Wie auf mobil.n-tv gemeldet wird, kündigt die neue Regierung in Österreich ein hartes Vorgehen gegen eine der größten Moscheen von Wien an. Als in eben dieser Moschee – wie es die Wochenzeitung Falter beschrieben hat – mit Kindern die Schlacht von Gallipoli nachgestellt wurde, hat Sebastian Kurz deutliche Worte gefunden: »Das hat in Österreich keinen Platz. Hier wird es null Toleranz geben«, sagte er. Die rechtlichen Möglichkeiten würden bis hin zur Auflösung der Moschee reichen.
Die Fotos im Falter zeigten marschierende und salutierende Jungen mit türkischen Flaggen. Auf anderen Bildern posierten die Kinder als Leichen: Am Boden aufgereiht, waren sie mit den Flaggen zugedeckt.
Die Schlacht auf der Halbinsel Gallipoli war mit über 100.000 Toten eine der verlustreichsten Schlachten im Ersten Weltkrieg, bei der sich Truppen des Osmanischen Reiches westlichen Invasionsgruppen gegenüberstanden. Heute ist die Schlacht bei vielen in Vergessenheit geraten.
Nicht in Australien. Ausgerechnet im fernen Australien, das seinerzeit zu den Alliierten gehörte und Truppen nach Europa schicken musste, wird der Schlacht weiterhin gedacht. Das Lied ‚The Band Plays Maltzing Mathilda‘, in dem das Drama besungen wird, gehört zu den Hymnen der Friedensbewegung.
Auch in der Türkei ist die Schlacht nicht vergessen. Der Ort ist eine touristische Attraktion: Gallipoli und Troja sind die Schauplätze, die der Schlachtenbummler von heute gesehen haben sollte.
Mehr noch: Gallipoli ist ein Zauberwort für einen türkischen Nationalismus, der nicht auf das Kernland geschränkt bleibt, der für ein aufgeblähtes türkisches Überlegenheitsgefühl steht und eine wichtige Rolle für die nationale Identität spielt, die gerne speziell im Ausland zur Schau getragen wird.
Genau das war der Grund für Kurz, der ein Gespür für symbolische Handlungen und den Umgang mit Geschichte hat, sofort energisch einzugreifen. Er hatte Erfolg: Der türkisch-islamischen Kulturverein Atib, der das Schauspiel inszeniert hatte, ruderte zurück.
Der Verein nannte den Vorfall »bedauerlich« und veranlasste eine Untersuchung.


Add new comment