Der Berliner Kurier hatte schon nach den Anschlägen von Brüssel beobachtet, dass als Reaktion darauf auffallend viele Katzenbilder gepostet wurden. Nun meldet der Focus, dass sich das auch nach den Morden von Barcelona beobachten lasse.
Nicht nachvollziehbar ist, dass der Focus eine „klare Logik“ hinter diesem Verhalten sieht und schreibt, dass diese massenhaften Katzenbilder verhindern, dass sich „die Terroristen über Polizeimaßnahmen informieren können.“
Nachvollziehbar ist, dass die Katzenbilder in erster Linie dem seelischen Wohlbefinden dienen sollen. Man will sich die Erschütterung nicht eingestehen und signalisiert gleichzeitig Schwäche, eine Bitte-Bitte-verschont-mich-Haltung. Verschont werden möchte man von schockierenden Bildern, seien sie noch so real. So werden Wolkenkuckucksheime im Netz geschaffen, in die sich zartfühlende Seelen zurückziehen, die nicht nur zu schwach sind, um Widerstand zu leisten, sie sind auch zu schwach, um die Realität überhaupt wahrzunehmen. Sie wollen sich nur wohl fühlen.
Die harmlosen Bildchen beschwören eine heile Welt, als sollte damit ein bitteres Medikament mit so viel Wasser verdünnt werden, dass man es nicht mehr spürt.
„Generation Snowflake“, also Generation Schneeflocke nennt man diese Leute, die sofort „getriggert“ werden, wenn sie mit Dingen konfrontiert werden, die sie verunsichern oder ihr Wohlbefinden stören könnten. Deshalb werden an einigen Universitäten so genannte safe spaces, also Sicherheitszonen eingerichtet. Dahin können sie sich zurückziehen und sicher sein, dass sie in ihrem Seelenfrieden nicht gestört werden.
Da hängen dann auch Katzenposter.


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