40,1 Prozent der 10- bis 18-Jährigen ein Gymnasium. Migrationshintergrund und Alleinerziehenden-Status spielen ebenfalls eine Rolle, allerdings schwächer als Bildung und Einkommen der Eltern.
Kombiniert man diese Faktoren mit dem Geschlecht, wird das Ausmaß der Ungleichheit besonders sichtbar: In der untersten sozialen Gruppe liegt die Gymnasialwahrscheinlichkeit für Jungen bei nur 14 Prozent, während sie für Mädchen in der obersten Gruppe auf 82,4 Prozent steigt. Der geschlechtsspezifische Nachteil der Jungen zieht sich also quer durch die Gesellschaft und addiert sich zu bestehenden sozialen Benachteiligungen.
Frühe Unterschiede und zunehmende Schere in der Schullaufbahn
Bereits beim Eintritt ins Gymnasium im Alter von zehn bis zwölf Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für Jungen um 4,4 Prozentpunkte unter der der Mädchen. In der Gruppe der 13- bis 15-Jährigen wächst der Abstand auf 5,3 Prozentpunkte, bei 16- bis 18-Jährigen auf 9,6 Prozentpunkte. Dies deutet darauf hin, dass viele Jungen im Laufe der Schulzeit den Anschluss verlieren oder den Gymnasialweg vorzeitig verlassen.
Der Gymnasialbesuch ist nur ein Indikator. Weitere Daten zeigen ein breites Bild: Jungen werden häufiger verspätet eingeschult, haben öfter diagnostizierte Lernschwierigkeiten, Lese- oder Rechtschreibstörungen sowie Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen. Die Zahl der Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf liegt um mehr als drei Viertel über der der Mädchen. Zudem wiederholen Jungen häufiger eine Klasse.
Besonders ausgeprägt ist der Rückstand bei den Lesekompetenzen, wie internationale und nationale Schulleistungsstudien wie IGLU, IQB-Bildungstrend und PISA belegen. In Mathematik erreichen Jungen dagegen durchgehend höhere Werte, in den Naturwissenschaften sind die Ergebnisse ähnlich.
Ein weiblich geprägtes System fordert seinen Preis
Jahrzehnte wurden das Bildungssystem, Lernumgebung und die schulische Lehre so umgebaut, dass es spezifisch weiblichen Bedürfnissen entsprach. Jungen hatten sich dem spezifischen Geschlechterverhalten von Mädchen anzupassen. Für die Bedürfnisse von Jungen – größere Neigung zu Aufsässigkeit, Dominanz und Ungehorsam, Anpassungsschwierigkeiten, laxerer Umgang mit Regeln – wurde der Raum wie das Verständnis immer kleiner.
Hinzu kommt die starke geschlechtliche Schlagseite im Bildungssystem: Etwa 75 Prozent aller Lehrer sind Frauen. Das Bildungssystem ist weiblich. Mädchen sind darin die Gewinner, Jungen die Verlierer. Mädchen werden gefördert und ihre Bedürfnisse berücksichtigt, Jungen haben wie sie leise zu sein, achtsam und aufmerksam, regelkonform und gehorsam – alles Eigenschaften, die durchschnittlich öfter auf Mädchen zutreffen als auf Jungen. Diese einseitige Ausrichtung fordert nun ihren Preis.
Die Politik muss beide Geschlechter in den Blick nehmen
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat bei der Vorstellung des Chancenmonitors Alarm geschlagen: „Wir haben seit Jahrzehnten zu Recht versucht, uns besonders anzustrengen, um Bildungschancen für Mädchen zu verbessern. Aber die Jungs haben wir aus dem Blick verloren. Die Folgen zeigen sich jetzt leider dramatisch.“ Diese Entwicklung sei in allen OECD-Staaten zu beobachten. Fortschritte in der Gleichstellungspolitik seien nur noch möglich, wenn beide Geschlechter mit ihren besonderen Bedarfen und Problemen gesehen würden.
Konkrete Ansätze könnten mehr männliche Fachkräfte in Kitas und Schulen, für Jungen geeignete Freizeitangebote und Leselektüren sowie ein verändertes Mindset bei Lehrkräften sein. Prien betonte, dass natürliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerkannt werden müssten, statt Jungen lediglich als „schlechtere Mädchen“ zu betrachten. Chancengerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen bleibe der Kern der Gerechtigkeitsdebatte. Programme wie das Startchancen-Programm, das gezielt Schulen in schwierigen Lagen fördert, könnten ein erster Schritt sein, Ungleiches auch ungleich zu behandeln.
Die einseitige Fokussierung auf die Förderung von Mädchen und Frauen hat zu einem System geführt, in dem Jungen systematisch benachteiligt werden. Eine ausgewogene Politik, die beide Geschlechter mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen ernst nimmt, ist überfällig, um echte Chancengerechtigkeit herzustellen – nicht nur für die eine Hälfte der Bevölkerung.


Comments
Und der "Hetero-Beziehungsmarkt" auch !
Ja und auf den heterosexuellen (!) "Beziehungsmarkt" sind die die Männer ebenfalls die Verlierer - und damit auch die Demographie - letztendlich !
Das Stichwort lautet da "Hypergamie".
Voilá: https://youtu.be/CX1LUZTMzOU
... „Die einseitige…
... „Die einseitige Fokussierung auf die Förderung von Mädchen und Frauen hat zu einem System geführt, in dem Jungen systematisch benachteiligt werden. Eine ausgewogene Politik, die beide Geschlechter mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen ernst nimmt, ist überfällig, um echte Chancengerechtigkeit herzustellen – nicht nur für die eine Hälfte der Bevölkerung.“
Ja mei: „Die Wahrnehmung, dass viele Politiker nicht über fachliche Expertise in ihren Aufgabengebieten verfügen, ist in der Bevölkerung weit verbreitet und wird durch verschiedene Faktoren gestützt: https://www.google.com/search?q=die+meisten+politiker+verstehen+nichts+von+ihrem+fach&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=die+meisten+politiker+verstehen+nichts+von+ihrem+fach&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYO…
Wen wunderts da noch, dass sie bei ihrer Arbeit scheinbar längst offensichtliche, biologische Prozesse bei Kindern und Jugendlichen ignorieren??? https://www.reddit.com/r/ScienceBasedParenting/comments/1605sjp/who_develops_faster_baby_boys_or_baby_girls/?tl=de
Vorbild Deutschland: 3…
Vorbild Deutschland: 3 völlig ungeeignete Verteidigungsministerinnen hintereinander. Das soll uns erst mal ein anderes Land nachmachen ...
Obwohl es biologisch .. .
Obwohl es biologisch bedingt ist, dass oder weil es immer schon einen leichten Überschuss an männlichen Neugeborenen gibt, will die woke, fanatisch feministische "Welt" seit langem eingreifen und diesen Überschuss - der sich allerdings im späteren Alter durch eine leichte Übersterblichkeit von Männern, nicht nur erst im alten Alter umkehrt - frühzeitig umkehren und aus männlichen jungen Männern eine Vielzahl von "WEICHEIER" machen, damit sich diese fanatischen, dominant sein wollenden Feministinnen nicht von echten Männern in ihrem Machtstreben und eingebildet auch anderswie "bedroht" fühlen müssen.
Dass DAS krank und pervers ist, ist zwar jedem normal denkenden Menschen mit Verstand klar. Aber den Herrschenden kommt diese Paranoia von Frauen/Mädchen, die zumeist noch nicht mal sonderlich intelligent und gebildet, dafür aber extrem machtbesessen sind, sehr gelegen und wird daher gefördert. Denn ein Aufbegehren gegen ein System, das ein Volk unterdrückt, geht ja zumeist zuerst von starken, widerstandswilligen jungen Männern aus. Und wenn es davon weniger gibt, eine Vielzahl von Männern, "verweiblicht", weichgemacht, ihnen per Hormonspritzen vielleicht auch noch das Testosteron reduziert wurde/wird, müssen sich Herrschende weniger vor echten, aufbegehrenden Männern fürchten.
Also wird darauf hingearbeitet, frühzeitig aus Männern sogenannte weibisch-hörige Weicheier zu machen, über die dann die dominanten, fanatischen und natürlich linientreuen Feministinnen leicht bestimmen und herrschen können. Und damit haben die dann das Sagen und können die "Männer" an die Wand drücken - siehe z. B. einst Merkel und seit langem vdLeyen!
Mädchen sind die Gewinner?
Wer dieser Meinung ist, ist der links-woken, antifaschistisch-queeren Ideologie der Intoleranten und Gestörten auf den Leim gegangen. Dieser Staat verrottet in einer Geschwindigkeit, wie man es noch nie in der deutschen Geschichte in Friedenszeiten erlebt hat. Das Bildungssystem bricht zusammen. Das Gesundheitssystem kollabiert. Die Marktwirtschaft wird abgeschafft. Unter einem CDU-Kanzler wird ein staatsreguliertes Wirtschaftssystem, in dem eine sozialistisch durchideologisierte Arbeitsministerin glaubt, ihr willfähriger Staatsapparat, der bereits jetzt kolossal versagt, könnte die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung der kommenden 30 Jahre planen.
Es geht hier nicht um Frauen oder Männer. Es geht um die Familie, die gezielt zerstört werden soll, um die Axt an das Fundament des deutschen Volkes zu legen. Kein Mann hätte etwas dagegen, wenn seine Frau einen besser bezahlten Job oder müheloser einen Arzttermin bekäme, wie keine Frau etwas dagegen hätte, wenn ihr Mann in der KFZ-Industrie oder den Zulieferern seinen Arbeitsplatz ebenso sicher hätte, wie seine Vätergeneration.
Den Haß auf die Männer, der wiederum zu Protest und Ablehnung gegen Frauen aufstacheln soll, wird von durchgeknallte Politchargen geschürt, die früher medizinische Unterstützung erhalten hätten, aber heute die Macht übernommen haben und die Menschen zwingen, die Existenz von Rassen und Geschlechtern zu leugnen, wie in früheren Zeiten der Erdenlauf um die Sonne geleugnet wurde. Die Masse der Frauen und Männer verschließt sich dieser wirren Ideologie, steht familiär zusammen, zieht sich in die privaten Nischen zurück und wartet auf den Zusammenbruch des Systems, wie die Mitteldeutschen Ende der achtziger Jahre auf das Ende der SED-Herrschaft.
"die früher medizinische…
"die früher medizinische Unterstützung erhalten hätten"
Das hast du aber schön gesagt, großes Lob! :-)
Einfach wieder getrennt…
Einfach wieder getrennt unterrichten und anerkennen das Jungs mehr Bewegung brauchen. Sie wollen sehen, anfassen, entdecken. Sie reagieren denke ich auch eher auf männliche Lehrer, kräftige Stimmen.
Und wann kommt eigentlich das Handyverbot in der Schule? Alle Handys gnadenlos einziehen und verscherbeln...
Wann werden die Quadratzahlen und Malfolgen wieder auswendig gelernt?
Wann kommen die Taschenrechner aus den Klassen?
Macht weiter so mit den Frauen und es gibt bald keine Menschheit mehr. Erst schicken wir sie arbeiten statt Kinder zu bekommen, dann bringen sie uns wegen ihrer eingebauten Angst den Krieg um anschließend Kinderlos zu sterben weil sie für ihre Männer die Rente verdienen mußten.
Gibt alles Sinn! Weiter so!
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