Die schwedische Humoristin Emma Knyckare war eher zufällig auf die Idee gekommen, als im vergangenen Sommer so viel über Vergewaltigungen und über sexuelle Übergriffe bei schwedischen Musikfestivals berichtet wurde.
Knyckare stellte, wie euronews meldet, ihre unfertigen Gedanken testweise in den digitalen Raum: »Ich trank ein Glas Wein und fragte mich, was das eigentliche Problem sei. Für fast hundert Prozent der sexuellen Gewalt ist ein Mann verantwortlich. Was, wenn wir also bei einem Festival die cis-Männer einfach außen vor lassen, bis sie gelernt haben, sich zu benehmen?«
Die Resonanz war enorm. »Wir starteten als Erstes auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne. So kam eine halbe Million schwedischer Kronen zusammen, um die gewünschte Location für das Festival in Göteborg zu mieten und Leute vor Ort fürs Catering und Bedienung zu engagieren. Wir hatten mehr als 300.000 Unterstützer, die jeder etwas Geld gaben. So kam das Grundbudget für das Festival zusammen. Inzwischen haben wir auch Sponsoren, damit finanzieren wir das Festival.«
Die Formel »Männer raus« gilt absolut: »Wir arbeiten ausschließlich mit Frauen, nicht-binären und Transgender-Personen. Das reicht von den Künstlern übers Catering bis zum Sicherheitspersonal. Das gesamte Areal ist cis-männerfrei.« Ein Ausdruck, den man sich merken sollte: cis-männerfrei. Er erinnert ein wenig an den Ausdruck: judenfrei.
Die Feministen in Schweden haben einen besonderen Humor – genau gesagt: gar keinen. Vielleicht vertragen sie keinen Wein. Sie sind hemmungslos in ihren ach-so-typischen Pauschalurteilen und nehmen bedenkenlos alle Männer in Sippenhaft für Übergriffe, die, wie sie selber genau wissen, auf das Konto der »neuen Schweden« gehen. Man spricht schon seit Jahren von einer regelrechten Epidemie »orientalischer Vergewaltigungen«, für die nun der weiße cis-Mann zur Verantwortung gezogen werden soll. Hier offenbart sich eine typische Boshaftigkeit des Feminismus: die Lust, Unschuldige zu strafen.
Was sagt denn nun die »Humoristin« zu dem Vorwurf, sie diskriminiere Männer? In der Tat: Sie hatte schon gewisse Bedenken, dass so ein Festival nicht legal sein könnte. Doch diese Bedenken wurden schnell zerstreut: » … sechs Monate nachdem wir das Projekt gestartet hatten, geschah etwas Wunderbares: die #MeToo-Bewegung. Jetzt müssen wir uns … nicht mehr rechtfertigen. #MeToo hat die Debatte verändert.«
Sie meint: »Man kann viel machen, um für eine bessere, gerechtere Gesellschaft zu sorgen … Ich glaube, Männer müssen jetzt anfangen, daran zu arbeiten.«
Männer müssen allerdings erst einmal lernen, sich zu benehmen. Wann – was schätzen wir? – wird jemals der Zeitpunkt erreicht sein, an dem die schwedischen Feministen mit ihrem speziellen Humor verkünden: So, es ist soweit. Nun haben es die Männer gelernt, sich zu benehmen! Jetzt werden sie nicht mehr ausgesperrt. Wann wird das sein? Niemals?
Vielleicht schon nach der Wahl.


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