Das öffentliche Leben bricht zusammen

In einem Vorort von Paris wird keine Post mehr zugestellt

Die Postzusteller in Paris fürchten sich und meiden den Vorort Seine-Saint-Denis, der inzwischen in den Händen von Migranten ist. Sie tragen dort keine Post mehr aus.

Freie Welt

Chronopost, eine Tochtergesellschaft von La Poste (so heißt in Frankreich die Postzustellung), hatte schon vorher einzelne Straßen als Gefahrenbereiche angesehen und zu No-Go Areas erklärt. Das hat immer weiter zugenommen. Nun wurde erstmals ein ganzer Vorort – Seine-Saint-Denis – zur Gefahrenzone erklärt. Da wird keine Post mehr zugestellt.

Postkunden müssen ihre Briefe und Pakete selbst abholen. Das meldet yournalistenwatch und beruft sich dabei auf eine Meldung auf francetvinfo, die von einer Gefährdung für die Postzusteller berichtet, die in letzter Zeit stark zugenommen hat.

Allein im letzten Jahr wurden 51 Fahrer bei der Auslieferung von Migranten attackiert. Insgesamt stieg die Zahl der gewalttägigen Überfälle in den letzten zwei Jahren um 40 Prozent allein im Raum Paris, in ganz Frankreich sogar um 60 Prozent.

Das öffentliche Leben kollabiert vor unseren Augen. Es sind nicht nur Postzusteller, die angegriffen werden. Besonders dramatisch sind die sich häufenden Angriffe auf Polizisten, von denen immer wieder berichtet wird. Die Postzusteller sind eine gewisse Schwachstelle. Sie sind unbewaffnet. Sie sind auf sich selbst gestellt. Sie geben schneller auf, als es die Polizei tut.

Emmanuel Macron hat sich inzwischen dazu geäußert. »Die Radikalisierung hat sich durchgesetzt, weil die französische Republik aufgegeben hat«, sagte er und fügte hinzu, »wir haben in zu vielen Städten und Bezirken Repräsentanten einer verzerrten Religion, die voller Hass sind und unsere Gesetze nicht anerkennen.«

Das öffentliche Leben in Europa mit seinen vertrauten Sicherheiten und Selbstverständlichkeiten verändert sich in einem Tempo, als würde es sich im freien Fall befinden. Das Verschwinden öffentlicher Dienstleistungen führt dazu, dass das Vertrauen in den Staat und in seine Einrichtungen noch weiter schwindet und dass es dann noch weniger – gefühlte und tatsächliche – Sicherheit gibt.

Die Entstehung des Postwesens war ein entscheidender Faktor für den Austausch kultureller Errungenschaften, der zur so genannten Gelehrtenrepublik geführt hat, der »republic of letters«, einer gesamteuropäischen Kulturgemeinschaft der Buchstaben und Briefe. Wenn die Zuverlässigkeit der Kommunikationswege nicht mehr gegeben ist, ist der Zusammenhalt der Gesellschaft und das Niveau unserer Zivilisation gefährdet.

Sven von Storch

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