Fast 200 Flüchtlinge wurden am Dienstag voriger Woche in der Meerenge von Gibraltar aus acht Booten gerettet. Die Seenotrettung Salvamento Marítimo teilte auf Twitter weiterhin mit, dass die 176 Männer, 13 Frauen und neun Minderjährigen nun alle zusammen auf einem einzigen Schiff zum Hafen von Algeciras in der südspanischen Region Andalusien gebracht werden.
Erst am Montag waren bereits 667 Migranten aus Nordafrika in verschiedenen Booten in der Meerenge von Gibraltar sowie im westlichen Mittelmeer entdeckt und geborgen worden. Unter den Geretteten waren, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung meldet, den amtlichen Angaben zufolge mehrere Frauen und Kinder.
Die Zeit meldet: »Obwohl die Gesamtzahl der Migranten, die über das Mittelmeer kommen, deutlich abgenommen hat, ist sie offiziellen Statistiken zufolge für Spanien gestiegen. In diesem Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 28.500 Flüchtlinge an die spanische Küste«. Die Zeit schätzt, dass mindestens 313 ertrunken sind.
Der mdr schätzt die Zahl der Geretteten auf mehr als tausend. »Innerhalb von zwei Tagen haben Seenotretter mehr als 1.200 Menschen gerettet, die auf mehreren Dutzend Booten auf dem Weg nach Spanien waren«, heißt es.
Die Migranten werden zunächst in die so genannten »Zentren zur Vorläufigen Aufnahme von Ausländern« (CATE) gebracht. Da sich die Flüchtlingsrouten in den vergangenen Monaten immer mehr nach Spanien verlagert haben, muss das Land immer schneller neue Aufnahmezentren errichten. Eins davon ist ein neues CATE, das das spanische Militär erst Ende August mit mehreren großen Zelten im Hafen der andalusischen Mittelmeerstadt Motril errichtet hatte.
Schon Ende August hatte jouwatch davon berichtet, dass mitten in das Touristen-Vergnügen hinein ein Boot mit überwiegend jugendlichen Abenteurern anlandete, von denen es damals hieß, dass sie schnell wieder abgeschoben werden sollen. Die Touristen waren geschockt.
In Spanien wird man sich auf die neue Situation einstellen müssen. Am Sonnabend reiste Spaniens Innenminister Fernando Grenade-Marlaska in die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er erklärte, die Flüchtlingskrise sei »ein europäisches Problem, das einer europäischen Lösung bedarf«.


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