Gut 54 Prozent der 15-Jährigen Schüler, die Migranten der ersten Generation sind, erzielen nur »schwache Leistungen«. Sie können beispielsweise nur auf dem Grundschulniveau rechnen. Zum Vergleich: Unter den Schülern ohne ausländische Wurzeln liegt der Anteil bei gut 17 Prozent – das ist ein Unterschied von beinahe 37 Prozentpunkten.
Die Welt hat die Studie unter der Überschrift »Deutschland hat ein neues großes Bildungsproblem. So schwer haben es Migranten an deutschen Schulen« veröffentlicht und nennt das Ergebnis »wenig schmeichelhaft für Deutschland«. In der OECD-Studie werden 35 Länder verglichen und der Unterschied zwischen den Leistungen der Schüler mit Migrationshintergrund und der Schüler ohne ist in Deutschland besonders hoch, eben das wird als wenig schmeichelhaft für Deutschland gesehen.
Für Deutschland ist die Situation deshalb so dramatisch, weil die Anzahl der Kinder mit Migrationshintergrund immer weiter anwächst. Die ausgewerteten Zahlen stammen noch aus dem Jahr 2015. Seither wird die Gruppe der Schüler mit Migrationshintergrund immer größer.
Ein Faktor, der genannt wird, um die große Leistungskluft zu erklären, ist die Schwierigkeit mit der Sprache: So spricht mit knapp 80 Prozent ein vergleichsweise hoher Anteil der Migranten der ersten Generation zu Hause kein Deutsch. Im OECD-Schnitt sind es dagegen nur rund 60 Prozent, die in der Familie nicht die Unterrichtssprache sprechen. Das hat einen dramatischen Effekt auf die Schulleistungen.
Die Probleme werden sich mit dem Familiennachzug noch vergrößern. Je mehr sich autarke Parallelgesellschaften bilden, die das Erlenen der deutschen Sprache verzichtbar machen, desto weniger wird damit zu rechnen sein, dass die Deutschkenntnisse der Schüler in ihrem Elternhaus gefördert werden.
Auch mit der zweiten Generation wird das nicht viel besser. Bei den Migranten der zweiten Generation sind es immerhin noch 50 Prozent, die zu Hause eine andere Sprache sprechen als in der Schule.
Was tun? Hier kommen die Ratschläge zur Verbesserung der Lage: In der Studie wird gefordert, dass Lehrer und Schulen »stärker als bisher Rücksicht auf Migrantenkinder« nehmen. Wichtig sei außerdem, dass Schulen und Lehrer die »Defizite der Kinder gezielt angingen«, beispielsweise mit zusätzlichen Sprachkursen und mit Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeit wie Hausaufgabenbetreuung. Wichtig sei auch, die Eltern einzubinden. Das wird dann helfen – oder?
Der Bericht in der Welt schließt mit der Bemerkung: »Ob die Lehrkräfte und Schulen überall die Kapazitäten dafür haben, ist allerdings unklar.«
Hier darf man getrost widersprechen: Es ist klar.


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