Das Manager Magazin meldet den sprunghaften Anstieg der Millionäre, die Deutschland verlassen, und bezieht sich dabei auf New World Wealth aus Südafrika. New World Wealth ermittelt in regelmäßigen Abständen die Migrationsbewegungen von Menschen weltweit und hat dazu mehrere hundert Super-Reiche interviewt.
Die Sputnik-News sind alarmiert, sie sprechen von einem »sinkenden Schiff«. Die Huffington Post dagegen ist zurückhaltend. Da heißt es trocken: »Studie behauptet: Tausende Millionäre verlassen Deutschland«. Das wirkt so, als gäbe es da lediglich die Behauptung irgendeiner Studie.
Die Huffington Post bemüht zur Beruhigung der Gemüter extra die Recherche des Unternehmensberaters Thomas Knüwer, der Zweifel an der Glaubwürdigkeit von New World Wealth hegt und schreibt, dass sie den »Anschein einer Briefkastenfirma macht«. Die Zahlen hält er für nicht alarmierend.
Die Huffington Post geht sogar so weit, sich bei den Leser dafür zu entschuldigen, dass sie die Meldungen zunächst unkommentiert übernommen hatten: »Die Huffington Post entschuldigt sich an dieser Stelle für die zunächst irreführende Berichterstattung.«
Für businessinseider und für die Sputnik-News ist die »Abwanderung besonders reicher Menschen« allerdings ein »alarmierendes Zeichen«. Mit der Migration der Millionäre würden obendrein viele Menschen ihre Jobs in deren Unternehmen verlieren.
Sarah Wagenknecht hatte einst gesagt, dass Steuerflüchtlinge für den Staat teurer wären als Flüchtlinge. Abwandernde Steuerzahler kommen sogar noch teurer. Gunnar Heinsohn (achten Sie besonders auf die letzten Minuten des Videos) hat vor dieser Dynamik gewarnt: Wenn der Sozialstaat immer anspruchsvoller und belastender wird, dann werden die Aussichten für die junge Generation, die das Geld aufbringen soll, also für die, die den »Karren ziehen sollen«, immer trüber.
Gerade die reichen, flexiblen und vor allem die jungen und dynamischen Kräfte wandern aus. Die »global player« sind überall zu Hause. Sie ziehen dahin, wo sie sich wohl fühlen. Sie ziehen in Länder, die ihnen mehr Erfolgsmöglichkeiten und mehr Freiheiten bieten. Sie gehen nach Australien, Kanada und in die USA. Beliebt sind auch die Arabischen Emirate und Neuseeland. Bei den Deutschen ist Monaco besonders beliebt.
Wir haben nicht nur Zuwanderung, wie haben auch Abwanderung. Die Fluchtbewegung der Millionäre hängt unmittelbar mit der Fluchtbewegung der so genannten Schutzsuchenden zusammen. Das sieht man auch daran, dass sich dasselbe Bild auch in anderen betroffenen Ländern zeigt.
Am stärksten ist die Abwanderung der Reichen in Frankreich. Großbritannien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Belgien haben eine ähnliche Abwanderung zu erwarten.


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